Marxismus und Hyperinflation: bewusste Strategie oder zwangslufige Folge?

Die Debatte darber, ob der Marxismus die Hyperinflation anstrebt, zeigt: Der eigentliche Konflikt ist nicht ideologisch, sondern der zwischen Schuldnern und Glubigern. Eine Analyse der Mechanismen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Verursacht der Marxismus die Hyperinflation – oder ist das nur eine Ausrede?

Dass sich Politiker ohne Limit verschulden, ist nichts Neues. Dass eine ideologische Strmung dies bewusst vorantreibt, mit der Hyperinflation als Endziel, ist allerdings etwas anderes. Im Zentrum der jngstenkonomischen Debatte steht eine unbequeme These: Der Marxismus sucht in seiner praktischen Ausprgung die Hyperinflation als Mechanismus zur Zerstrung des heutigen Finanzsystems. Das eigentlich Beunruhigende, so manche Analysen, sei jedoch nicht, dass sie danach streben, sondern dass sie es nicht schaffen — und dass man nicht einmal Marxist sein muss, um in dieselbe Spirale absurder Verschuldung zu geraten.

Die verborgene Achse: Schuldner gegen Glubiger

Die Diskussion, ob die Politik hemmungsloser Staatsausgaben auf einer marxistischen Agenda oder einer keynesianischen Logik beruht, verdeckt den eigentlichen Konflikt: den zwischen Nettoschuldnern (dem Staat) und Nettoglubigern (den Sparern). Manche Beobachter stellen fest, dass dieser Machtkampf nichts mit links oder rechts zu tun hat, sondern nur damit, wer Schulden macht und wer spart. Beunruhigend sei zudem, dass der Arbeiter des 21. Jahrhunderts zum ausgeplnderten Glubiger geworden ist: Der Rentier wurde proletarisiert.

Kontrollierte oder galoppierende Inflation

Gegenber denen, die eine Hyperinflation nach Weimarer Vorbild vorhersagen, halten andere das wahrscheinlichste Szenario fr eine persistente galoppierende Inflation, real ber 20% ber mehrere Jahre hinweg — politisch undkonomisch weniger kostspielig als eine auer Kontrolle geratene Hyperinflation. Dass die grundlegenden Lieferketten aufrechterhalten bleiben, und sei es nur fr Reis mit Tomaten, verhindert den totalen Kollaps des Geldwerts. Das geopolitische Risiko — etwa der Konflikt mit dem Iran — knnte dieses Gleichgewicht jedoch aus dem Gleichgewicht bringen.

Soziale Kontrolle ber das Geld?

Eine der schrfsten Positionen in der Debatte besagt, dass das eigentliche Ziel der aktuellen Entwicklung nicht so sehr die Inflation sei, sondern das Geld zu einem Instrument sozialer Kontrolle zu machen. Die Verteidigung des Hartgelds gegen das Fiatgeld wird als einzige Barriere gegen diejenigen dargestellt, die aus marxistischen oder schlicht staatsglubigen Positionen jede Logik der Verschuldung abschaffen wollen, um die Wirtschaft dem politischen Willen zu unterwerfen. Andere hingegen sind der Ansicht, der Marxismus sei als Ideologie tot und das eigentliche Problem sei der Finanzkapitalismus selbst.

Da die ffentlichen Schulden bereits mehr als die Hlfte des BIP ausmachen und der private Bankensektor auf ein Minimum geschrumpft ist, bleibt die Frage offen, ob sich das System auf eine Hyperinflation oder auf eine Form totalitrer Kontrolle zubewegt. Darber sind sich alle einig: Die alte Debatte zwischen Kapitalismus und Marxismus ist berholt. Diekonomische Maschinerie nimmt ihren eigenen Kurs, und die Brger sehen zu, wie das Brot teurer wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (96 Antworten).

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