Sánchez überweist Marokko über 200 Millionen, weitere 800 versprochen

Nach Medienberichten hat Spanien an Marokko bereits über 200 Millionen Euro gezahlt, weitere 800 sind zugesagt: Die Regierung finanziert Wasserumleitungen und Militärmaterial in Rabat.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sánchez überweist Marokko über 200 Millionen, weitere 800 versprochen

Warum finanziert die spanische Regierung Wasserumleitungen, Entsalzungsanlagen und Grenzkontrollmaterial in Marokko, während sie gleichwertige Projekte für spanische Bewässerungsbauern ablehnt? Die sich im öffentlichen Diskurs häufenden Daten zeichnen eine schwer zu rechtfertigende Asymmetrie: über 200 Millionen Euro sind bereits nach Rabat geflossen, weitere 800 Millionen sind zugesagt, so die veröffentlichten Berichte. Die Frage ist nicht rhetorisch gemeint. Sie stellen sich die Bewässerungsbauern am Tajo-Segura, die Bewohner von Ceuta, die sehen, wie Gelder in andere Haushaltsposten umgeleitet werden, und jeder, der die Prioritäten der Regierung vergleicht.

Direkthilfen, Fahrzeuge und Munition für die Grenzkontrolle

Das Hilfspaket ist kein einheitlicher Topf. Es umfasst 134 Millionen an Direkthilfen und Fahrzeugen für die Einwanderungskontrolle, 45 Millionen für Militärmaterial zur Grenzkooperation und über 8 Millionen für Munition, Raketenwerfer und gepanzerte Fahrzeuge – in einem einzigen Jahr. Die Gesamtsumme übersteigt 200 Millionen. Manche sehen in diesem Geldfluss eine Strategie zur Eindämmung der Migration; dagegen spricht der Einwand, dass dasselbe Material laut kursierenden Berichten dazu verwendet wurde, Migranten bis zur Grenze von Ceuta zu transportieren.

Die Paradoxie verschärft sich im Vergleich zur Innenpolitik. Die Regierung lehnte es ab, ein Projekt für Bewässerungsbauern in Alicante zu finanzieren, genehmigte aber Entsalzungsanlagen in Marokko. Die Bewässerungsbauern am Tajo-Segura haben ihre Ablehnung geäußert, dass im Nachbarland Wasserumleitungen finanziert werden, während die spanische Umleitung abgeschafft werden soll. Die Asymmetrie ist keine Verwaltungsangelegenheit: Es ist eine politische Entscheidung mit wirtschaftlichen Folgen für den Agrarsektor des spanischen Südostens.

Der Zeitplan der Zusagen: von 2021 bis zum Versprechen von 800 Millionen

Die Gelder kamen nicht auf einen Schlag. Rabat erhielt 60 Millionen vom Innenministerium zwischen 2021 und 2022 über Zuschüsse an ausländische Unternehmen und Organisationen. Im März überwies die Regierung 340 Millionen für Wasserbauvorhaben – damit hätten bis zu sieben Löschflugzeuge gekauft werden können. Und schon Monate vor der Ceuta-Krise waren Gelder für Wasserumleitungen und Züge in Marokko zugesagt. Die zeitliche Abfolge ist wichtig: Die Zusagen gingen den Ereignissen voraus.

Die Regierung hat zudem jede Sanktion gegen Marokko nach der Migrationskrise von Ceuta ausgeschlossen, ohne Kurswechsel beim Westsahara-Konflikt und ohne energische Maßnahmen. Derweil hat die PSOE (Spaniens sozialistische Partei) in Brüssel eine Formel vorangetrieben, die Marokko den Zugang zu industriellen Hilfen wie dem Rest der EU ermöglichen soll. Die Kombination aus direkter Finanzierung, Zugang zu europäischen Geldern und ausbleibenden Konsequenzen ergibt ein Verhältnis, das manche als Nachgiebigkeit und andere als diplomatischen Realismus bezeichnen.

Wohin die Gelder fließen: unbegleitete Minderjährige, Waldbrände und umstrittene Prioritäten

In Ceuta hat die Empörung einen konkreten Namen: 25 Millionen für unbegleitete Minderjährige, während die Kinder mit besonderen Bedürfnissen in der Stadt warten. Die immer wieder gestellte Frage lautet, warum die Gelder nicht in die örtlichen öffentlichen Dienste umgeleitet werden. Eine offizielle Antwort, so klar wie von den Betroffenen gefordert, ist ausgeblieben.

Das Thema Waldbrände fügt eine weitere Ebene hinzu. Gewerkschaften haben Kürzungen bei der Brandbekämpfung angeprangert, die ihrer Ansicht nach Tote und tausende zerstörte Hektar verursachen können. Der Vergleich mit den 340 Millionen, die für Wasserbauvorhaben nach Marokko flossen, liegt nahe: Mit dem Geld hätten bis zu sieben Löschflugzeuge angeschafft werden können. Die Notfallbewältigung wird so zum Spiegel der Haushaltsprioritäten.



Die Eingangsfrage bleibt ohne offizielle Antwort. Derweil häufen sich die Zusagen – und die Kritik. Wenn die Diplomatie Gesten verlangt, sollte jemand erklären, warum die Gesten immer aus derselben Tasche kommen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (35 Antworten).

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