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Mieten fressen Löhne: Hälfte der Mieter in extremer Armut
In Spanien rutscht die Hälfte der Mieter nach Zahlung der Miete in extreme Armut. Daten, Fälle und politische Debatte über Wohnraum.
Mieten fressen Löhne: Hälfte der Mieter in extremer Armut
María ist 38 Jahre alt und hat gerade ihre Wohnung in Santa Cruz de Tenerife verlassen, in der sie fünf Jahre lebte. Ihr Vermieter erhöhte die monatliche Miete von 640 auf 800 Euro. Auch die neue Unterkunft zwingt sie, mehr als die Hälfte ihres Gehalts für die Miete auszugeben. Ihr Fall ist keine Ausnahme: Laut den von Cadena SER ausgewerteten Daten rutscht die Hälfte der Mieter in Spanien nach Zahlung der Miete in extreme Armut. Die öffentliche Diskussion über Wohnraum ist zu einem Minenfeld geworden, auf dem jeder seine eigene Erklärung liefert: Manche geben der Regierung die Schuld, andere dem Markt, wieder andere der Immigration – und kaum jemand kann sich auf konkrete Lösungen einigen.
Was die Daten zur Mietentwicklung in Spanien zeigen
Die Zahlen sind eindeutig. Dass die Hälfte der Mieter nach Abzug der Miete in extremer Armut lebt, ist kein Wahlkampf-Slogan, sondern das Ergebnis jahrelanger Preiserhöhungen, die den Zugang zu Wohnraum zum größten wirtschaftlichen Problem für einen großen Teil der Bevölkerung gemacht haben. Marías Fall mit einer Erhöhung um 160 Euro bei einer einzigen Vertragsverlängerung illustriert den Mechanismus: Der Markt zieht an, die Löhne steigen nicht im gleichen Maß, und der Mieter steht vor der Wahl zwischen Zahlungsverpflichtung und Auszug.
Manche argumentieren, dass das Problem nicht neu sei. „Das Thema Wohnraum besteht seit 20 Jahren, aber erst jetzt stecken wir in einer Sackgasse“, fasst einer der am besten bewerteten Kommentare zusammen. Andere gehen noch weiter zurück: Im Jahr 2004 war ein Hauskauf in Madrid noch zu vernünftigen Preisen möglich; die Blase entstand 2006-2007 und platzte 2008. Seitdem wurde weder der Markt reguliert noch genug gebaut, um die Nachfrage zu decken.
Wer trägt die Schuld: Regierung, Markt oder Immigration?
Die Zuweisung der Verantwortung ist das zentrale Schlachtfeld. Ein großer Teil der öffentlichen Debatte richtet sich direkt gegen die Exekutive: Wenn ein Problem bei Amtsantritt nicht existierte und sieben Jahre später eskaliert ist, liegt der Schluss nahe, dass das Management versagt hat. „Pedro Sánchez zerstört Spanien: 50% der Mieter in extremer Armut dank seines Nicht-Handelns“, heißt es sogar. Die Kritik macht keinen Unterschied zwischen den Parteien: Manche erinnern daran, dass sowohl PP als auch PSOE nach dem Platzen der Immobilienblase 2008 Banken retteten, die Sareb (Bad Bank) gründeten und den Staat verschuldeten, ohne gesetzliche Beschränkungen für Neubauten anzutasten. Das Ergebnis ist der aktuelle aufgeblähte und unzugängliche Immobilienmarkt.
Ein anderer Teil der Analyse fokussiert auf die Demografie. Es wird argumentiert, dass täglich mehr Menschen in Spanien leben, mehr Singles und Geschiedene, die jeweils eine eigene Wohnung benötigen, sowie Touristen und eine alternde Bevölkerung, die oft zwei oder drei Immobilien pro Kopf besitzt. Der Druck auf den Bestand ist enorm. In diesem Kontext weisen einige darauf hin, dass Immigration die Nachfrage steigert, während die Arbeitskraft nicht im gleichen Maße wächst, und dass jede Erwähnung dieses Themas sofort als Hetze oder rechtsensrecht abgetan wird. Die Diskussion wird dadurch nur vergiftet.
