Mohammed VI: 'Ich akzeptiere weder Druck noch Erpressung'

Mohammed VI erklärt, er akzeptiere 'Druck, Erpressung oder Drohungen' nicht, während Marokko sich gegenüber Spanien als 'verantwortungsvoller Partner' präsentiert – null Rückführungen Minderjähriger

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mohammed VI: 'Ich akzeptiere weder Druck noch Erpressung'
Mohammed VI warnt: Er akzeptiere 'Druck, Erpressung oder Drohungen' nicht

Die Eröffnungsrede zur neuen Legislaturperiode in Marokko brachte keine Kriegstrommeln, aber eine Botschaft, die in Spanien mit hochgezogenen Augenbrauen aufgenommen wurde. Mohammed VI erwähnte Ceuta und Melilla mit keinem Wort und beschrieb die Beziehung zu Spanien als 'souveräne Wahl und freiwilliges Bekenntnis', mit Marokko als 'verantwortungsvollem und verlässlichem Partner'. Der Satz, der die Suchmaschinen befeuert hat, ist ein anderer: Er werde weder Druck noch Erpressung noch Drohungen akzeptieren. Parallel dazu räumte Minister Torres ein, dass kein einziger Minderjähriger zurückgeführt wurde und dass 10 Anträge auf Familienzusammenführung nach Rabat geschickt wurden.

Was Mohammed VI tatsächlich über Ceuta und Spanien sagte

Die Rede, die Infobae und El Faro de Ceuta dokumentierten, war die Eröffnung der marokkanischen Legislaturperiode. Keine einzige Erwähnung Ceutas. Keine von Melilla. Die Beziehung zu Spanien wird als 'souveräne Wahl und freiwilliges Bekenntnis' formuliert, und Marokko präsentiert sich als 'verantwortungsvoller und verlässlicher Partner'. Die verbreitetste Lesart unter Analysten: Rabat will über seine eigene Rolle verhandeln, nicht über unsere.

Der spannende Teil liegt jedoch im Migrationskapitel. Der Monarch führt die Blockade der Rückführungen Minderjähriger auf 'veraltete Rechtsvorschriften und Gerichtsentscheidungen fern jeder Realität' zurück. Übersetzt: Auf seiner Seite gibt es nichts einzuwenden, die Bremse sitzt in den spanischen Gerichten. Minister Torres bestätigte die Zahl, die jede Heldengeschichte entkräftet: null Rückführungen und zehn Anträge auf Familienzusammenführung, die bereits nach Rabat geschickt wurden.

Warum von Krieg mit Marokko die Rede ist, obwohl die Rede ihn nicht erwähnt

Hier spaltet sich die Analyse in zwei Lager. Die eine Seite behauptet, der Krieg stehe im spanischen Wahlkalender und Weihnachten würde in Ceuta oder Melilla nicht ohne Konflikt erreicht. Die andere, kühlere Sichtweise erinnert daran, dass Kriege Geld kosten und dass Spaniens BIP das marokkanische um das Zehnfache übersteigt – was Rabat in einem konventionellen Szenario keine Optionen ließe.

Das wirtschaftliche Argument hat eine eigene innere Logik: Würde jeder Zug Marokko – und damit Mohammed VI selbst – Geld kosten, würde er ihn nicht wiederholen. Das ist die These der erzwungenen Erpressung: Druck soll teuer werden. Wer dagegen auf die Handelskarte schaut, erinnert daran, dass die USA in der Region zwei Kunden haben und ein Konflikt zwischen beiden beiden schaden würde.

Die Migrationskosten und wer die Rückführungen blockiert

Der eigentliche Machtkampf ist kein militärischer, sondern ein administrativer. Die zehn Anträge auf Familienzusammenführung nach Rabat und das völlige Fehlen von Rückführungen zeichnen einen Trichter, in dem jede Seite auf die andere zeigt. Manche verweisen auf Brüssel: Die Drohungen wären wirtschaftlicher Natur und kämen aus der EU, was erklären würde, warum Marokko Rückführungen akzeptiert, die anschließend nicht umgesetzt werden.

Das Detail, das so manchen irritiert: Marokko zeigt sich kooperationsbereit, und es ist die spanische Seite, die den Kreislauf nicht schließt. Es ist das Paradox, das keine offizielle Erklärung wirklich aufklärt.

Das Hintergrundrauschen: Wahlen, CERA und Wahlkampf

Parallel zur marokkanischen Rede kocht die spanische Politik über. Vox hat vom Senat ein Gutachten der Venedig-Kommission zur Zuverlässigkeit des CERA (des Wählerverzeichnisses für im Ausland lebende Spanier) vor der Abstimmung am 29. November gefordert, mit der Begründung, das Enkel-Einbürgerungsgesetz sei mit der Anweisung von Sofía Puente aus 2022 unvereinbar. Der Wahlkampf kreuzt sich mit dem Migrationsdossier und mit gegenseitigen Vorwürfen zur Parteienfinanzierung.

Vor diesem Hintergrund lautet die Frage nicht, ob es Krieg geben wird. Sondern wie viel von Mohammed VIs Rhetorik Verhandlung ist und wie viel Warnung. Und da hat bisher niemand die Gleichung gelöst.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (46 Antworten).

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