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Mercadona: Juan Roigs Morgenpredigt und Personenkult
Nutzer behaupten, Roig finanziere einen Palast in Valencia mit 300 Mio. Euro, während er Pflicht-Meetings um 8 Uhr beschreibt.
Mercadona: Juan Roigs Morgenpredigt und Personenkult
Juan Roig braucht keine Götter. Laut einem Thread im Forum beginnt die Belegschaft um acht Uhr morgens zu arbeiten und Predigten über Vitalität, Engagement und Kundenorientierung zu hören. Was als Scherz über den Mercadona-Besitzer als Halbgott beginnt, entlarvt eine Unternehmenskultur, in der der Chef spricht und die Mitarbeiter klatschen. Es ist keine Übertreibung: Manche sagen, sie stünden um sechs Uhr auf, um ihn „aus Überzeugung“ zu hören.
Der Auslöser der Diskussion war die Ankündigung eines Teilnehmers, dass Roig fast 300 Milliarden aus seinem Privatvermögen investiere, damit Valencia ein Multifunktionspalast für 18.000 Zuschauer erhält, zukünftiger Ort für Konzerte und das EuroLeague Final Four. Ab hier mischt sich die Erzählung des wohltätigen Unternehmers mit dem Kleingedruckten: Preise, Arbeitsbedingungen und diese interne Liturgie, die eher nach einer Versammlung als nach einem Supermarkt klingt.
Von Bewunderung zum Führerkult
Die erste Ebene ist die Ergebenheit. Roig wird als jemand beschrieben, der so bescheiden ist, dass er Kunden „Chefs“ nennt, während andere ihn direkt zur Kategorie Halbgott oder Gott erheben, der zu Sterblichen spricht. Die Ironie durchzieht das Thema von Anfang bis Ende: Dasselbe Forum, das sich über fremde Sekten lustig macht, schaut sich ungerührt die Motivationsvideos der Firma an, in denen Führungskräfte Chancen präsentieren und Mitarbeiter versammelt sind, um die Botschaft zu hören.
Der Vergleich mit anderen Ketten verbessert das Bild nicht. Eine Erfahrung bei Alcampo beschreibt interne Videos als direkt sektiererisch, und man erinnert sich an ein Video von Auchan International, das in Frankreich gedreht wurde, um das Firmenjubiläum zu feiern. Die naheliegende Schlussfolgerung: Wenn ein multinationaler Konzern anfängt, über Führungspersönlichkeiten, Mitarbeiter und Team zu sprechen, ist das Land egal. Das Handbuch ist dasselbe.
Preise und die Wohltäter-Erzählung
Die zweite Front ist der Geldbeutel. Gegen die Erzählung des Unternehmers, der der Stadt Einrichtungen schenkt, steht die Beschwerde von jemandem, der vier Dinge kauft und fast 50 Euro zahlt, oder der Vorwurf, Eierpreise durch Spekulation zu erhöhen, während die Kette die ungerechtfertigten Preiserhöhungen anführt. Die Verteidigung ist immer dieselbe: Es ist der Markt, niemand muss kaufen, und wenn es nicht gefällt, bleibt die Konkurrenz im Discountbereich.
Die Debatte verheddert sich in wirtschaftlicher Theologie, einschließlich mittelalterlichem Wucher, aus dem Tempel vertriebenen Händlern und Christentum nur dem Namen nach. Das Ergebnis ist ein Aufeinandertreffen zwischen denen, die in Roig den Unternehmer sehen, der Wohlstand schafft und gut bezahlt, und denen, die in ihm den Spekulanten sehen, der mit dem Einkaufskorb spielt. Keine Seite weicht einen Millimeter.
Das Kleingedruckte für die Belegschaft
Die dritte Front ist arbeitsrechtlich. Ein Auswahlprozess für Kassierer mit drei Phasen und Gruppendynamiken wird geschildert, bei dem ein Kandidat unter Gelächter ausstieg, während ein anderer die Tests bestand und wegen eines Ohrrings, der während der Arbeitszeit gelöst werden musste, abgelehnt wurde. Auch wird der Vorgesetzte beschrieben, der sitzt, während die Mitarbeiter stehen, oder die Entlassung ohne Abfindung für jemanden, der fehlte, um seine Eltern zu beerdigen.
Es sind Zeugenaussagen, keine Urteile. Aber sie zeichnen das Bild einer Belegschaft, die um acht Uhr kommt, die Predigt hört und nach Hause geht, ohne das Unternehmen zu erben. Das Engagement, sagen sie, geschieht aus Überzeugung.
Das Detail, das alles ändert
Zwischen Witzen über die engen Hosen der Kassiererinnen und Hinweisen auf die wieder auftauchende Erbin schleicht sich die Tatsache ein, die das gesamte Gebäude trägt: Das persönliche Vermögen, das in den Dienst einer Arena gestellt wird. Und eine Frage, die niemand ganz beantwortet: Wenn der Chef so großzügig gegenüber der Stadt ist, warum ist die Liturgie um acht Uhr morgens weiterhin obligatorisch?
Die Prognose, mit Vorbehalten: Solange die Wohltäter-Erzählung funktioniert, wird die Predigt Publikum haben. Wenn der Preis des Einkaufskorbs mehr drückt als die Epik des Palastes, wird die Gemeinde den Bon anders betrachten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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