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Mercadona zahlt 1 Milliarde Euro an Mitarbeiter
Mercadona verteilt 1 Milliarde Euro unter 112.000 Beschäftigten, rund 9.000 pro Kopf. Das Modell birgt steuerliche und politische Implikationen.
Mercadona verteilt 1 Milliarde: fast 9.000 Euro pro Mitarbeiter
Mercadona hat 1 Milliarde Euro bereitgestellt, um sie unter seinen 112.000 Mitarbeitern zu verteilen. Die schnelle Division ergibt knapp 9.000 Euro pro Kopf, woraufhin jeder seine eigene Rechnung aufmacht. Denn die Ankündigung ist keine Spende oder Weihnachtsgeschenk: Es ist eine Entscheidung eines privaten Unternehmens, die gleichzeitig Lohn, Steuerlast und politische Debatte betrifft. Alle drei Aspekte haben unterschiedliche Rechenlogiken, selten die des Schlagzeilenwerts.
Wer etwa 2.000 Euro monatlich verdient, erhält laut Berechnungen 7.000 Euro extra auf dem Gehaltszettel. Andere relativieren: Weder ist die Verteilung für alle gleich noch findet sie jedes Jahr statt. Die große Zahl beeindruckt; das Detail ist prosaischer.
Woher kommt das Geld: 18 Milliarden Umsatz und eine Marge von 3%
Mercadona erzielt einen Jahresumsatz von rund 18 Milliarden Euro. In dieser Größenordnung sind 1 Milliarde für die Belegschaft kein Kleingeld, belasten aber auch nicht die Bilanz. Die Geschäftsmarge liegt bei etwa 3% vom Produkt, der Nettogewinn nahe 3,8%: Von je 100 Euro Einkauf gehen etwas weniger als vier Euro netto in die Gewinn- und Verlustrechnung.
Dieser Prozentsatz täuscht jedoch. Die Berechnung erfolgt auf Basis des Produkts unter Umlage von Fixkosten, indirekten Kosten, Finanzierungskosten und Steuern – bereits abzüglich der Ausschüttung –, doch dieselbe Verkaufsfläche rotiert viele Male im Jahr. Ein Artikel, der dreihundert Mal über die Kasse geht, generiert weit mehr als diese nominalen 3%. Eine detaillierte Aufschlüsselung dieser Rotation ergibt ein deutlich besseres Ergebnis als der bloße Prozentsatz suggeriert.
Wie viel kassiert der Fiskus, wenn das Geld im Unternehmen bleibt?
Hier liegt der oft übersehene Teil. Bleiben diese 1 Milliarde in der Bilanz, erhält der Staat 25% über die Körperschaftsteuer. Werden sie an die Mitarbeiter ausgezahlt, zahlt Mercadona keinen Euro dafür; die Arbeitnehmer versteuern es in ihrer Einkommensteuer (IRPF). Die Verteilung ändert also, wer zahlt und wie.
Hinzu kommt das tägliche Finanzspiel: Unternehmen führen die Einkommensteuerabzüge vierteljährlich ab und nutzen Sozialversicherungsboni, sodass sie 90 Tage lang 30 bis 40% des Lohns der Belegschaft verwalten. Für ein Unternehmen mit Milliardenumsätzen ist das kein Detail.
Das Arbeitsmodell: Hoher Lohn, hohe Anforderungen
Die Verteilung ist ohne den Rest des Pakets nicht zu verstehen. Wer im Markt gearbeitet hat, beschreibt es ungeschönt: Dort gibt es keine Pause, man schuftet vom Betreten bis zum Verlassen, und es gibt keine Sekunde für das Handy. Zwei Monate so durchhalten ist möglich; jahrelang sehr viel schwieriger. Andere Supermärkte sind laxer, zahlen aber auch schlechter.
Die andere Seite ist das Disziplinarsystem. Es gibt Entlassungen wegen leichter Verstöße, darunter ein häufig zitierter Fall: Eine Angestellte wurde gefeuert, weil sie eine Krokette aß, die in den Müll sollte. Berichten zufolge erklärten Gerichte die Kündigung für ungerechtfertigt und das Unternehmen zahlte 40.000 Euro. Manche verteidigen das Gegenteil: Wenn die Regel existiert, wird sie eingehalten; man hält durch, weil anderswo längst nicht so gut gezahlt wird.
Warum Mercadona und Ortega bevorzugte Ziele sind
Der politische Aspekt folgt seiner eigenen Logik. Mercadona ist familiengeführt, börsennotiert nicht und rechenschaftspflichtig gegenüber externen Fonds. Zusammen mit Inditex wiederholt sich das Argument: Es ist eines der wenigen großen spanischen Unternehmen, das weder vom Staat noch von öffentlichen Geldern abhängt. Einige behaupten, das mache es zum wiederkehrenden Ziel: Es sei leichter, jemanden anzugreifen, der keine Banken oder Medien kontrolliert, als Multis mit ausländischen Eigentümern.
Für andere ist die Geste einfache Taktik: Weniger Steuern, mehr Fruta, weniger politischer Lärm. Eine Verteilung dieser Größenordnung kauft Schlagzeilen, die keine Werbung finanzieren könnte.
Mit diesen Zahlen ist die Wirkung der Verteilung auf die Brieftasche der Mitarbeiter unbestreitbar, wenn auch ungleich. Was weiterhin nicht zusammenpasst – innerhalb und außerhalb des Unternehmens – ist, warum eine solche Geste gleichzeitig so viel Begeisterung und Misstrauen weckt. Die vernünftigste Prognose, die man mit Vorsicht genießen sollte, lautet: Das Jahr ohne Verteilung wird deutlich mehr spürbar sein als das Jahr, in dem sie stattfand.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ein Mittagessen bei Mercadona kostet rund 10 Euro, während das traditionelle Tagesmenü in Bars zwischen 15 und 18 Euro liegt. Der Supermarkt wird zum Low-Cost-Bürorestaurant.
Der ehemalige spanische Präsident hat keine Unterlagen zu den in seinem Büro gefundenen Juwelen vorgelegt. Zwei Monate nach Erklärungsversprechen herrscht Schweigen.