Negative Strompreise in Spanien: was sie bedeuten und warum niemand Geld bekommt

Der Strompreis in Spanien fiel auf 3,21 €/MWh, doch Geld gibt es dafür nicht zurück. Wir erklären das Kleingedruckte bei negativen Preisen und die Rolle des RECORE.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Negative Strompreise in Spanien: was sie bedeuten und warum niemand Geld bekommt
Negative Strompreise: das Kleingedruckte, über das niemand spricht

Zur Mittagszeit, zwischen drei und vier Uhr, fiel der Strompreis am spanischen Großhandelsmarkt auf 3,21 Euro pro Megawattstunde. Praktisch verschenkt. Aber nein, für den Verbrauch gibt es kein Geld zurück. Der Auktionspreis des Day-Ahead-Markts ist nur ein Teil dessen, was man zahlt: obendrauf kommen Netzentgelte, Systemgebühren, die Stromsteuer und die Mehrwertsteuer. Selbst wenn der Börsenpreis eine Stunde lang negativ ist, fällt der Energiepreis auf Ihrer Rechnung nie unter null.

Ein negativer Preis ist nicht das, was er scheint

Negative Preise gibt es am spanischen Markt tatsächlich, und ihre Zahl steigt jedes Jahr – doch man sollte wissen, was sie bedeuten. Es ist nicht so, dass man Ihnen Geld dafür zahlt, deren Überproduktion abzunehmen; vielmehr lohnt es sich für bestimmte Erzeuger, auch bei negativem Preis weiter zu produzieren – dank Mechanismen wie dem RECORE, dem spezifischen Vergütungssystem der Königlichen Verordnung 413/2014. Dieses System zahlt eine Betriebsvergütung für jede erzeugte Megawattstunde, unabhängig vom Verkaufspreis. Auch bei negativem Börsenpreis erwirtschaftet die Anlage also weiter Einnahmen.

PVPC: Abzocke oder sinnvolles Instrument?

Der regulierte PVPC-Tarif (der staatlich festgelegte Stromtarif in Spanien) hat Befürworter und Kritiker. Die Kritiker verweisen auf häufige Spitzen von 200 bis 250 Euro pro Megawattstunde, die sie für einen Skandal halten. Die Befürworter argumentieren, dass sich damit der Verbrauch planen lässt und dass ihn, gemessen an den realen Kosten, kaum Angebote des freien Markts unterbieten. Entscheidend ist, die vertraglich vereinbarte Leistung anzupassen und die realen Kosten zu berechnen, indem man den Gesamtbetrag der Rechnung durch die verbrauchten Kilowattstunden teilt.

Angebote des freien Markts: das Kleingedruckte

Ein Angebot von 0,10 Euro pro Kilowattstunde ohne zeitliche Differenzierung klingt attraktiv, doch der kWh-Preis ist nur die halbe Rechnung. Vor der Unterschrift sollte man die vereinbarte Leistung für Spitzen- und Schwachlastzeiten prüfen. Zudem bieten manche Anbieter Rabatte im Telekommunikationsbereich, wenn man gleichzeitig Strom bei ihnen bezieht – das kann den Unterschied ausgleichen.

Die Rolle des RECORE

Der RECORE ist ein spezifisches Vergütungssystem für erneuerbare Energien, Kraft-Wärme-Kopplung und Abfallverwertung. Anlagen, die darunter fallen, erhalten zwei Vergütungen: eine Investitionsvergütung und eine Betriebsvergütung. Letztere wird pro erzeugter Energiemenge gezahlt, nicht nach Verkaufspreis. Deshalb kann es sich auch bei negativem Markt lohnen, Strom einzuspeisen.

Wenn Sie also sehen, dass der Strompreis negativ ist, denken Sie daran: Es ist nicht so, dass man Ihnen den Verbrauch bezahlt – das System ist so konzipiert, dass die Erzeugung bei jedem Preis weiterläuft. Und Sie können diese Stunden derweil nutzen, um die Waschmaschine laufen zu lassen – aber erwarten Sie kein zusätzliches Einkommen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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