Meloni und Frederiksen führen Kritik an Spaniens Massenaufenthaltsgewährung an
Ein Frühstück mit 18 Ländern ohne Spanien. Das war das Szenario, das der Europäische Rat am Freitag in Brüssel hinterließ, wo Italien und Dänemark eine gemeinsame Front gegen die Migrationspolitik der spanischen Regierung koordinierten. Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni und ihre dänische Amtskollegin Mette Frederiksen – eine Sozialistin, umso mehr – führten einen direkten Angriff gegen die vom Kabinett Pedro Sánchez genehmigte Massenaufenthaltsgewährung, der sie einen Pull-Faktor zuschreiben, der zur Krise von Ceuta beigetragen haben soll. „Manche sind fähig, die Bevölkerung durch Migranten zu ersetzen, nur um an der Macht zu bleiben“, sagte der tschechische Premierminister Andrej Babiš während einer der härtesten Interventionen des Tages.
Was geschah beim Europäischen Rat am Freitag?
Der in Brüssel abgehaltene Europäische Rat war die Bühne für einen neuen Zusammenstoß zwischen Sánchez und Meloni über die Migrationspolitik. Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen forderte die Europäische Kommission auf, zu untersuchen, was passiert, wenn ein Land in Migrationsfragen „praktisch das Gegenteil von allen anderen“ tut, eine klare Anspielung auf Spanien. „Wenn man illegal in ein Land einreist und plötzlich erlaubt bekommt, was legal ist, glaube ich, dass dies gegen die Migrationspolitik verstößt, die breite Unterstützung in der Mehrheit Europas hat“, erklärte Frederiksen bei ihrer Ankunft zum Gipfel.
Das Unbehagen beschränkt sich nicht nur auf Italien und Dänemark. Österreich, Tschechien, Belgien, Bulgarien, Zypern, Kroatien, Finnland, Deutschland, Griechenland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien und Schweden nahmen an einem Frühstück von 18 Ländern teil – zusammen mit der Europäischen Kommission –, um harte Positionen gegen irreguläre Migration zu koordinieren. Spanien war nicht eingeladen. Der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker verwies direkt auf Spanien und warnte, dass die Aufenthaltsgewährung ein „schlechtes Signal“ sende, gerade jetzt, wo die EU versuche, irreguläre Migration einzudämmen. „Unabhängig davon, ob es eine direkte Verbindung gibt oder nicht, weiß ich nicht, ob das, was in Ceuta passiert ist, ohne dieses Signal geschehen wäre“, sagte er.
Die Krise von Ceuta und der Pull-Faktor
Die Migrationskrise von Ceuta, die am 30. und 31. Juli 2026 stattfand, schwebt über der gesamten Debatte. Die spanische Regierung freute sich darüber, dass die vorläufigen Schlussfolgerungen des Europäischen Rates einen direkten Verweis auf Ceuta und Melilla enthalten und deren Einzigartigkeit als einzige Landgrenzen der EU auf dem afrikanischen Kontinent anerkennen. „Um den Dank für die Solidarität bezüglich der Krise, die wir in Ceuta erlitten haben. Um die Einzigartigkeit dieser beiden autonomen Städte anzuerkennen, die nicht nur die Landgrenze Spaniens, sondern auch Europas sind“, bemerkte Sánchez bei seiner Ankunft in Brüssel.
Allerdings verknüpfen mehrere Länder in Nord- und Osteuropa die Massenaufenthaltsgewährung direkt mit dem Pull-Faktor, der ihrer Meinung nach den massiven und plötzlichen Zustrom von Migranten nach Ceuta ausgelöst hat. Diplomatische Quellen aus einem nordländischen Staat deuteten an, es würde sie nicht überraschen, wenn mehrere Staatsführer die Frage der Anziehungsfaktoren und die Notwendigkeit, die Anreize für irreguläre Migration weiter zu reduzieren, ansprechen würden. Aus einem anderen Land waren sie expliziter: „Italien und Dänemark sind bereit, Widerstand zu leisten und Konfrontation zu suchen. Den Clash zu provozieren.“
Was sagt die spanische Regierung zur Massenaufenthaltsgewährung?
Pedro Sánchez verteidigte bei seiner Ankunft im Europäischen Rat die Notwendigkeit, „eine verantwortungsvolle Verwaltung, eine solidarische Verwaltung, eine Verwaltung im Einklang mit der Achtung der Menschenrechte der Migration durchzuführen. Das ist es, was die Regierung Spaniens tut.“ Eine implizite Verteidigung des Regularisierungsprozesses und des Managements der Ceuta-Krise. Der Chef der spanischen Exekutive kam laut diplomatischen Quellen mit Daten vorbereitet nach Brüssel, um die Kritik zu widerlegen.
