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Masthühner selbst aufziehen: Das Kilo kostet mehr als im Supermarkt
Getreide für 0,30 €/kg und Freilandhühner, die 5-6 kg Futter pro Kilo Fleisch brauchen: Hühner fürs Fleisch zu halten ist teurer als der Kauf, obwohl das Produkt kaum vergleichbar ist
Masthühner selbst aufziehen: Das Kilo kostet mehr als im Supermarkt
Was kostet ein Freilandhuhn wirklich? Diese Frage stellt sich jeder, der einen Hof, einen Garten oder einen Überschuss an faulen Äpfeln hat und erwägt, den Gefrierschrank mit eigenem Fleisch zu füllen. Die kurze Antwort, nach jahrelanger Erfahrung der Halter: Wirtschaftlich lohnt es sich nicht. Die lange Antwort erklärt, warum es viele trotzdem tun.
Die häufigste Rechnung geht von einer simplen Zahl aus. Getreide kostet etwa 0,30 €/kg, ein ganzes, sauber verarbeitetes Supermarkthuhn liegt bei rund 2,50 €/kg. Die industrielle Produktion schafft mit allen optimierten Parametern eine Verwertung von 3 kg Futter pro kg Huhn. Im privaten Hühnerhof, ohne Mischfutter und ohne Temperaturkontrolle, steigt der Wert auf 5 oder 6 kg Futter pro Kilo Fleisch. Allein ans Futter sind das rund 2 € pro Kilo. Dazu kommen der Stall, die Küken, Verluste durch Raubtiere und die Zeit der Betreuung. Das Ergebnis: Das eigene Huhn ist teurer als das vom Metzger.
Wie viel Futter frisst ein Freilandhuhn pro Tag?
Die Erfahrung der Halter zeigt überschaubare Zahlen. Ein 40-kg-Sack Mais-Getreidefutter kostet zwischen 25 und 30 Euro. Bei zehn freilaufenden Hühnern, die zusätzlich Küchenreste fressen, reicht dieser Sack etwa drei Wochen. Entscheidend ist die Kombination: organische Abfälle, Fallobst, Gras, Würmer aus dem Mist. Nur eine Woche lang faule Äpfel, warnt man, und die Tiere werden krank.
Der wichtige Unterschied: Ein Freilandhuhn ist nicht dasselbe Produkt wie das für zweieinhalb Euro. Ein mit Getreide und in Freiheit aufgezogenes Huhn wird als Bio- oder Freilandhuhn für 20 bis 50 Euro pro Tier verkauft. Die Aufzuchtkosten mit dem Preis des Industriehuhns zu vergleichen, bedeutet, zwei verschiedene Dinge zu vergleichen. Die Ersparnis fällt dort weg; was bleibt, ist die Kontrolle darüber, was das Tier frisst.
Warum das eigene Huhn nur zum Schmoren taugt
Diese Warnung wiederholen alle, die es selbst erlebt haben, eindringlich. Ein Huhn, das frei und den ganzen Tag umherlaufend aufgewachsen ist, hat sehr wenig Fett und besteht fast nur aus Muskelfleisch. Gebraten oder gegrillt wird es zäh wie Stein. Über Stunden bei niedriger Hitze geschmort dagegen wird es zu einem Gericht, das Kenner als kaum zu übertreffen beschreiben.
Der Unterschied liegt nicht nur an der Haltung, so die Erfahrensten: Es ist das Alter. Ein Huhn, das mit drei oder vier Monaten geschlachtet wird, lässt sich problemlos braten. Ein einjähriger Hahn verlangt den Schnellkochtopf. Industrielle Hühner werden so jung geschlachtet, dass ihr zartes Fleisch nichts davon braucht.
Welche Hühnerrasse eignet sich für Fleisch?
Die heutigen Masthühner, sogenannte Broiler, sind das Ergebnis einer der aggressivsten genetischen Verbesserungen der Nutztierhaltung. Sie wachsen rekordschnell, sind aber für industrielle Ställe gezüchtet: In freier Laufhaltung können viele sich kaum auf den Beinen halten. Für die Eigenproduktion empfiehlt man robuste einheimische oder Landrassen, die langsamer wachsen. Lokale Rassen brauchen deutlich länger bis zum Schlachtgewicht.
Beim Futter geht fast alles, solange eine Getreidebasis vorhanden ist: Essensreste, Obst, Gras. Brennnesseln fressen sie dagegen nicht. Und Vorsicht bei Farnen, die für Vögel giftig sind.
Der Feind, den niemand einkalkuliert: Füchse und Marder
Zu den echten Kosten gehören Verluste. Raubtiere —Füchse, Marder, Wiesel— können einen Stall in einer einzigen unachtsamen Nacht leeren. Wer das seit Jahren macht, verfeinert die Schutzvorrichtungen ständig. Jede Wirtschaftlichkeitsrechnung, die diesen Faktor ignoriert, ist unvollständig.
Und wie steht es um die Legalität des Schlachtens zu Hause? Auf dem Land ist die Praxis üblich und bei Geflügel unproblematisch. Beim Schwein sieht es anders aus: In Regionen mit traditioneller Hausschlachtung untersucht ein Tierarzt die Innereien, um Trichinose auszuschließen.
Am Ende fällt die Rechnung aus, wie sie ausfällt. Das eigene Huhn kostet mehr als das vom Supermarkt, schmeckt anders, und wer es hält, schaut dabei meist nicht auf den Preis. Manche sagen, ein Tier selbst aufzuziehen und zu schlachten sei ehrlicher, als eines zu kaufen, das eng eingepfercht lebte. Andere sind nach dem Versuch wieder zum Metzger zurückgekehrt. Jeder mit seinem eigenen Gefrierschrank.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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