Miami nach Santander: Rückkehr wegen Klima und Essen

Eine US-Amerikanerin verkauft ihr Haus in Miami, kauft eines in Santander und kehrt nach zwei Jahren zurück. Gründe: Wetter, Essenszeiten und Küche.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Miami nach Santander: Rückkehr wegen Klima und Essen
Miami nach Santander: Das Klima, das Essen und die Zeiten, die sie vertrieben

Eine kubano-amerikanische Frau überzeugte ihren Mann, ihr Haus in Florida zu verkaufen, ein neues in Santander zu kaufen und 2021 mit einem nicht-erwerbstätigen Visum (Visado no lucrativo) umzuziehen. Zwei Jahre später verkaufte das Paar die Immobilie in Kantabrien und kehrte nach Miami zurück. Der Grund war nicht finanziell: Laut ihrer eigenen Erzählung ertrug sie die langen, grauen Winter im Norden, die Essenszeiten und eine Gastronomie nicht, die sie als „frittiert, fettig und ungesund“ beschreibt.

Der Fall, der von CNN Travel verbreitet wurde, hat eine wiederkehrende Diskussion neu entfacht: Was erwartet ein Ausländer wirklich, wenn er einen Sommerurlaub mit einem Lebensprojekt verwechselt?

Das Klima in Kantabrien außerhalb der Saison

Der erste Schock war meteorologischer Natur. Die Protagonistin hatte mehrere Sommer in der kantabrischen Region verbracht und war vom Umfeld begeistert gewesen. Sie hatte jedoch nicht mit den langen, kalten Wintern gerechnet, die von vielen grauen Tagen und eisigen Winden geprägt sind. In ihrem Bericht beschwert sie sich darüber, ohne Klimaanlage leben zu müssen und die Fenster offen lassen zu können.

Manche argumentieren, dass diese Beschwerde auf einen grundlegenden Fehler hindeutet: Das Klima jeder Stadt ist nur einen Klick entfernt, mit monatlichen Durchschnittstemperaturen. Santander ist zudem eine der spanischen Städte mit der geringsten thermischen Variation zwischen Sommer und Winter und weniger Luftfeuchtigkeit als Miami. Das Problem sei, so wird angemerkt, nicht die Hitze, sondern die Heizung.

Die Idee, in den Süden zu ziehen, um ein wärmeres Klima zu finden, schreckte sie laut eigener Aussage ab, aus Angst, ihre Wohnung in Santander möglichen Besetzern (Okupas) zu überlassen. Dieses Detail spiegelt eher als das Thermometer das Niveau der Informationen wider, mit denen die Entscheidung getroffen wurde.

„Spanisches Essen ist frittiert, fettig und ungesund“

Die gastronomische Anschuldigung hat am meisten empört. Sie behauptet, alles werde mit Pommes frites und Meeresfrüchten serviert, und sie habe es schließlich satt gehabt. Das Gegenargument kommt sofort: In Kantabrien gibt es viele Eintöpfe, Pote-Gerichte und gekochten weißen Fisch; Meeresfrüchte werden gekocht, nicht frittiert, und Salate stehen auf jeder Speisekarte. Wenn alles, was sie fand, Frittierware war, lag das Problem nicht am Angebot.

Der Vergleich mit ihrem Herkunftsland unterstützt ihre These ebenfalls nicht. Miami ist keineswegs ein Heiligtum der mediterranen Diät, und das spanische Tagesmenü zum Schnäppchenpreis hat kein Äquivalent in Florida. Die Beschwerde scheint eher ein Problem der Erwartungen und der Restaurantwahl zu sein als eine gastronomische Diagnose.

Zeiten, Steuern und die Kleingedrucktes beim Umzug

Der zweite große Reibungspunkt waren die Öffnungszeiten. Dass Geschäfte während der Siesta schließen und erst um acht oder neun Uhr abends wieder öffnen, war für sie unverständlich. Sie räumt ein, dass Lebensmittel billiger sind als in ihrem Land, hält aber die Dienstleistungskosten für ebenso hoch und beschwert sich über die Steuern. Auch der Immobilienpreis erschien ihr nicht attraktiv, obwohl sie anerkennt, dass er in den Außenbezirken sinkt.

Die dritte Front war sozial. Sie beschreibt die spanische Kultur als „verschlossen“, behauptet, es sei schwierig, Freunde zu finden, und niemand lade sie leichtfertig auf ein Glas nach Hause ein, wie sie es gewohnt war. Dies ist eine Einschätzung, die auch Langzeitexpats teilen: Lokale Kreise sind geschlossen und Freundschaften entwickeln sich langsam.

Der Fehler, Urlaub mit einem Lebensprojekt zu verwechseln

Der Fall illustriert ein bekanntes Muster: Die Erwartung, dass sich das Aufnahmeland an den Neuankömmling anpasst und nicht umgekehrt. Die Protagonistin kommt zu dem Schluss, dass sie sich vor dem Umzug betrogen fühlt und die „altmodischen“ Sitten des Landes nicht kannte. Die Frage ist, wer sie betrogen hat: Die Informationen waren vor dem Verkauf des Hauses verfügbar.

Die Anekdote hat ihren Charme. Jeder, der jemals im Norden Spaniens Urlaub gemacht hat, weiß, dass Juli nicht wie Februar aussieht. Und jeder, der versucht hat, um vier Uhr nachmittags ein vollständiges Menü in einer spanischen Stadt zu essen, weiß, dass die Küche geschlossen ist. Es braucht keinen Masterabschluss in Soziologie, um dies vorherzusehen.

Wie viele von denen, die davon träumen, ins Ausland zu ziehen, haben mehr als nur die Sommerfotos betrachtet?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (184 Antworten).

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