Mulholland Drive: Zehn Teile, um Lynchs Traum zu entschlüsseln
Mulholland Drive kam 2001 in die Kinos und bleibt bis heute ungelöst. Bei den Oscars 2002 erhielt der Film nur eine Nominierung – für David Lynch als bester Regisseur; weder das Drehbuch noch Naomi Watts oder der Soundtrack wurden berücksichtigt. Diese Tatsache, von einem Nutzer hervorgehoben, dient der Kritik an der Auszeichnungsgeschichte solcher Filme. Darum geht es bei dem Material, das erneut kursiert: einer zehnteiligen Analyse, die den Film planweise entschlüsseln will.
Die „Bibel“, die archiviert wurde und wieder aktuell ist
Der Autor veröffentlichte die komplette Arbeit in zehn Artikeln, nachdem sein ursprünglicher Inhalt einige Tage lang archiviert worden war. Er schickte eine E-Mail mit der Bitte um Erklärung und erhielt keine Antwort. Seine Reaktion bestand darin, alle seine Beiträge zu löschen und das Material auf eine eigene Plattform mit offenen Kommentaren zu verlegen. Wenige Tage später tauchte der Inhalt wieder im aktuellen Bereich auf.
Die Serie beginnt mit dem Grundlegenden: der Erzählstruktur. Dies ist die erste Station für jeden, der verwirrt ist und einfach wissen möchte, was er sieht.
Wann hört man auf, den Film zu verstehen?
Es gibt eine Beschreibung, die sich wiederholt und die jeder Zuschauer erkennt. Man sieht einen normalen Film, bis er nicht mehr normal ist. Wenn dies geschieht, versteht man nichts mehr, aber es bleibt ein schwer zu erklärender Hauch von Faszination. Unter den am häufigsten genannten Szenen befindet sich der Club Silencio. Die Hälfte des Films wirkt wie ein Thriller aus Los Angeles mit einer neu angekommenen Schauspielerin; die andere Hälfte ist etwas anderes.
Das ist kein kleines Problem. Die erste Hälfte funktioniert als konventionelle Geschichte, während die zweite alles Vorherige neu ordnet. Wer die Verwirrung aushält, hat Lust, von vorne anzufangen; wer nicht kann, schaltet ab und kehrt nicht zurück.
Die Lesart, die Missbrauch und Gedankenkontrolle in Hollywood sieht
Hier wird die Analyse unbequem. Eine Strömung der Interpretation behauptet, der Film verberge ein Porträt des Systems von Anwerbung, Missbrauch und Gedankenkontrolle, das die Industrie durchzogen habe. Sie stützt sich darauf, dass Lynch bereits in Twin Peaks eine fiktive Stadt als Kulisse für Ähnliches genutzt hatte, und dass der historisch meistgenannte Fall – Marilyn Monroe wird erwähnt – in das Muster passt: früh gefördertes Talent, Ausbeutung und schließlich Zerbruch.
Manche illustrieren diese These mit einem explizit fiktiven Beispiel, das reale Namen verwendet, um zu beschreiben, wie das Getriebe funktionieren würde: frühe Anwerbung, Missbrauch, gesteuerte Karriere und eine öffentliche Version, die die andere verbirgt. Auch der letzte Teil des Films wird als jene Stelle genannt, die das Bild vervollständigt. Es sei betont, dass all dies Interpretation ist, kein bewiesener Fakt: Der Film bestätigt nichts und sein Regisseur ebenfalls nicht.
Eine weitere Ebene desselben Ansatzes spricht von Ideen, die schließlich ihren Urheber dominieren, bis sie sein Verhalten bestimmen. Der Geist der Protagonistin bricht unter dieser Prämisse nicht durch beruflichen Ehrgeiz oder eine emotionale Trennung, sondern durch etwas Älteres und Dreckigeres.
Der Cowboy, die Schlüssel und die Frau in Blau: Was nicht zusammenpasst
Die Figur des Cowboys konzentriert die Kontroversen. Eine Lesart deutet ihn als Symbol einer Macht, die sich nur einmal zeigt: Ihn zweimal zu sehen bedeutet Ungehorsam und damit Verschwinden. Unter diesem Aspekt hat, wer ihn auf der Party sieht, seine einzige Warnung erhalten, und wer ihn erneut sieht, ist bereits tot. Eine andere Lesart beschreibt ihn als etwas anderes, sogar als einen Teufel, der in die Hölle führt, und verweist auf die vollständige Handlungsentwicklung.
Die Schlüssel, der Auftragskiller, die Frau in Blau im Theater: Stücke, die jede Erklärung anders platziert. Keine schließt das Ganze vollständig ab.
Mulholland Drive ohne Anleitung schauen
Ablehnung existiert und ist nicht gering. Manche sahen ihn aus Pflichtgefühl, erinnern sich an monumentale Langeweile und vermuten, dass die Inkohärenz nur durch einen Traum oder Drogen lösbar sei. Und manche entscheiden sich direkt, nicht einzusteigen: Nichts für mich.
Dagegen steht die Faszination. Verteidiger sprechen von einem Werk, das man erlebt, statt es nur zu sehen, von Wochen oder Monaten der Wirkung, davon, dass kein späterer Film ihm das Wasser reichen kann. In der Mitte eine wiederkehrende Warnung: Obwohl kein Pavor, erschreckt er stärker als die meisten des Genres. Kein unwichtiges Detail, wenn man entscheidet, ob man ihn nachts und allein schaut.
Für Überzeugte gibt es bereits die Forderung, das Format mit Lost Highway zu wiederholen, der von einigen als Lynchs zweitbester Film und deutlich weniger labyrinthartig betrachtet wird. Das Modell ist getestet: lange Demontage, Szene für Szene, und Geduld.
Die Analyse scheitert genau dort, bei der Frau in Blau im Club Silencio. Manche erklären sie, andere geben offen zu, dass sie es nicht können.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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