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Mercheros: Genetik entkräftet Yenische-Herkunftstheorie
Eine genetische Studie zeigt, dass die spanischen Mercheros kaum mehr Roma-DNA haben als der Rest der Bevölkerung.
Mercheros: Das Rätsel eines Nomadenvolks ohne klaren Ursprung
Die Mercheros bewegen sich seit Jahrhunderten am Rande der spanischen Geschichte. Ihr Ursprung ist bis heute ungeklärt: Manche sehen sie als verwandt mit den Roma an, andere betrachten sie einfach als sesshafte Spanier mit nomadischem Lebensstil, und wieder andere vermuten eine Abstammung von mitteleuropäischen Nomaden, die Ende des 14. Jahrhunderts einwanderten. Die Genetik hat jedoch einen unbequemen Befund geliefert.
Die Theorie der Jenischen
Eine besonders unter den Mercheros selbst populäre Strömung verbindet sie mit den Jenischen, Gruppen von Klempnern und Kesselflickern aus Deutschland, der Schweiz und Mitteleuropa. Diese seien Ende des 14. Jahrhunderts durch Hungersnöte nach Spanien getrieben worden. Der Begriff „merchero“ leite sich vom jiddischen Wort „merchern“ ab, das Gewinnstreben oder Handel bedeutet. Diese These ist reizvoll, steht aber im Widerspruch zu einer prosaischeren Erklärung: „Mercar“ ist ein altes kastilisches Verb für Einkaufen, und die Markt- und Messekultur in Spanien ist historisch tief verwurzelt.
Was die DNA verrät
Eine in PMC veröffentlichte genetische Studie kommt zu dem Schluss, dass sich die Mercheros genetisch nicht vom übrigen Teil der spanischen Bevölkerung unterscheiden, abgesehen von einem leicht erhöhten Anteil an Roma-DNA. Dies macht sie zum iberischen Äquivalent der Irish Travellers: eine Gruppe mit einer eigenen Lebensweise, aber ohne ethnisch differenzierte Herkunft. Auch die Hypothese, sie stammten von vertriebenen Morisken ab, wird diskutiert, findet aber keine genetische Bestätigung.
Hier liegt der Knackpunkt: Wenn die DNA keinen Unterschied macht, was definiert dann die Mercheros? Die Antwort liegt wahrscheinlich nicht in den Genen, sondern in der Sozialgeschichte: Arme Bauern, Landstreicher, Ex-Sträflinge, Waisen und Deserteure bildeten zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert Clans mit einem wandernden Lebensstil. Der Ursprung ist, wie so oft, eher soziologisch als biologisch.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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