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Mietergewerkschaft mit Ultimatum: unbefristete Mietverträge oder Dauercamp in Madrid
Die Mietergewerkschaft (Sindicato de Inquilinos) bleibt im Sol-Park, bis Sánchez unbefristete Mietverträge durchsetzt; Kritiker warnen, dass dann niemand mehr vermieten will.
Sindicato de Inquilinos: unbefristete Verträge, sonst bleiben wir im Sol
Was passiert, wenn ein Eigentümer seine Wohnung nie zurückbekommen kann? Die Mietergewerkschaft Sindicato de Inquilinos glaubt, es zu wissen: Genau das fordere sie. Die Organisation hält ihre Zeltaktion an der Puerta del Sol in Madrid auf und macht ihren Abzug davon abhängig, dass die Regierung von Pedro Sánchez unbefristete Verträge für Wohnraumvermietung vorschreibt. «Unbefristete Verträge, klarer können wir es nicht sagen. Damit man uns nicht rauswerfen kann», fasste die Sprecherin Alicia del Río zusammen. Ihre Kollegin Valeria Racu forderte zudem in einer Erklärung gegenüber Televisión Española, das Gesetzgebungsdekret solle Zwangsräumungen ohne alternative Unterkunft beenden.
Von da an die unbequeme Frage: Wer vermietet unter diesen Bedingungen noch eine Wohnung? Gegner der Maßnahme halten ihr vor, genau das Gegenteil des Ankündigten zu bewirken.
Rechtssicherheit und der kleine Vermieter
Der Kern des Konflikts ist die Rechtssicherheit. Das meistgebrachte Argument richtet sich nicht gegen große Fonds oder börsennotierte Wohnungsunternehmen (socimis), sondern gegen die Person mit ein oder zwei Wohnungen, die bisher vermietet war und sie zunehmend als Problem betrachtet. Ohne Garantie, die Immobilie zurückzubekommen, verkauft, schließt oder umnutzt dieser Vermieter. Der Vorschlag des Camps würde in dieser Logik keinen bezahlbaren Wohnraum schaffen, sondern vom Markt verschwinden lassen.
Ein Forumsnutzer schildert einen Vorfall, der nach seiner Darstellung das Klima trifft. Unter den Bewerbern um eine Mietwohnung im Madrider Viertel Las Águilas war eine junge Journalistin. Die Eigentümer — Verwandte eines Arbeitskollegen — prüften ihre Social-Media-Profile und stießen auf Beiträge, die dazu aufriefen, dem Vermieter förmliche Aufforderungen zu schicken, um jede Mieterhöhung zu blockieren. Die Wohnung ging an ein anderes Paar. Ihre Posts waren in der Praxis ihr Empfehlungsschreiben.
Ferienmietung, Okkupation und die Verschiebung des Angebots
Die andere Hälfte der Diagnose zielt auf spekulative Nutzung. Manche halten dagegen, dass das Angebot nicht wie von Zauberhand verschwunden ist: Es habe sich in Ferienmietung oder befristete Vermietung verschoben oder bleibe schlicht leer, weil Vermietung nach Tagen oder Zimmern deutlich höhere Erträge bringe als der Wohnraummarkt. Die Okkupation, fügt derselbe Teil der Debatte hinzu, sei quantitativ marginal und werde alarmistisch bemüht, um jede Regulierung zu verhindern.
Der Konflikt verästelt sich im Stadtplan. Die einen sagen, Ferienwohnungen seien Miniapartments im Zentrum, kaum dauerhaft bewohnbar; andere erwidern, diese Tausenden Wohnungen verdrängten Nachfrage in die angrenzenden Viertel und den Stadtrand, sodass der Druck sich über die ganze Stadt hochschaukele. In der Diagnose gibt keiner nach.
Wohnungsbau: vom Grundstück bis zum Ziegel dauert es Jahre
In einem Punkt sind sich fast alle Stimmen einig: Es fehlt an Wohnraum. Das Problem ist der Zeitplan. Ein Debattenteilnehmer rechnet vor, dass Erschließung von Bauland und Wohnungsbau Jahre investierter Mittel ohne Rendite erfordern, und dass es kaum Bauträger gibt, die über ein Jahrzehnt Kapital binden wollen. Wer erwartet, dass das private Angebot die Schieflage kurzfristig korrigiert, wartet vergeblich. Die Kritik am Sindicato de Inquilinos streitet nicht das Ziel ab, sondern das Mittel.
Das Camp bleibt im Sol, bis jemand nachgibt. Möglicherweise ist bis dahin die geforderte Wohnung längst zur Ferienwohnung umgebaut. Markt eben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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