Netanyahu nutzt Jesaja-Prophezeiung als Kriegsargument

Netanyahu beruft sich auf die Prophezeiung des Jesaja, um den Krieg zu rechtfertigen und US-Evangelikale zu mobilisieren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Netanyahu nutzt Jesaja-Prophezeiung als Kriegsargument

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu hat die Prophezeiung des Jesaja in ein Kriegsargument verwandelt. Er tat dies in einer Live-Ansprache und wiederholte es später mit einem zweiten Teil, in dem er laut verbreitetem Material biblische Zitate hinzufügte, um die Offensive gegen Gaza zu rechtfertigen. Der Satz, der die Angelegenheit eröffnet, stammt von ihm: „Wir müssen die Prophezeiung des Jesaja erfüllen.“ Daraufhin weitete der israelische Botschafter bei der UN seine Aussage in Texas aus: „Um Zions willen werde ich nicht schweigen! In den Worten des Jesaja. Wir müssen zusammenstehen. Nnnn und Christen in unserer heiligen Mission für die Wahrheit.“

Das Problem ist nicht exegetischer Natur. Es liegt darin, dass Jesaja 15–23 Prophezeiungen über die Zerstörung der Nationen enthält, die Israel umgaben, und manche lesen in dieser Passage eine Handlungsanweisung. Die öffentliche Debatte entwickelte sich zu einem unbequemen Thema: Dient die messianische Sprache dazu, US-Evangelikale zu mobilisieren, oder ist sie ein Zeichen dafür, dass die israelische Außenpolitik einer konkreten Eschatologie untergeordnet wurde?

Was genau besagt die zitierte Jesaja-Prophezeiung?

Das Buch Jesaja fasst in den Kapiteln 15 bis 23 eine Reihe von Orakeln gegen die Nachbarstaaten Israels und Judas zusammen: Moab, Damaskus, Ägypten, Tyrus. Der im Material kursierende Text fasst es eindeutig zusammen: „Es enthält mehrere Prophezeiungen über die Zerstörung der Nationen, die Israel umgaben.“ Die Auslegung, die von manchen Kanzeln vorgenommen wird, besagt, dass diese göttliche Strafe das aktuelle militärische Handeln legitimiert.

Ein Detail sollte nicht übersehen werden: Der Prophet Jesaja selbst kündigt einen Messias an, den das Ntumntumntumntum nicht anerkennt. Das heißt, der Prophet, der als Bestätigung der Operation angerufen wird, ist derselbe, den die christliche Tradition mit Jesus identifiziert. Dieser Widerspruch ist nicht geringfügig und wurde in der Diskussion hervorgehoben.

Die Rolle der US-Evangelikalen in der israelischen Strategie

Der gewichtigste Teil der Angelegenheit spielt sich nicht in Jerusalem ab, sondern im Bible Belt. Eine Strömung des christlichen Zionismus in den USA vertritt die Ansicht, dass jeder Krieg in Israel die Wiederkunft Christi näherbringt. Diese Lesart hat seit Jahrzehnten bedingungslose politische und finanzielle Unterstützung für Israel genährt und ist nun zum Zielgruppe von Netanyahus Rede geworden.

Die vertretene These lautet, dass der Premierminister dieses Publikum in einer Sprache anspricht, die es versteht: Prophezeiung, Gelobtes Land, biblische Feinde. Das Ziel wäre, dass die USA die Toten eines Krieges stellen, der im Grunde regional ist. Die Kommunikationsstrategie ist nicht neu, aber das erreichte Maß an biblischer Literalität schon.

Der Dritte Tempel und Armageddon als politischer Horizont

Ein Teil der Analyse geht davon aus, dass das ultimative Ziel der Bau des Dritten Tempels in Jerusalem ist, eine Voraussetzung in bestimmten Eschatologien für die Ankunft des Messias. Dies würde das Interesse erklären, den Tempelberg zu kontrollieren und den Status quo des Haram al-Sharif (Tempelberg) neu zu ordnen. Es handelt sich nicht um eine Randtheorie: Sie kursiert seit Jahrzehnten in israelischen Medien und in evangelikaler Literatur.

Das praktische Problem ist, dass dieser Horizont auf die demografische und militärische Realität prallt. Die Region ist kein theologisches Schachbrett. Sie ist ein Pulverfass mit Atommächten, Stellvertretermilizen und einer globalen öffentlichen Meinung, die zum ersten Mal seit Jahren das Narrativ nicht mehr ungefragt akzeptiert.

Jüdische Stimmen, die diese Lesart ablehnen

Nicht alles Ntumntumntumntum stimmt mit dieser Entwicklung überein. Im Material treten orthodoxe Rabbiner hervor, die sich scharf distanzieren. Einer von ihnen, Yisroel Dovid Weiss, sagt dazu: „Die Zionisten haben unsere Religion genommen und benutzen sie als Werkzeug, um zu besetzen, einzuschüchtern und mundtot zu machen.“ Eine andere Gruppe von New Yorker Nnnn demonstrierte am Hauptbahnhof unter dem Motto „Nicht in unserem Namen“.

Die Unterscheidung, die sie treffen, ist klar: Eines ist das Ntumntumntumntum als Religion, anderes der Zionismus als politisches Projekt. Und sie behaupten, dass die Verwechslung beider absichtlich sei, da sie es erlaubt, jede Kritik an Israel als Antisemitismus darzustellen.

Was Europa riskiert und warum die biblische Sprache wichtig ist

Die Verwendung von Prophezeiungen als Kriegsargument hat eine unmittelbare Konsequenz: Sie zieht den Konflikt aus dem Bereich des Völkerrechts heraus und hinein in den Bereich des Glaubens. Wenn dies geschieht, wird Verhandlung fast unmöglich, denn mit einem göttlichen Mandat kann man nicht verhandeln.

Für Europa ist das Risiko doppelt. Erstens, weil eine Eskalation im Nahen Osten direkt die Energiepreise und Handelsrouten trifft. Zweitens, weil ein identitärer Konflikt importiert wird, der europäische Gesellschaften bereits spaltet. Die Debatte darüber, wem dieses Land gehört, hat Widerhall in Stadtvierteln von Paris, Brüssel oder Barcelona.



Die Prophezeiung des Jesaja erfüllt sich nicht: Sie wird angerufen. Und wer sie anruft, hat meist einen weitaus irdischeren Plan als den, den er verkündet. Was noch zu sehen bleibt, ist, ob das US-Wählerpublikum, das Netanyahu mit Geld und Stimmen unterstützt, das Narrativ weiterhin kauft, wenn die Bilder aus Gaza aufhören, eine Schlagzeile zu sein, und sich zu einem innenpolitischen Problem entwickeln.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (169 Antworten).

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