Die Agentur Ansa hatte bereits am Donnerstagabend berichtet, dass Italien das Thema behandeln wolle. „Genauso wie Italien seit 15 Jahren beschuldigt wird, Anziehungsfaktoren zu erzeugen, liegt die Verantwortung, illegale Migration nicht zu fördern, bei allen. Es geht nicht darum, ein Land anzugreifen, sondern unsere Ablehnung bestimmter Entscheidungen auszudrücken, die unerwünschte Konsequenzen haben können“, veröffentlichte die Agentur unter Berufung auf Quellen aus der italienischen Exekutive. Die spanische Regierung hatte sich in den letzten Tagen zufrieden gezeigt wegen der Aufnahme eines direkten Verweises auf Ceuta in den vorläufigen Schlussfolgerungen, die auf Botschafterebene ausgearbeitet werden.
Das Frühstück der 18: Ein Parallelgipfel ohne Spanien
Das Frühstück am Donnerstagmorgen, an dem Spanien nicht teilnahm, brachte 18 Länder mit harten Positionen gegenüber Migration zusammen. „Das Treffen bot die Möglichkeit, die in den letzten Monaten erzielten Fortschritte und zukünftige Initiativen zu überprüfen, mit besonderem Augenmerk auf die Verhinderung massiver irregulärer Ankünfte, die Ausbeutung von Migranten und die Anwendung des neuen europäischen regulatorischen Rahmens“, erklärt die italienische Regierung. Zu den Teilnehmern gehörten Österreich, Belgien, Bulgarien, Zypern, Kroatien, Finnland, Deutschland, Griechenland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien und Schweden, zusätzlich zu Italien, Dänemark, den Niederlanden und der Europäischen Kommission.
Meloni betonte bei diesem Treffen die Notwendigkeit, eine harte Linie gegenüber irregulärer Migration beizubehalten. Befragte diplomatische Quellen prognostizieren, dass es am Nachmittag im Europäischen Rat erneut zu einem intensiven Zusammenstoß zwischen Meloni und Sánchez kommen werde, ähnlich dem, der bereits beim letzten Staats- und Regierungschef-Treffen vor dem Sommer stattgefunden hatte. Der Grund: Migration, die Ceuta-Krise und die Massenaufenthaltsgewährung, die Rom nicht vergessen hat.
Die Debatte über Bevölkerungsersatz und Migrantenwahlrecht
Jenseits des diplomatischen Konflikts weist der Hintergrund der Debatte auf eine Wahlfrage hin. Der tschechische Premierminister Andrej Babiš war sehr hart gegen Sánchez: „Manche Politiker sind fähig, die Bevölkerung durch Migranten zu ersetzen, nur um diese Ämter zu besetzen, um in der Regierung zu sein.“ Eine Anschuldigung, die sich mit der These verbindet, die in kreisen, die kritisch gegenüber der Exekutive sind, dass die Massenaufenthaltsgewährung darauf abzielt, die Wählerbasis der PSOE durch die Gewährung der Staatsangehörigkeit und des Wahlrechts an neue Bewohner zu erweitern.
In diesem Kontext kursieren in sozialen Medien Beschwerden über die Ausstellung spanischer Pässe in Konsulaten in Lateinamerika, wie im Fall des Konsuls in Buenos Aires, José María Ridao, dem die Verteilung von zwei Millionen Pässen im Austausch für Stimmen zugeschrieben wird. Diese Anschuldigungen wurden gerichtlich nicht überprüft und werden als unbestätigte Verdachtsmomente dargestellt. Die spanische Regierung hat sich dazu nicht geäußert.
Welche Folgen könnte die Isolation Spaniens in der EU haben?
Die Isolation Spaniens im Europäischen Rat in Migrationsangelegenheiten ist eine feststellbare Tatsache: 18 Länder trafen sich, ohne es einzuladen, um Positionen gegen seine Politik zu koordinieren. Allerdings erfordert die endgültige Entscheidung über Migration Einstimmigkeit, was Spanien ein Vetorecht gibt, das jede Maßnahme blockieren kann, die es nicht teilt. Spanische diplomatische Quellen vertrauen darauf, dass die endgültigen Schlussfolgerungen den Verweis auf Ceuta und Melilla beibehalten werden, was eine Anerkennung der Einzigartigkeit der autonomen Städte und eine Unterstützung für das Management der Regierung bedeuten würde.
Der Zusammenstoß zwischen Meloni und Sánchez findet zudem in einer Zeit der Spannung aufgrund der gegenseitigen Anwendung von Schengen-Kontrollen nach der Invasion von Ceuta statt, was die bilateralen Beziehungen zwischen Spanien und Italien verschlechtert hat. Das Treffen am Freitag könnte einen neuen Wendepunkt in der europäischen Migrationspolitik markieren, wobei Spanien zunehmend allein steht in seiner Verteidigung der Regularisierung und der obligatorischen Solidarität.
Wie weit ist Europa bereit, eine Migrationspolitik zu tolerieren, die es als Anreiz für irreguläre Migration betrachtet? Die Antwort wird vorerst in den Schlussfolgerungen des Europäischen Rates und in den nächsten diplomatischen Schritten einer spanischen Regierung geschrieben, die Migration zu ihrem umstrittensten Banner gemacht hat.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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