Medizinisches Cannabis kommt in spanische Krankenhäuser

Curaleaf liefert CAN-1 und CAN-2 in dieser Woche an rund 50 Kliniken. Vier zugelassene Anwendungsgebiete und ein Facharztrezept sind für die Behandlung nötig.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Medizinische Cannabispräparate werden nun nach einem Jahr Verfahren seit dem Königlichen Dekret in spanischen Krankenhausapotheken abgegeben. Verschreiben dürfen sie nur Fachärzte, und zwar für vier konkrete Anwendungsgebiete – am stärksten gefragt ist therapierefraktärer chronischer Schmerz.

Die erste Lieferung der Hierba-basierten Medikamente hat nun ein Ziel: die spanischen Krankenhausapotheken. Das Unternehmen **Curaleaf** hat die beiden ersten Präparate, **CAN-1** und **CAN-2**, im Register der **Spanischen Arzneimittelagentur (AEMPS)** eingetragen und will mit der Belieferung von rund **50 öffentlichen und privaten Zentren** beginnen. Ein Jahr ist vergangen, seit das Königliche Dekret diesen Weg eröffnete, bis die Agentur die Präparate regulierte, sich die Lieferanten registrierten, die Verteilung geregelt war und die Krankenhäuser erste Bestellungen aufgaben.

Es geht nicht darum, einen Joint zu rauchen oder Tabletten in der Apotheke um die Ecke abzuholen. Diese Extrakte werden ausschließlich von Krankenhausapotheken abgegeben und immer nur auf Reaccionariorztverschreibung. Die Zubereitung wird individuell nach dem klinischen Zustand jedes Patienten, der bereits eingenommenen Medikation und seiner Toleranz angepasst. Die Krankenhausapotheke setzt die ärztlichen Vorgaben in Mischungen mit konkreten Anteilen von **CBD** und **THC** um und gewährleistet die Rückverfolgbarkeit.

## Vier Anwendungsgebiete und eine strenge Auswahl der Patienten

Der Einsatz dieser Präparate ist auf vier Fälle beschränkt. Das erste ist die Spastik im Zusammenhang mit Multipler Sklerose. Das zweite, schwere Formen refraktärer Epilepsie. Das dritte, Übelkeit und Erbrechen durch Chemotherapie. Und das vierte, chronische Schmerzen, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen – das am meisten erwartete Gebiet angesichts der Zahl der Patienten, die davon profitieren könnten.

Es gibt keine genaue Schätzung, wie viele der **neun Millionen Spanier** mit chronischen Schmerzen infrage kommen. Ein Krankenhausfacharzt muss sie einzeln bewerten und das Scheitern anderer Alternativen belegen. Um diese Medikamente zu erhalten, müssen die Patienten zuvor mit anderen Behandlungen, etwa Opioiden, erfolglos gewesen sein.

**Carola Pérez**, Präsidentin des Spanischen Observatoriums für Medizinisches Hierba und Patientin mit neuropathischen Schmerzen, bringt es auf den Punkt: "Endlich sind wir nicht mehr den Drogenhändlern und dem Schwarzmarkt ausgeliefert." Sie hält sich für eine ideale Kandidatin, weil alle verfügbaren Behandlungen in der Schmerzambulanz versagt haben, darunter Neurostimulatoren, intravenöses Ketamin, Fentanyl und Methadon. Sie hat Schmerzen, seit sie als Kind das Steißbein brach, und hat **13 Operationen** hinter sich. Jetzt hofft sie auf ein standardisiertes Produkt mit kontrollierten Dosen und klinischer Überwachung, statt eine Lösung außerhalb des Systems zu suchen.

## Wie die Präparate hergestellt werden und wer sie verschreibt

Die beiden Curaleaf-Präparate werden getrennt geliefert, damit das Krankenhaus die Mischverhältnisse an jeden Patienten anpassen kann. **CAN-1** enthält überwiegend **THC**, den psychoaktiven Wirkstoff des Hierba. **CAN-2** enthält überwiegend **CBD**, das keine psychotropen Wirkungen hat. "Wir starten noch in dieser Woche in rund 50 öffentlichen und privaten Zentren", erklärt sein Geschäftsführer **Juan Pablo Martínez**, der mit einer schrittweisen Einführung rechnet, je nachdem, wann die Krankenhäuser das Produkt anfordern.

