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Müll vom Balkon geworfen: Nachbarschaftsstreit in Spanien eskaliert im Sommer
Eine Gruppe von Mietern wirft Müllsäcke vom Balkon, die Polizei schreitet nicht ein. Der Fall löst in Spanien eine Debatte über Zusammenleben, Multikulturalität und behördliche Untätigkeit aus.
Müll vom Balkon: Wenn das Zusammenleben verrottet und die Polizei nicht erscheint
Was tun, wenn Nachbarn ihren Müll vom Balkon werfen und die Behörden wegsehen? In einer ganz normalen Straße in Spanien ist vor etwa zwei Monaten eine Gruppe in eine Mietwohnung eingezogen. Seitdem ertragen die Anwohner rund um die Uhr Lärm und den Geruch von Frittierfett. Doch was die Situation endgültig eskalieren ließ, ist die neue Gewohnheit: Sie öffnen die Müllcontainer unter ihrem Gebäude und werfen die Säcke vom Balkon hinunter. Manchmal treffen sie, manchmal nicht. Daneben platzen die Säcke auf dem Gehweg oder auf Autos und verteilen den Dreck. Im Sommer ist der Gestank unerträglich.
Anrufe bei der Polizei blieben erfolglos. Die Beamten erscheinen nicht oder greifen nicht ein, wenn sie da sind. Die offizielle Begründung: Die Eigentümergemeinschaft müsse Anzeige erstatten. Doch Bürokratie und Angst vor Repressalien blockieren jedes Handeln. Unterdessen fällt der Müll weiter.
Die Reaktionen im Viertel reichen von Skepsis bis Wut. Die Theorie der schrittweisen Integration
Manche behaupten, solche Verhaltensweisen legten sich mit der Zeit: Die zweite Generation werde sich schon wie anständige Spanier benehmen, sie müsse sich nur anpassen. Eine Haltung, die vom mit Essensresten bespritzten Balkon aus wie Wunschdenken klingt.
Verzweiflung und radikale Lösungen
Die meisten Betroffenen haben das Vertrauen in das System verloren. Es kursieren Vorschläge, die von der Verlegung der Container bis zu illegalen Aktionen reichen: vom Ablegen von Müll vor der Tür der Täter bis zum tatsächlichen Anzünden der Tonnen. Manche schlagen vor, häusliche Gewalt vorzutäuschen, damit die Polizei ausrückt. Die Radikalisierung des Diskurses ist offensichtlich: Aus Nachbarschaftsbeschwerden werden Drohungen, und daraus wird die Rechtfertigung von Gewalt. „Wenn du nichts tust, bist du der Gelackmeierte; wenn du etwas tust, ist es der Staat“, fasst ein Anwohner zusammen.
Ironischerweise erinnern die Besonneneren daran, dass es ähnliches Verhalten in anderen Zeiten und Orten gab, ohne dass die Herkunft bemüht wurde. Doch hier steht die Multikulturalität als Sündenbock im Fokus. Die unbequeme Frage lautet, ob es ein kulturelles Problem oder schlicht fehlender Anstand ist – und ob die Lösung mehr Kontrolle, mehr Bildung oder einfach eine Polizei ist, die ihren Job macht.
Unterdessen bleibt der Container offen
Der Sommer schreitet voran, der Geruch von verrottendem Müll mischt sich mit dem von Frittierfett. Die Polizei, mit anderen Prioritäten beschäftigt, erscheint nicht. Jemand hat vorgeschlagen, die Container zu versetzen. Jemand hat vorgeschlagen, sie anzuzünden. Das Zusammenleben ist schlicht zerbrochen. Und das Schlimmste ist, wie ein Beobachter anmerkt: „Es gibt keine Zwischenlösung zwischen Sterben und Töten.“ Das Viertel hofft derweil, dass der Herbst mehr bringt als trockenes Laub.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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