Das Menü del día verteuert sich, die Portionen schrumpfen und die Qualität sinkt
Einige weisen darauf hin, dass es noch ein Fünf-Gänge-Menü für 7,50 Euro gibt, allerdings nur in einem chinesischen Restaurant; diese Erwähnung verrät den Rest der Realität. Außerhalb davon dreht sich die dominierende Beschwerde nicht mehr nur um den Preis, sondern vor allem um die Qualität. Manche behaupten, die Essenskosten hätten sich um 100% erhöht, andere halten diese Zahl für reine Erfindung. Fast alle sind sich jedoch über das Ergebnis einig: Menüs sind teurer, Portionen knapper und die Produkte minderwertiger. Das Schnitzel, das früher klein war, kommt nun als schwarze, verbrannte Sohle.
Was kostet heute ein Menü del día in Spanien?
Es hängt vom Stadtviertel ab, und die Preisspanne widerlegt jede nationale Durchschnittszahl. In Bilbao wurden 13,50 Euro für gut gekochte Linsen, Metzgerwürstchen mit Apfelmus, Zitronenkuchen, Kaffee und Wein gezahlt. In Madrid, innerhalb des M-30-Rings und in einem normalen Viertel, kosteten Kutteln mit Kichererbsen, Seehecht in grüner Sauce, Brot, Getränk und Dessert oder Kaffee ebenfalls 13,50 Euro. In Barcelona wird es beschrieben, unter 15 oder 16 Euro zu kommen, wie die Suche nach rosa Einhörnern. In bestimmten Gebieten tauchen weiterhin Menüs für 10 Euro auf, bestehend aus Vorspeise, Hauptspeise, Dessert und Softdrink, Bier, Wein oder Wasser.
Die Erinnerung an alte Preise tut ihr Übriges. Manche erinnern sich, dass ihr letztes übliches Menü im Jahr 2012 9 Euro kostete und man anständig und satt wurde, während andere betonen, dass man vor einigen Jahren für 12 oder 13 Euro besseres Essen bekam als heute für 16. Genau diese Differenz schmerzt mehr als der Endpreis.
Warum steigt der Preis, wenn die Bar sagt, sie verdiene nichts daran?
Weil das Menü nicht das eigentliche Geschäft ist. Wie ein Forumsteilnehmer basierend auf Aussagen eines Barmanns berichtet, deckt das Menü del día kaum die Kosten und Löhne ab: Der Gewinn lag bei den Drinks, den kleinen Schnäpsen (Carajillos), den Cortados und vor allem bei denen, die à la carte bestellten und Extras verlangten. Wenn dieser Kunde wegfällt, muss die Marge irgendwoher wieder hereingeholt werden. Der andere Block sind die Fixkosten: Miete, Gehälter, Sozialversicherung (Seguridad Social) und Strom. Die Lebensmittel machen nur einen Teil der Gesamtkosten aus.
Hinzu kommen die Einkaufskosten: Laut einem Nutzer hat sich ein Warenkorb, der früher 150 Euro kostete, auf rund 200 Euro verteuert, wobei Öl und Elektrizität den Rest ausmachten. Selbst tiefgefrorene Billigware zu frittieren ist teuer geworden. Die Konsequenz ist bekannt: weniger Extras, mehr Standardmenüs und geringere Margen pro Gast.
Linsen ohne Chorizo: Wo merkt man die Einsparungen?
Der Abbau zeigt sich in Details. Aus den Hülsenfrüchten sind Chorizo, Blutwurst (Morcilla), Panceta und sogar Reis verschwunden; es bleiben zwei Stück Kartoffeln übrig. Würstchen als Hauptspeise zu servieren, wird direkt als Provokation empfunden. Auch das Festpreis-Menü wird kritisiert: 35 Euro pro Person in einer Tapas-Bar, wo zwei Schalen, die früher für zwei Personen gereicht hätten, auf fünfzehn Gäste verteilt wurden – und man ging hungrig wieder raus.
Auf der anderen Seite erinnern manche daran, dass das Menü del día schon immer für robuste Mägen gedacht war und dass bessere Qualität zwei Euro teurer sei, in der Kategorie von 16 bis 18 Euro. Ein weiteres Argument besagt, dass schlechtes Essen nichts Neues ist: Früher nutzten billige Lokale Fritteusen und Tiefkühlkost, und was sich geändert hat, ist, dass auch diese günstige Option teurer geworden ist.
Politische Debatten, die den Preis nicht bewegen
Die Diskussion heizt sich schnell auf. Eine Strömung behauptet, die Preiserhöhung sei Folge der expansiven Geldpolitik und zeigt auf die EZB und die Europäische Union; eine andere entgegnet, dass der Begriff Venezualisierung, angewandt auf Menüpreise, nur Nebelkerzenwerfen sei, da viele preisbestimmende Rahmenbedingungen in Brüssel entschieden werden. Es gibt sogar Stimmen, die dies als ideologische Abrechnung zwischen Lagern sehen, die weder die Speisekarte noch den Preis ändern.
Auffällig ist die Widersprüchlichkeit der Debatte: Die Klage über hohe Preise stammt von Menschen, die laut Tonfall nicht unbedingt zu jenen gehören, die die aktuelle Wirtschaftspolitik befürworten. Und während über die Herkunft des Geldes diskutiert wird, verdient der Kellner gleich viel weiter und das Schnitzel kommt weiterhin verbrannt.
Ist das Problem das Menü oder das Gehalt, das es bezahlt?
Dies ist die unangenehmste These und die am häufigsten genannte in den letzten Beiträgen. Wer sich beschwert, sei kein Opfer einer Preisverschwörung, sondern eines Lohns, der nicht im gleichen Maße gestiegen ist; daher die Ratschläge, zu Hause zu kochen, selbst Backwaren herzustellen und kein Geld an der Theke auszugeben. Das Gegenargument hat die Form eines Lieferwagens: Es gibt Jobs, bei denen man das ganze Jahr unterwegs ist, und Tupperware oder belegte Brötchen sind keine realistische Alternative für das tägliche Mittagessen.
Gut essen, fasst eine Nachricht zusammen, erfordert, viele Höllen durchlaufen und kennengelernt zu haben. Die offene Frage bleibt unbequem: Wenn das Menü gleichzeitig teurer, kleiner und schlechter wird, wie lange lohnt es sich dann noch, außer Haus zu essen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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