Montero fordert Inhaftierung der Richter Peinado und García-Castellón

Irene Montero behauptet, die Richter Peinado und García-Castellón sollten im Gefängnis sitzen. Wir analysieren den juristischen Kontext und das Präzedenzfall einer Geldstrafe...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Irene Montero: „Wenn die Justiz funktionieren würde, säßen Richter Peinado oder García-Castellón im Gefängnis“

Was passiert, wenn eine ehemalige Ministerin zwei Richter direkt des Amtsmissbrauchs beschuldigt, ohne Beweise vorzulegen? Die Aussage von Irene Montero hat die Debatte über die Grenzen politischer Kritik an der Justiz neu entfacht und einen Sturm in der öffentlichen Meinung ausgelöst. Die Abgeordnete von Podemos erklärte, dass die Richter Juan José Peinado und Manuel García-Castellón „im Gefängnis oder nicht mehr als Richter tätig“ sein sollten, wenn die Justiz tatsächlich funktioniere. Die Erklärung, die bei einer öffentlichen Veranstaltung getätigt wurde, ist kein isolierter Ausrutscher: Sie ist Teil einer Eskalation der Spannungen zwischen der linken Partei und bestimmten Sektoren der Richterschaft.

Der Kontext der Anschuldigung

Monteros Worte fallen in eine Zeit, in der mehrere gerichtliche Verfahren die Linke betreffen. Der Fall von José Luis Ábalos, einem ehemaligen sozialistischen Minister, dominiert die Schlagzeilen: Der Oberste Gerichtshof (Tribunal Supremo) hat die Fortführung des Verfahrens gebilligt, und es sind sogar Daten zu seinen Ermittlungen durchgesickert. Parallel dazu führt Richter Peinado das sogenannte „Fall Begoña Gómez“, das die Ehefrau des Präsidenten betrifft, und Richter García-Castellón leitet das Verfahren gegen die „Comunes“ von Podemos. Montero verband beide Ermittlungen mit einer angeblichen „politischen Verfolgung“ und klagte an, dass die Richter als „Hebel dienen, um Institutionen zu stürmen“.

Die Reaktion der juristischen Gemeinschaft war sofortig. Quellen beim Generalrat der Justiz (Consejo General del Poder Judicial, CGPJ) haben bereits ein Disziplinarverfahren gegen Richter Peinado wegen anderer Handlungen eingeleitet, betrachten aber die Vorwürfe von Montero als unbegründet. Zur Erinnerung: Die Abgeordnete Ione Belarra wurde 2023 bereits zu einer Zahlung von 9.000 Euro verurteilt, weil sie García-Castellón als „korrupt“ bezeichnet hatte, und der Richter selbst forderte 350.000 Euro für diese Ehrverletzung. Montero, die sich dieses Präzedenzfalls bewusst ist, steht erneut am Rande einer Klage wegen Verleumdung.

Die doppelte Messlatte der Justizkritik

Die Debatte über die Unabhängigkeit der Justiz in Spanien ist nicht neu, aber Monteros Erklärung hat die Positionen noch stärker polarisiert. Auf der einen Seite stehen jene, die argumentieren, dass die Richterschaft einen konservativen Bias trägt, der bis zum Franquismus zurückreicht, und dass Fälle wie die von Peinado – der sogar vom CGPJ infrage gestellt wird – die Notwendigkeit einer Säuberung zeigen. Auf der anderen Seite stehen jene, die der Ansicht sind, dass unbewiesene Vorwürfe des Amtsmissbrauchs die Gewaltenteilung erodieren und die Politik über das Gesetz stellen.

Die Ironie der Sache besteht darin, dass Montero, die dank der 15-M-Bewegung ins Parlament kam und demokratische Erneuerung versprach, nun eine Rhetorik nutzt, die ihre Kritiker als „chavistisch“ bezeichnen und die an Angriffe anderer lateinamerikanischer Führer auf die Justiz erinnert. Die ehemalige Ministerin, die ein Haus mit privater Sicherheit und einen Sitz im Kongress genießt, stilisiert sich als Opfer eines Systems, das ihrer Meinung nach „nicht gesäuberte Faschisten“ in der Justiz schützt.

Die rechtlichen Konsequenzen für Montero

Die Frage, die in der Luft liegt, ist, ob Irene Montero diesmal für ihre Worte bezahlen muss. Nach der Verurteilung von Belarra könnten die betroffenen Richter neue Klagen einreichen. García-Castellón hat bereits bewiesen, dass er nicht zögert, seine Ehre zu verteidigen, und auch Peinado, obwohl disziplinarisch belangt, ist nicht weniger bereit, Rechtsstreitigkeiten zu führen. Eine exemplarische Geldstrafe – Schätzungen zufolge zwischen 100.000 und 150.000 Euro – könnte die aufwieglerische Rhetorik der Ex-Kandidatin entkräften.

Währenddessen verliert Podemos weiterhin in Umfragen. Mit nur vier Sitzen im Kongress und ohne Vertretung in weiten Teilen Spaniens dümpelt die Formation vor sich hin. Monteros Erklärungen scheinen eher ein Versuch zu sein, ihre Basis zu mobilisieren – unter Rückgriff auf Victimisierung und das Narrativ „alle gegen uns“ – als eine politische Strategie mit Erfolgsaussichten. Die Zeit wird zeigen, ob die Justiz – die sie infrage stellt – schließlich an ihrer Tür klopfen wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (151 Antworten).

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