Der Mieter, der nicht zahlt: Strategie oder Verurteilung?
Unter den härtesten Berichten taucht die Versuchung der Selbstjustiz auf. Ein Teilnehmer beschreibt den Fall einer Mieterin, die acht Jahre lang pünktlich zahlte, ihren Job während der Pandemie verlor, eine Mietsenkung beantragte und, als der Vermieter dies ablehnte, einfach aufhörte zu zahlen. Der Eigentümer brauchte drei Jahre, um die Wohnung zurückzuerhalten, und erhielt die ausstehenden 40.000 Euro nie. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist so simpel wie explosiv: Wenn der Vermieter die Miete auf wilden Marktpreis erhöhen will, könnte das Verweigern des Auszugs und das Einstellen der Zahlungen die einzige Antwort sein. Dies ist kein politisches Konzept, zeigt aber gut die Verzweiflung.
Dagegen warnen andere davor, dass man das Problem nicht löst, indem man die Regeln bricht. Okupation – je nach Begriffswahl „Okupación“ oder „Inquokupación“ – verursacht Kollateralschäden, die kleine Eigentümer treffen, nicht nur Investitionsfonds. Währenddessen machen Großbesitzer weiter: Der Oberste Gerichtshof hat erstmals das Vorkaufsrecht für Wohnungen anerkannt, die die Stadtverwaltung Madrid 2013 an den Fonds Fidere (eine Tochtergesellschaft von Blackstone) zum damaligen Kaufpreis verkauft hatte. Das Urteil, gegen das Berufung eingelegt wurde, eröffnet einen Weg zur Rückgewinnung privatisierten öffentlichen Wohnraums.
Warum ist Wohnraum zum Hauptproblem geworden?
Weil er gleichzeitig Geldbeutel, Lebensplanung und Politik betrifft. Vor 20 oder 30 Jahren bestand der Lebensplan junger Menschen darin, einen Partner zu finden, eine Wohnung zu kaufen und eine Familie zu gründen. Heute ist der gemeinsame Kauf ein finanzieller Selbstmord, und die Miete frisst mehr als die Hälfte des Gehalts. „Weder Miete noch Kauf, nichts mehr – also keine Lebensperspektive“, lautet einer der meistgelesenen Kommentare. Die Folge, so heißt es, werde sozialer Konflikt sein.
Die Diagnose wird durch jahrelang eingefrorene Löhne, eine reale Inflation, die jede nominale Erhöhung auffrisst, und eine steuerliche Belastung ohne Gnade ergänzt. Das Ergebnis ist ein Land, in dem Anstrengung keinen Zugang zu Grundbedürfnissen garantiert. In diesem Nährboden reichen die vorgeschlagenen Lösungen vom Rücktritt bis zum Warten darauf, dass die europäische Schuldenkrise den Hahn zudreht und das Problem mangels Ressourcen ungelöst lässt. Keine der beiden Optionen scheint ein Ausweg.
Das beunruhigende Datum ist nicht die Erhöhung von 640 auf 800 Euro. Es ist die Tatsache, dass mit diesen Zahlen das Weiterwohnen in der eigenen Wohnung zu einem Privileg geworden ist, das sich nicht alle leisten können.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Pablo Fernández, ein führendes Mitglied von Podemos, lebt in einer über eine Million Euro teuren Wohnung in einem gehobenen Madrider Viertel, was Debatten auslöst.
Ein Journalist behauptet, Marokko habe Gespräche von Begoña Gómez mit spanischen Ministerien. Keine Seite bestätigt dies, es gibt keine veröffentlichte Aufnahme.
In Spanien fielen die Hypothekenabschlüsse im ersten Halbjahr um 14%, während das ausstehende Volumen unter 500 Milliarden Euro sank und der Euribor bei 4% liegt.