Milá beschimpft Cortés als Tier, setzt Hermoso mit Agustina gleich
Während der Premiere von TVEs Sendung *El mejor de la historia* am 16. Februar 2024 nannte Mercedes Milá den Eroberer Hernán Cortés ein «Tier» und erklärte die Fußballspielerin Jenni Hermoso zur Heldin des 21. Jahrhunderts. Die Journalistin, Teil der Liste der 50 Kandidaten, griff den aus Extremadura stammenden Konquistador direkt zu Beginn der Show an. «Er war ein beeindruckender Mörder. Wie soll er ein Held sein? Bösewicht, bösewicht, sehr böse», urteilte sie. Die Sendung sucht die wichtigste historische Figur Spaniens aus einer Auswahl von 50 Namen, unterteilt in fünf Gruppen zu je zehn, basierend auf einer Umfrage unter 2.500 Personen über eine vorab erstellte Liste von 150 Namen durch ein nicht identifiziertes Expertengremium.
Die Kandidatenauswahl offenbarte bereits unbequeme Daten: Nur 10 Frauen stehen 40 Männern gegenüber, und Regionen wie Valencia sind nicht vertreten. Die erste Gruppe umfasste Agustina de Aragón, Andrés Iniesta, Emilio Aragón, Federico García Lorca, Fernando Alonso, Francisco de Goya, Hernán Cortés, Ferran Adrià, Lola Flores und Rosalía de Castro. Der Sieger des Abends erhielt 62 % der Stimmen: Lorca zieht ins Finale ein.
Jenni Hermoso als neue Agustina de Aragón
Als Agustina de Aragón den achten Platz belegte, fragte Moderatorin Silvia Intxaurrondo nach ihrem heutigen Pendant. Milá zögerte nicht: «Die heutige Agustina ist Jenni Hermoso.» Das Studiopublikum reagierte kalt, was die Journalistin wenige Minuten später kritisierte: «Als ich Jenni Hermoso sagte, seid ihr völlig still geworden. Ich verstehe das nicht.» Santiago Segura konterte ironisch: «Der Regisseur hat vergessen, Applaus anzufordern.»
Der Vergleich zwischen der Fußballerin und der Heldin der Belagerung von Saragossa ist nicht zufällig. Agustina de Aragón wurde berühmt, weil sie eine Kanone gegen napoleonische Truppen abfeuerte. Laut Milás Erzählung wurde Jenni Hermoso zum Symbol eines anderen Kampfes: dem für Zustimmung und dem Skandal um den nicht einvernehmlichen Kuss von Luis Rubiales nach der WM 2023. Die Parallele vermischt jedoch zwei Jahrhunderte, zwei Kriege und zwei Arten von Heldenmut, die wenig gemeinsam haben.
Hernán Cortés, zwischen militärischem Genie und Schurke
Der härteste Zusammenstoß des Abends war der zwischen Milá und José Manuel García-Margallo. Der ehemalige Minister verteidigte Cortés als «militärisches Genie», das in der Lage war, das Aztekenreich mit 7,5 Millionen Einwohnern zu besiegen. «Man kann das 16. Jahrhundert nicht wie das 20. beurteilen», argumentierte er. Milá antwortete, dass Cortés ein «Tier» sei und alle Eroberer gleich waren: «Zum Töten, zum Töten, zum Töten. Seht euch an, was die Azteken waren, was die Maya waren... Sie alle auslöschen.»
Margallo beharrte darauf, dass es eine Schwarze Legende über Cortés gebe, und betonte, dass er Mexiko gegründet habe. «Wenn wir mit den Augen des 21. Jahrhunderts urteilen, war er ein Bestie», mischte sich Santiago Segura ein und versuchte erfolglos, Frieden zu stiften. Als Luz Sánchez Mellado fragte, ob Spanien sich für Cortés' Taten entschuldigt habe, war Margallo kategorisch: «López Obrador soll sich entschuldigen.» Der Ex-Minister ging sogar so weit zu sagen, wenn Cortés Franzose gewesen wäre, hätte er auf der Liste ganz oben gestanden.
Der Geist Francos und fehlende Parität
Die Sendung zeigte ein Video, in dem Studenten nach den 50 Ausgewählten gefragt wurden. Ein junger Mann vermisste Francisco Franco. Milá wies den jungen Mann mit Verachtung ab: «Den mit seinem Aussehen? Mit dieser Frisur, die er trug?» Intxaurrondo enthüllte, dass 1.189 Personen auf der Website der Sendung angegeben hatten, dass Franco fehle. «Sie sollen ihn mit ihrer eigenen Butter essen», schloss Milá scharf.
Die Liste der 50 weist eine offensichtliche Verzerrung auf: 40 Männer und 10 Frauen. Valencia ist eine der Regionen ohne Vertretung. Das Expertengremium, das die Vorauswahl der 150 traf, wurde während der Sendung nie genannt. Parität war somit kein Kriterium. Auch die regionale Vielfalt nicht.
Emilio Aragón, Opus Dei und seine Mutter
Emilio Aragón landete auf dem zehnten Platz. In einem Video erklärte er, die wichtigste Person in seiner Geschichte sei seine Mutter Rita. Milá platzte heraus: «Ist dieser Typ vom Opus Dei?» Margallo fragte, ob das Einfluss auf das Ranking habe. Segura antwortete: «Ich bin nicht vom Opus Dei und ich versichere dir, dass die wichtigste Person der Welt meine Mutter ist.» Die Entgleisung blieb eine der Anekdoten des Abends.
Ferran Adrià wurde Neunter, Agustina de Aragón Achte, Lola Flores Siebte, Rosalía de Castro Sechste, Hernán Cortés Fünfter, Iniesta Vierter und Fernando Alonso Dritter. Das Finale zwischen Goya und Lorca entschied der Dichter mit 62 % für sich. Margallo erinnerte daran, dass Lorca laut seinem Biographen Ian Gibson ein «widersprüchlicher Mann» war, der in seinen letzten Jahren eine Militärdiktatur herbeiwünschte. Weder Milá noch Intxaurrondo widersprachen diesem Fakt.
Was verfolgt TVE mit dieser Sendung?
TVE versucht, am Freitagabend Zuschauerzahlen zu generieren, indem es Geschichte, Spektakel und Kontroversen mischt. Die Wahl der 50 Kandidaten, darunter nur 10 Frauen, lässt bereits erahnen, welche Art von Debatte entsteht. Die Sendung lief live, wechselte aber für das Video der Studenten auf Aufzeichnung. Das Publikum wird den wichtigsten historischen Spaniers unter den fünf Finalisten bestimmen.
Das Ergebnis der ersten Nacht liefert klare Daten: Lorca fegte mit 62 % über Goya hinweg. Es bleiben vier weitere Finalisten in zukünftigen Sendungen zu wählen. Und danach wird nur einer der fünf vom Publikum gekürt. Die Frage ist, ob das Format den Verschleiß der Kontroversen aushält oder ob diese im Gegenteil zum Hauptanziehungspunkt werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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