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Wissenschaftler messen einen 3-Grad-Super-El-Niño – die Landwirtschaft fürchtet ihn
Bojen im Pazifik registrieren Oberflächenanomalien von über 3 Grad und bis zu 10 Grad in der Tiefe. Der Super-El-Niño bringt verlorene Ernten und Überschwemmungen in Südamerika vorzeitig.
Der Super-El-Niño ist messbar: 3 Grad an der Pazifikoberfläche, 10 in der Tiefe
Oktober 2025. Bojen im Pazifik registrieren Oberflächentemperaturdifferenzen von mehr als 3 Grad und bis zu 10 Grad im untergetauchten Wasser, laut den in der Diskussion verwendeten Daten. Bis zum theoretischen Höhepunkt des Phänomens sind es noch zwei Monate. In Santiago de Chile haben bereits Unwetter mit hagelskorngroßen – besser: zitronengroßen – Eiskörnern niedergegangen, und im Paraná-Becken sind die Hochwasser zwei Monate früher als üblich eingetroffen. Die Frage, die in der Luft liegt, ist nicht, ob El Niño intensiv wird, sondern wie viel von der globalen Nahrungsmittelkette ein beispielloses Ereignis aushält.
Was ist El Niño – und warum sprengt dieser Zyklus die Skala?
El Niño ist eine anomale Erwärmung der Oberfläche des äquatorialen Pazifiks, die alle zwei bis sieben Jahre auftritt. Diesmal anders ist die Größenordnung: Die Projektionen deuten auf ein Ereignis mit einer Differenz von mehr als 3 Grad hin, etwas, das in den instrumentellen Aufzeichnungen nicht vorkommt. Die üblichen Folgen sind Dürren in Indonesien, Australien und auf den Philippinen sowie sintflutartige Regenfälle an der amerikanischen Pazifikküste, wobei Peru und Ecuador am stärksten betroffen sind.
Neu ist der frühe Zeitpunkt. Die Auswirkungen zeigen sich normalerweise ab November oder Dezember. In diesem Jahr sind sie bereits im Oktober vorhanden. In Santiago de Chile gab es Überschwemmungen in einer Stadt mit moderner Infrastruktur und dem besten öffentlichen Nahverkehr Südamerikas, wie in der Quelle beschrieben. Dazu kam ein Unwetter mit ungewöhnlich großem Hagel.
Das Pantanal und das Hochwasser des Paraná: zwei Monate zu früh
Die El-Niño-Regen speisen das brasilianische Pantanal, wo die Flüsse Paraná und Paraguay entspringen. Zwischen dem Regen und dem Hochwasser flussabwärts vergehen meist zwei bis drei Monate, was die typischen Überschwemmungen zwischen Februar und März verortet. Asunción, Corrientes und Santa Fe sind die Städte, die historisch unter den Hochwassern leiden. In diesem Jahr hat der Prozess bereits im Oktober begonnen, bevor die stärksten Regenfälle eintreffen.
Manche behaupten, die argentinische Mesopotamia werde mehrmals im Jahr überschwemmt und das Phänomen sei nichts Außergewöhnliches. Der Unterschied liegt im Datum: Hochwasser im Oktober sind nicht mit denen im März vergleichbar. Wenn das Wasser jetzt schon kommt, lautet die Frage, wo der Pegel im ersten Quartal 2026 stehen wird.
Vom Feld bis zum Palmöl: der Übertragungskanal zu den Preisen
Zu viel Feuchtigkeit verhindert die Aussaat oder Ernte nach Kalender. Kaffee aus Kolumbien und Brasilien, Weizen aus den Anbaugebieten Russlands und der Ukraine sowie das Palmöl, das in fast allen verarbeiteten Lebensmitteln steckt, teilen dasselbe Risiko: die Störung des Angebots. Dazu kommt der Dieselpreis, der Transport und Landmaschinen verteuert, sowie ein finanzielles Umfeld mit Spannungen an den Anleihe- und globalen Schuldmärkten.
Die in der Diskussion kursierende Rechnung deutet auf Preiserhöhungen von 50 oder 100 Prozent bei einigen Produkten hin. Steigt das Tierfutter, zieht das Fleisch nach: Huhn, Schwein und Rind. Das ist keine Wettervorhersage, sondern eine Kostenkette.
Die Diskussion bleibt an einem Punkt hängen, den niemand löst: Wenn das Phänomen gemessen wird, warum dreht sich die öffentliche Debatte weiterhin ums Kurzfristige? Vielleicht lautet die Antwort, dass das Kurzfristige immer gewinnt. Bis es aufhört, dies zu tun.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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