Mit 40 in Rente in Spanien: die Zahlen, die niemand errechnen will

Wie viel brauchen Sie, um mit 40 aufzuhören zu arbeiten? Die Rechnungen reichen von 150.000 bis 500.000 Euro, doch das Arbeitslosengeld mit 55 gibt es nicht, wenn Sie keine Beiträge mehr zahlen. Die…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mit 40 in Rente in Spanien: die Zahlen, die niemand errechnen will
Mit 40 in Rente: die Zahl, die niemand errechnen will

Wie viel Geld braucht man, um mit 40 aufzuhören zu arbeiten und nicht mit 70 noch Treppen putzen zu müssen? Die Frage, 2016 in einem Forum für verantwortungsvollen Konsum gestellt, hat bis heute keine eindeutige Antwort. Ein optimistischer Ausgangsplan — abbezahltes Haus, ein 200 Quadratmeter großer Gemüsegarten, 2.000 Euro im Jahr für Annehmlichkeiten und die Hoffnung auf Sozialleistungen und eine nicht beitragsbezogene Rente — scheitert kläglich an der Realität der Zahlen. Die meistzitierten Berechnungen sprechen von 270.000 bis einer halben Million Euro. Die meisten Antworten stimmen in einem Punkt überein: Die Zahl hängt davon ab, wie sehr Sie bereit sind, den Gürtel enger zu schnallen, aber auch davon, was der Staat mit Ihnen vorhat, wenn Sie ihn nicht mehr wählen können.

Die 4-Prozent-Regel: die Rechnung, die alles verändert

Die meistgenannte Methode, um herauszufinden, wie viel man braucht, ist die sogenannte 4-Prozent-Regel. Durch die Trinity-Studie populär gemacht, besagt sie, dass man jedes Jahr 4% seiner angelegten Ersparnisse entnehmen kann, ohne das Kapital anzutasten. Übersetzt: Man muss das 25-Fache seiner Jahresausgaben sparen. Liegen Ihre Jahresausgaben bei 6.000 Euro (500 Euro im Monat), lautet die magische Zahl 150.000 Euro. Steigen sie auf 12.000 Euro pro Jahr, schießt das Ziel auf 300.000 Euro hoch.

Das Problem: Diese Regel setzt voraus, dass Ihre Ausgaben konstant bleiben. Tun sie aber nicht. Ein Teilnehmer bringt es auf den Punkt: "Würdevoll zu altern ist teuer. Und es wird noch teurer." Ab einem bestimmten Alter kann eine 24-Stunden-Pflegekraft zu Hause der Unterschied sein zwischen Leben im eigenen Haus oder Ende im Pflegeheim. Diese Ausgabe taucht in keiner optimistischen Tabelle auf.

Die Leistung, die es nicht geben wird: das Kleingedruckte der Hilfen

Der ursprüngliche Plan setzt auf das Arbeitslosengeld für Über-55-Jährige, das für Über-45-Jährige und die nicht beitragsbezogene Rente ab 65. Die häufigste Antwort ist ein Schlag ins Gesicht: Wer mit 40 aufhört, Beiträge zu zahlen, erfüllt mit 55 die Voraussetzungen nicht. Für die beitragsbezogene Rente sind 15 Beitragsjahre nötig, mindestens zwei davon innerhalb der letzten fünfzehn. Wer nicht arbeitet, zahlt keine Beiträge. Und wer keine Beiträge zahlt, bekommt nichts.

Manche halten es für die Lösung, sich ab 55 selbstständig zu machen und ohne echte Tätigkeit Beiträge zu zahlen — ein legaler Trick, mit dem sich die geforderten Jahre vervollständigen lassen. Andere bezweifeln, dass es diese Hilfen dann noch gibt: "Ganz davon ausgehend, dass diese Leistungen gestrichen werden, das System zusammenbricht oder die Regeln geändert werden, wenn man sie braucht." Für viele ist die politische Unsicherheit das größte Risiko des Plans.

Der Gemüsegarten zahlt nicht die Stromrechnung

Nahrungsmittel-Selbstversorgung ist eine Illusion. Ein 200-Quadratmeter-Garten liefert im Sommer Tomaten, nicht das ganze Jahr über Essen. "Du müsstest den Garten schon sehr gut bewirtschaften, damit er dir zu 100% die Nahrung liefert", warnt ein Beitrag. Und fügt hinzu: "Du wirst etwas mehr brauchen." Häuser haben Kosten — Grundsteuer, Wohngeld, Reparaturen — und Gärten auch: Saatgut, Wasser, Werkzeug.

Die meistgenannte Rechnung unter den Skeptikern lautet 1.000 Euro im Monat bei abbezahltem Haus, ohne Auto, ohne Frau und ohne Kinder. "Du wirst bescheiden, aber würdevoll leben", sagt ein Teilnehmer. Weniger davon, "ist ein Spiel mit dem Feuer." Die Zahl umfasst Zahnarzt, Apotheke und die eine oder andere Überraschung. Nicht enthalten sind Reisen, Annehmlichkeiten oder das Pflegeheim, von dem vorher die Rede war.

Der echte Fall: mit 40 und 200.000 Euro in Rente

Einer der meistzitierten Beiträge stammt von jemandem, der angibt, seit seinem 40. Lebensjahr im Ruhestand zu sein. Sein Plan: eine Gewerbefläche, in der er wohnt, und 200.000 Euro Ersparnis. Mit 53 will er sich für zwei Jahre selbstständig machen, um die 15 Beitragsjahre samt zwei innerhalb der letzten fünfzehn zu vervollständigen. Falls es die Mindestbeitragsrente nicht gibt, scherzt er damit, "die letzten Jahre im Gefängnis zu verbringen". Sein Fall löste eine Paralleldebatte über Gesundheitswesen, Einwanderung und öffentliche Ausgaben aus, die vom ursprünglichen Thema wegführt — aber eines zeigt sie: Der Plan ist möglich, erfordert aber eiserne Disziplin und eine Verzichtsbereitschaft, die nur wenige aufbringen wollen.



Am Ende liegt die Antwort auf die Ausgangsfrage nicht in einer Zauberformel. Sie liegt darin, wie viel Sie auszugeben bereit sind, wie viel Risiko Sie eingehen wollen und wie sehr Sie darauf vertrauen, dass der Staat weiter die Rechnungen zahlt, wenn Sie ihn nicht mehr wählen können. Angesichts dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass jemand mit 40 in Rente gehen will. Verwunderlich ist, dass es jemand ohne Erbschaft schafft.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (26 Antworten).

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