Mehr Staat, um zu reparieren, was der Staat selbst kaputtgemacht hat
Der Wahlkampf handelt von mehr Staat. Der Ministerpräsident macht es unmissverständlich klar: "Wenn alles kaputtgeht, trägt uns das, was uns allen gehört." Der Satz, zum Slogan erhoben, ist wie ein kalter Guss auf diejenigen gekommen, die seit Jahren für den öffentlichen Sektor zahlen, ohne den Service zu bekommen. Das offizielle Argument ist fast beleidigend simpel: Wenn Renten, Züge oder Wohnungsbau auseinanderfallen, liegt die Lösung darin, den Staat zu stärken, der sie verwaltet. Das Problem, so die Gegenargumente, sei genau, dass eben dieser Staat den Unterhalt der Bahninfrastruktur vernachlässigt hat, sich vor einem totalen Blackout mit erneuerbaren Energien gebrüstet hat und nach einer DANA (einem schweren Hochwasser) mit 200 Toten sagte: "Wenn sie Hilfe brauchen, sollen sie sie anfordern."
Die offizielle Diagnose und die umgekehrte
Die Botschaft des Regierungschefs stützt sich auf eine Grundidee: Das Gemeinsame trägt, wenn der Markt versagt. Nach dieser Logik schlägt der Wahlkampf vor, Renten, Bahn und öffentlichen Wohnungsbau zu stärken. Soweit das Drehbuch. Die häufigste Antwort lautet, dass diese Erzählung Ursache und Wirkung verwechselt: Was kaputtgeht, ist genau das, was vom Staat abhängt. "Alles, was kaputtgeht, geht kaputt, weil es vom Staat abhängt", fasst eine der Strömungen in der Diskussion zusammen, die eine radikale Schlussfolgerung hinzufügt: Steuern abschaffen und den öffentlichen Sektor abbauen.
Zwischen beiden Extremen liegt das unbequemste Argument für die Regierung: Der Staat ist bereits auf Rekordniveau. Bei Steuereinnahmen, bei Ausgaben und bei öffentlichen Beschäftigten. Wenn mehr Staat die Lösung wäre, müsste das Land wie ein Uhrwerk laufen. Tut es aber nicht. Dieser Kontrast zwischen der Größe des öffentlichen Sektors und der Qualität der Leistungen ist der Kern fast aller Kritik.
Die Rechnung, die niemand bestreitet: Wie viel vom Budget in Personal fließt
Einer der konkretesten Beiträge der Diskussion liefert Zahlen: Zwischen 20 % und 25 % der Gesamtausgaben des Staates fließen in Personal, und rechnet man die restlichen 40 % anderer Posten hinzu, erreicht man 60 % bis 65 % der Gesamtausgaben. Im Bildungsbereich gehen 60 % des Budgets an Personal, im Gesundheitswesen 45 %. Diese Zahlen widerlegen die Mehr-Staat-Erzählung nicht, ordnen sie aber neu ein: Den öffentlichen Sektor zu stärken bedeutet in der Praxis, die Gehaltsliste der Verwaltung aufzublähen. Die vollständige Rechnung, Posten für Posten aufgeschlüsselt, ist genau die Art von Material, die auf Wahlkampfveranstaltungen nie auftaucht.
Vetternwirtschaft als wiederkehrende Kritik
Der am häufigsten geäußerte Einwand ist nicht ideologisch, sondern betrifft das Management. Das Versprechen von mehr Staat bedeutet nach dieser Lesart mehr öffentliche Auftragsvergabe, mehr eingeschleuste Kollegen und mehr Korruption bei der Vergabe. "Mehr Staat, mehr Nutten, mehr nutzlose Postenschieber und mehr Schmiergelder für alles", fasst einer der Beiträge zusammen. Die Kritik ist nicht neu, doch mitten im Wahlkampf bekommt sie eine andere Bedeutung: Sie wird als Bestätigung des bereits Verteilten präsentiert, nicht als Hypothese.
Die DANA, die Züge und der Blackout: die Bilanz, die dem Slogan widerspricht
Die Managementbilanz ist vernichtend in der Version, die kursiert. Derselbe Staat, der den Unterhalt der Bahninfrastruktur vernachlässigt und so tödliche Unfälle verursacht. Derselbe, der sich vor einem totalen Blackout mit erneuerbaren Energien gebrüstet hat. Derselbe, der nach einer DANA mit 200 Toten sagte: "Wenn sie Hilfe brauchen, sollen sie sie anfordern." Derselbe, der den Einkommensteuertarif nicht an die Inflation anpasst, wenn diese über dem Eurozonen-Durchschnitt liegt. Derselbe, der die Grenzen erst schloss, als ganz Europa es tat. Die Häufung der Beispiele verfolgt einen Effekt: Wenn das der Staat ist, der uns trägt, sollte man besser wissen, worauf man sich einlässt.
Die Alternative, die sich durchsetzt: privatisieren und Geld zurückgeben
Gegen den Mehr-Staat-Kurs gewinnt das gegenteilige Angebot an Boden: weniger Steuern, private und nominale Renten sowie ein Staat, der auf Sicherheit und Verteidigung beschränkt ist. Das Argument: Der Staat ist kein wohlwollender Vater, sondern ein Parasit, der Ressourcen stiehlt und unfähig verwaltet. Die Privatisierung der Renten kommt sogar mit ihrem Negativszenario daher: Wer an der Börse verliert, trägt das Risiko selbst. Die Härte des Ansatzes verbirgt eine Grundfrage nicht: Was passiert mit denen, die dieses Risiko nicht tragen können?
Die verstörende Zahl: Steuereinnahmen auf historischem Höchststand
Wenn diese Regierung etwas erreicht hat, geben selbst ihre Kritiker zu, dann Einnahmen. Der Staat liegt bei den Steuereinnahmen auf historischem Höchststand. Diese Zahl, die eigentlich eine gute Nachricht sein müsste, wird zum Belastungsbeweis: Es wird mehr gezahlt als je zuvor, und der Service ist schlechter. Die gezogene Schlussfolgerung: Das Problem ist nicht das Fehlen von Geld, sondern seine Verwendung. Und da findet der Wahlkampf-Slogan keine Antwort mehr.
Abzuwarten bleibt, ob die Mehr-Staat-Botschaft mobilisiert – oder mobilisiert gegen die Regierung. Mit Rekord-Einnahmen und Leistungen am Existenzminimum ist die vernünftigste Prognose, dass der Slogan besser als Angriffswaffe funktioniert denn als Regierungsversprechen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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