Migrationsdruck in Melilla bedroht Spaniens Wirtschaft und Schengen

Der Migrationsdruck in Melilla gefährdet den lokalen Handel, Investitionen und Spaniens Verbleib im Schengen-Raum. Die Mit-Ausrichtung der WM 2030 verschärft den Druck zusätzlich.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Migrationsdruck in Melilla: eine wirtschaftliche Kostenrechnung, die niemand führt

Melilla steht wieder im Fokus. Die Bilder von Migranten, die über den Grenzzaun klettern – manche sprechen von einer „Invasion" – haben nicht nur einen menschlichen und politischen Preis. Die wirtschaftlichen Folgen, von der Sicherheit bis zu den Beziehungen zu Marokko und zum Verbleib im Schengen-Raum, bereiten inzwischen auch in Wirtschaftskreisen Sorgen.

Die autonome Stadt, ein wichtiger Handelsplatz und Tor nach Europa, erlebt jedes Mal, wenn die Grenzspannung eskaliert, wie ihre Wirtschaft – Handel, Tourismus, Dienstleistungen – leidet. Die jüngste Zuspitzung, bei der Verbände eine „Phase II" des Migrationsplans anprangern, fällt mit der Endphase der Bewerbung Spaniens, Portugals und Marokkos für die WM 2030 zusammen. Ein Zufall, den manche Analysten nicht für zufällig halten.

Das Kräftemessen mit Marokko und das Schengen-Risiko

Das Management der Südgrenze hat dazu geführt, dass andere europäische Partner die Zuverlässigkeit Spaniens bei der Migrationskontrolle zunehmend infrage stellen. Manche meinen, wenn die Überwachung in Melilla nicht verstärkt wird, könnten die übrigen Länder auf eine vorübergehende Aussetzung von Schengen für Flüge auf die Halbinsel drängen. Das wäre ein direkter Schlag gegen Tourismus und Handel, zwei Motoren der spanischen Wirtschaft.

Das immer wiederkehrende Argument lautet, Marokko nutze den Migrationsdruck als Verhandlungsmittel. Und Spanien, gebunden durch seine Energieabhängigkeit und die Notwendigkeit der Antiterrorkooperation, habe kaum Spielraum für eine harte Antwort.

Die WM 2030 als Hintergrund

Die Mit-Ausrichtung der WM mit Marokko bringt eine zusätzliche Ebene der Komplexität. Die Investitionen, die zur Anpassung der Infrastruktur nötig wären – auch in Melilla, das zwar kein Austragungsort ist –, erscheinen ungewiss, solange die Instabilität anhält. Das Gefühl unsicherer Grenzen kann Investoren abschrecken und den erwarteten wirtschaftlichen Nutzen des Ereignisses schmälern.

Es gibt keine offiziellen Zahlen darüber, was jeder einzelne dieser Vorfälle Melilla kostet, aber der lokale Handel verzeichnet jedes Mal Verluste, wenn der Grenzübergang Beni Enzar geschlossen wird. Und die Rechnung für den Polizei- und Militäreinsatz, so detailliert sie auch nie ausgewiesen wird, zahlen alle Steuerzahler.

Die Frage, die in der Luft liegt: Stehen wir hier nicht vor einer Krise des Wirtschaftsmodells statt vor einem Problem der öffentlichen Ordnung? Und wäre eine Schließung der Grenze – wie ein Teil der Analysten fordert – am Ende weniger kostspielig, als die Fiktion einer durchlässigen Grenze aufrechtzuerhalten?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (36 Antworten).

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