Montero fordert Verbot der Privatmedizin in Spanien

Irene Montero will die Privatmedizin verbieten. Kritiker warnen vor Überlastung des öffentlichen Systems und verweisen auf Modelle aus den Niederlanden und Österreich.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Montero fordert Verbot der Privatmedizin in Spanien
Verbot der Privatmedizin: Was passiert mit dem öffentlichen System?

Mitarbeiter des Krankenhauses Torrejón hatten vor Monaten Druck gemeldet, profitable Patienten zu priorisieren. Diese von Radio Madrid verbreiteten und von der Cadena SER aufgegriffenen Informationen dienten als Munition für jene, die behaupten, dass die Privatmedizin mit Krankheit Geschäfte macht. Auf dieser Idee basierte, ohne Nuancen, die ursprüngliche Botschaft von Irene Montero: „Die Existenz der Privatmedizin muss verboten werden. Punkt.“ Das Argument war einfach: Während das öffentliche System an Heilung denkt, denkt das private an Umsatz.

Der Vorschlag: Schließung der Privatmedizin zum Schutz des öffentlichen Systems

Der Vorschlag enthält keine gesetzliche Ausarbeitung. Es ist ein absolutes Verbot: Keine privaten Krankenhäuser, keine Versicherungen, keine Verträge, kein Geschäft mit der Gesundheit. Es wird als Prinzipienfrage dargestellt, nicht als Managementfrage, und hier liegt sowohl die Stärke der Botschaft als auch ihre Lücke. Denn die Aussage sagt nicht, was mit den Fachkräften geschieht, die heute von der Privatmedizin leben, oder mit den Nutzern, die sie täglich in Anspruch nehmen.

Diese Lücke wurde durch die ersten Antworten gefüllt. Und diese füllten sie nicht mit Ideologie, sondern mit Arithmetik: Wenn die Alternative verschwindet, lastet alles auf einem System, das bereits am Limit arbeitet. Das öffentliche Gesundheitswesen lässt sich nicht per Dekret erweitern.

Warum wird gesagt, dass es das öffentliche Gesundheitswesen überlasten würde?

Weil das Angebot nicht einfach so entsteht. Das am häufigsten wiederholte Argument ist pragmatisch: Die Wartelisten lassen sich nur durch Geld reduzieren, jetzt und in zwanzig Jahren. Man kann einen Arzt bitten, seine Schicht zu verdoppeln, aber das kostet – oder führt zur Abwanderung von Fachkräften –, und dasselbe gilt für Pflegekräfte, Assistenzpersonal und Techniker: Jeder Eingriff erfordert mehrere von ihnen gleichzeitig.

Laut einem Teilnehmer hat die Privatmedizin theoretisch mehr Spielraum, da sie ihr Personal stärker belasten kann. Dennoch bräuchte sie weiterhin dasselbe wie das öffentliche System: verfügbare Hände und bezahlte Stunden. Das Verbot des Ventils schafft keine Kapazität dort, wo keine existiert. Es ändert nur, wer wartet.

Niederlande und Österreich: Die zitierten Modelle

In den Niederlanden gibt es die Privatmedizin als solche nicht, heißt es im Austausch, und sofort stellt sich die Frage: Ist das der richtige Weg? Der Zweifel bleibt bestehen, da niemand die Details des niederländischen Systems ausführt. Andere blicken nach Österreich, wo der Patient zwischen dem privaten Arzt und dem staatlichen wählen kann und, wenn er den privaten wählt, die Verwaltung einen Teil der Rechnung übernimmt.

Auch kubanische und venezolanische Modelle tauchen auf, fast immer als Warnung und ohne Zahlen: Es wird behauptet, dass dort die Elite Zugang zu erstklassigen Krankenhäusern hat, während der Großteil der Bevölkerung sich durchschlägt. Keiner dieser Vergleiche wird mit Daten untermauert.

Doppelte Standards: Private Schulen bei öffentlicher Rhetorik

Die schärfste Kritik richtete sich nicht gegen die Idee, sondern gegen die Person, die sie vorschlägt. Ihr wird vorgeworfen, ihre Kinder auf private Schulen zu schicken, während sie die Schließung der Privatmedizin fordert, und man fragt, warum dieselben Kriterien nicht für Schulen gelten. Bezüglich ihrer Familie erinnern einige, laut den im Thread kursierenden Versionen, daran, dass ihre drei Kinder im öffentlichen Gesundheitssystem geboren wurden, und behaupten, dass diese Information seit Oktober 2020 nicht mehr verbreitet wurde.

Der grundlegende Einwand ist immer derselbe: Von anderen wird verlangt, was man selbst nicht erfüllt. Und das zählt in der Gesundheitspolitik mehr als jeder Bericht.

Exklusive Tätigkeit und Zuzahlungen: Die diskutierten Alternativen

Dem totalen Verbot stehen Zwischenlösungen gegenüber, die dasselbe Ziel auf anderem Weg verfolgen. Am häufigsten genannt wird das Verbot, dass Ärzte im öffentlichen Dienst zusätzlich privat arbeiten: Vollzeittätigkeit oder nichts, damit nicht auf Kosten der öffentlichen Arbeitszeit ein eigenes Geschäft aufgebaut wird. Die zweite Option sind Zuzahlungen, die von einem Teilnehmer als Mittel vorgestellt werden, um zu verhindern, dass leichte Fälle die ambulante Versorgung lahmlegen. Die dritte Option ist bereits genannt: das österreichische Modell, bei dem der Staat einen Teil zahlt.



Am Ende des Diskurses bleibt das ungelöste Problem nicht ideologisch. Es ist eine Frage des Geldes und der Kapazität. Schichten verlängern sich nicht von allein, Wartezeiten sinken nicht per Dekret, und die Grenze zwischen öffentlich und privat wird nicht durch einen Social-Media-Post festgelegt. Der in Spanien am häufigsten genannte Fall – Torrejón und der Druck, profitable Patienten zu priorisieren – deutet auf ein Managementproblem hin, nicht auf die Existenz der Privatmedizin.

Und in den Niederlanden, dem Land ohne Privatmedizin als solches, das jemand als Beispiel nennt, schlägt kein Teilnehmer vor, dieses Modell zu kopieren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (225 Antworten).

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