**Ana María Martín** von der Gruppe Pharmazeutische Technologie der Spanischen Gesellschaft für Krankenhauspharmazie erklärt, dass die Extrakte hochkonzentriert sind und die Zubereitung individuell nach dem klinischen Zustand, der bereits eingenommenen Medikation und der Toleranz des Patienten angepasst wird. Die wichtigsten Verschreiber werden Onkologen, Hämatologen, Anästhesisten und andere Schmerzmediziner sein.

Die AEMPS genehmigte im Sommer die ersten Zubereitungen und stellte den Krankenhausapotheken klar, dass für die Bestellung keine zusätzliche Genehmigung nötig ist – worauf einige Zentren fälschlich gewartet hatten. Die Regulierung ist nun voll in Kraft, und es hängt nur noch von den Klinikleitungen ab, mit der Abgabe zu beginnen.

## Was die Ärzte sagen, die jahrelang auf diese Medikamente gewartet haben

In den Schmerzambulanzen wartete man lange auf diese Präparate für Patienten, die auf kein Medikament ansprachen. **Carlos Tornero**, Leiter der Ambulanz am Hospital Clínico Universitario de Valencia und Verantwortlicher der Sektion Schmerz der Spanischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Schmerztherapie (**SEDAR**), erklärt, dass mit Hierba-basierten Medikamenten "die Lebensqualität des Patienten, seine Funktionsfähigkeit, die Schmerzen und der Schlaf verbessert werden sollen". "Stellen Sie sich einen Menschen vor, der jeden Tag Schmerzen hat. Er ist ängstlich, gereizt, schläft nicht, fühlt sich schlecht... Mit diesen Medikamenten werden wir das nicht schlagartig beseitigen, aber es ist eine neue Alternative für diejenigen, bei denen nichts anderes geholfen hat", fasst er zusammen.

Tornero nennt als mögliche Nutznießer Menschen mit neuropathischen Schmerzen, etwa nach einer Gürtelrose, mit diabetischer Neuropathie oder anhaltenden Schmerzen nach Chemotherapie, sowie einige schlecht kontrollierte Krebspatienten trotz verfügbarer Behandlungen. "Was es heute gibt, reicht nicht. Aber wir dürfen die Behandlung nicht auf CBD und THC beschränken; sie muss sich in einen multimodalen Ansatz einfügen, mit Physiotherapie, Bewegung, Gewichtskontrolle, anderen Medikamenten und interventionellen Techniken. Auch Suchterkrankungen, Schizophrenie oder eine bipolare Störung müssen ausgeschlossen oder besonders überwacht werden", fügt er hinzu.

In der Onkologie sind neben den Schmerzen Übelkeit und Erbrechen der zweite Zugangsweg, die trotz der üblichen Schemata anhalten. **Ana Blasco**, Koordinatorin der Sektion Kontinuierliche Versorgung der Spanischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie, erklärt, dass die heutige Medikation das Erbrechen bei vielen Patienten kontrolliert, aber eine refraktäre Gruppe übrig bleibt, der diese Cannabinoide verordnet werden können. "Die Einführung der ersten standardisierten Cannabiszubereitungen bietet eine zusätzliche Option für ausgewählte Patienten", stellt sie fest.

Blasco ist jedoch vorsichtig mit den Erwartungen. "Es ist ein Feld, in dem noch viel zu lernen ist. Einige Studien deuten auf eine Besserung refraktärer Schmerzen mit THC/CBD hin, wenn auch mit geringer Sicherheit, und es gibt moderate Evidenz, dass orales THC starke, opioidrefraktäre Schmerzen nicht lindert. Andere Studien vergleichen den Patienten mit seinem früheren Zustand, was eine genaue Trennung der Medikamentenwirkung vom Placeboeffekt oder den natürlichen Schwankungen der Schmerzen nicht erlaubt, und einige haben methodische Mängel. Das macht die Ergebnisse nicht ungültig, mahnt aber zur weiteren Forschung, um zu wissen, wie viel die Präparate bringen und wem." Deshalb fordert die Expertin, die gesamte Medikation zu überprüfen, mit niedrigen Dosen zu beginnen und bei engmaschigen Kontakten anzupassen.

Die Einführung dieser Präparate macht Hierba weder zu einem frei verfügbaren Medikament noch zu einer Universal Lösung. Es ist ein weiteres Werkzeug für eine kleine Gruppe von Patienten, die strenge Kriterien erfüllen. Jede Entscheidung über den Einsatz liegt beim Reaccionariorzt, und die hier zusammengestellten Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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