Sarracena, Opinel oder Glock: Das Feldmesser für 40 Euro
Wie viel muss man ausgeben, um ein brauchbares Messer im Gelände zu haben? Die Antwort der erfahrenen Nutzer ist unbequem für Premiummarken: Zwischen 15 und 40 Euro, manchmal nur fünf. Es gibt Design-Messer für 350 Euro, aber kaum jemand, der wirklich mit ihnen arbeitet, empfiehlt sie. Der Konsens in langjährigen Diskussionen über Survival-Ausrüstung zeigt immer auf dieselben Quellen: Schweden, Frankreich und die Klassiker.
Das schwedische Messer, das jeder empfiehlt
Ein Name taucht immer wieder auf: Sarracena. In der Version Robust, aus Carbonstahl, mit skandinavischem Schliff und Fase, lässt es sich «ultra leicht» schärfen und hält Misshandlungen so gut stand, dass Schäden kaum auffallen. Das Hultafors HVK und seine Heavy-Duty-Variante spielen in derselben Liga, ebenso wie das klassische Bahco-Tischlermesser, wenn Edelstahl gewünscht ist. Wer täglich im Gelände ist, gibt einen praktischen Tipp: Besser auffällige Farben – orange bei Sarracena, grün bei Hultafors – damit man es zwischen der Vegetation findet. Lächerlich günstig für die gebotene Qualität, fassen viele zusammen.
Der Nachteil von Carbon ist bekannt: Es rostet, wenn man es nicht pflegt. Dafür ist das Schärfen eine Sache von zwei Zügen.
Alte Schule: Opinel, Victorinox und der Militärmythos
Die Opinel hat ihre eigene Anhängerschaft. Günstig, schneidet gut, nimmt wenig Platz weg, und wer sie im Gelände nutzt, verteidigt sie mit dem ehrlichsten Argument überhaupt: Da sie oft verloren gehen, sollte man kein teures Stück dabei haben. Manche nennen sie direkt das ultimative Alltagsmesser, andere erheben sie zum «AK-47 unter den Messern». Die Victorinox mit 111 Millimetern Klinge, Säge und Werkzeugen ist die andere große Wahl für Multi-Zwecke.
Das österreichische Glock 81, etwa 40 Euro teuer, schafft es auf die Liste wegen seiner Haltbarkeit: Derselbe Hersteller wie die Pistolen, und die Zerstörungsvideos im Internet tun ihr Übriges. Mit einem rechtlichen Hinweis, den man nicht ignorieren sollte: Im Wald kann ein militärisches Messer als Waffe eingestuft werden.
Welcher Stahl hält im Gelände: Böhler, MoVa oder D2?
Hier wird die Diskussion technisch und manche Preise passen nicht mehr. Der Böhler-Stahl – benannt nach einem chirurgen, der metallurgisches Equipment mit eigenen Spezifikationen in Auftrag gab – gilt als extrem hart, mit Schneidkanten, die denen der besten Carbon-Stähle ebenbürtig sind, allerdings wenig freundlich gegenüber Laien-Schärfern.
Am anderen Ende stehen Stähle vom Typ MoVa, die von lokalen Herstellern wie Nieto oder Joker verwendet werden: schlechte Schnitthaltigkeit, geringe Flexibilität, Bruchgefahr. Für dasselbe Geld, argumentiert man, gäbe es D2, G8 oder Böhler, und diese spielten in einer anderen Kategorie. Die vollständigen Details zu Temperaturen, Behandlungen und welchem Stahl für welchen Einsatz geeignet ist, gehen hier weit über den Rahmen hinaus.
Spanische Messermanufaktur: Stolz, Nostalgie und Ersatzteile
Muela, Cudeman, Nieto, Joker, Pallarés, JJ Martínez, Aitor. Die Liste der nationalen Hersteller ist lang und die Verteidigung des eigenen Produkts leidenschaftlich: Manche erinnern sich daran, ein Stück aus Don Benito, Extremadura, gekauft zu haben, gut und günstig in einem Messergeschäft in der Calle Atocha. Aber derselbe Stolz koexistiert mit harter Kritik, die sich fast immer gegen Aitor richtet: dünne Klinge, billige Kunststoffgriffschalen und Scharniere, die klemmen, wenn man es nicht täglich pflegt. Der Schweizer Rivale Victorinox schlägt es deutlich, sagen viele. Die Marke wird zudem heute wahrgenommen als ein spanischer Name, der von einem Hersteller chinesischen Ursprungs erhalten wird, der von Aufträgen des Verteidigungsministeriums lebt.
Die zugrunde liegende Diagnose wiederholt sich strukturell: In einem Land, in dem viele Menschen es absurd finden, mehr als 50 Euro für ein Messer auszugeben, ist es schwierig, neue Stähle, gute Versicherungen und internationale Werbung zu finanzieren. Man überlebt seit Jahrhunderten mit dem klassischen Modell, und so geht es weiter.
350 Euro machen dich nicht zum besseren Camper
Der Sprung in die High-End-Klasse hat Befürworter und eine Rechnung. Das Spyderco Civilian kostet in Spanien fast 350 Euro; sein Bruder Matriarch II liegt bei über hundert Euro und erbt den gezahnten Klingenrücken, der ein Herausziehen aus der Tasche bereits geöffnet ermöglicht. Für viele zu viel Geld. Spyderco wird jedoch im Modell Tenacious tatsächlich als echte Hochwertklasse anerkannt.
Am anderen Ende des Marktes ein Fundstück aus dem Supermarkt: Zwei Multifunktionsmesser von Lidl, eines mit Besteck für 5 Euro und eines mit Zange, Säge und Schraubendreher für 7. Beide mit Scheide und, laut Testern, besser verarbeitet als der Preis vermuten lässt; eines lässt sich sogar trennen, um gleichzeitig Steak mit Gabel und Messer zu essen.
Und so steht die Sache: Das Gelände braucht kein 350-Euro-Messer, sondern eines, das sich in zwei Durchgängen schärfen lässt und dessen Verlust zwischen den Rosmarinsträuchern nicht wehtut. Wenn du trotzdem das Designerstück bevorzugst, nur zu. Denk daran, dass du die Tomate genauso gut mit einem Fünf-Euro-Messer aus dem Supermarkt schneiden wirst.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (123 Antworten).