Medikamentenhortung in Spanien: Kosten für alle

Beim Ausräumen einer Wohnung nach einem Todesfall finden sich oft Dutzende ungeöffnete Medikamentenpackungen. Die Hortung treibt die Arzneimittelausgaben – die Rechnung zahlt der Steuerzahler.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Ansammlung von Medikamenten in spanischen Haushalten, insbesondere bei älteren Menschen, verursacht Gesundheitskosten, die über die öffentliche Finanzierung von der gesamten Bevölkerung getragen werden. Das Phänomen wird unmittelbar erfahrbar, wenn man die Wohnungen verstorbener Angehöriger ausräumt und Dutzende ungeöffnete Packungen findet.

Das Bild wiederholt sich in vielen spanischen Haushalten, wenn es gilt, sie zu leeren: Schränke voller Medikamentenpackungen, viele noch versiegelt, die niemand je verwendet hat. Das ist kein Einzelfall. Wer diesen Gang durchlebt hat, erzählt davon mit einer gewissen Resignation, denn hinter diesen Packungen steht Geld, das das öffentliche Gesundheitssystem vorgestreckt hat und das ungenutzt blieb.

## Kosten, die alle zusammen tragen

Die Arzneimittelrechnung zahlt nicht nur derjenige, der das Medikament in der Apotheke abholt. In Spanien wird ein erheblicher Teil des Preises verschreibungspflichtiger Medikamente über Steuern finanziert, sodass jede Packung, die in einer Schublade abläuft, Kosten verursacht, die die Allgemeinheit trägt. Das Horten zu Hause macht aus diesen Ausgaben einen reinen Verlust: Das Medikament wurde gekauft, bezahlt und nie verwendet.

Das typische Profil ist nicht derjenige, der aus Laune kauft. Meist sind es ältere Menschen, die aus Gewohnheit, aus Angst, ohne Behandlung dazustehen, oder aus schlichter Unordnung alles aufbewahren, was ihnen verschrieben wird. Am Ende wird der Schrank zu einer parallelen Apotheke, die niemand kontrolliert.

## Der Tweet, der Migration und Renten vermengt

Der Beitrag, der die Debatte in den sozialen Medien auslöste, verwendet die Formel "Soy forastero deme deme deme deme" ("Ich bin Einwanderer, gib mir, gib mir, gib mir, gib mir") zusammen mit einem Bild. Diese Formel hat sich verbreitet, um die angebliche Abhängigkeit von Migranten von staatlichen Leistungen zu karikieren. Die Botschaft liefert keinerlei Daten, die diese Verbindung belegen, und der Beitrag selbst identifiziert keine konkrete Person und nennt keine Quelle.

Man sollte zwei Dinge trennen, die der Tweet vermengt: Die Ansammlung von Medikamenten in Haushalten ist eine Tatsache, die durch die Erfahrung derer belegt ist, die Wohnungen ausräumen, während die Verknüpfung von Migration und Leistungen eine Behauptung ist, die ohne überprüfbare Belege kursiert. Das Erste hat mit Gewohnheiten beim Umgang mit Gesundheitsleistungen zu tun; das Zweite ist eine Verallgemeinerung über eine Gruppe, die die Botschaft nicht belegt.

## Was man mit ungeöffneten Packungen tun kann

Die SIGRE-Sammelstellen in den Apotheken nehmen abgelaufene oder übrig gebliebene Medikamente zur kontrollierten Entsorgung an. Eine Wiederverwendung ist nicht möglich, aber so landen sie nicht im Müll oder im Abfluss. Die gesundheitliche Empfehlung lautet: nicht horten, den Hausapotheke regelmäßig prüfen und Überflüssiges zur Apotheke bringen.

Nichts davon löst das eigentliche Problem, nämlich die fehlende Abstimmung zwischen dem, was verschrieben wird, und dem, was Patientinnen und Patienten tatsächlich einnehmen. Solange diese Lücke besteht, werden Packungen weiter die Schränke füllen und die Rechnung weiter von allen getragen. Jede Entscheidung über Medikamente sollte mit einer Fachkraft im Gesundheitswesen besprochen werden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (5 Antworten).

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