Marokko und die Madrider Anschläge: Drohung öffnet Fall

Marokko droht, seine Version der Madrider Anschläge zu enthüllen, während ungeklärte Lücken wie die vermisste Bombe und zerstörte Züge bestehen bleiben.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Marokko und die Madrider Anschläge: Drohung öffnet Fall

Manche Drohungen wiegen schwerer durch das, was sie verschweigen, als durch das, was sie ankündigen. Die Marokko zugeschriebene Drohung bezüglich der Anschläge vom 11. März ist von dieser Art: Sie verspricht die wahre Geschichte des Zugmassakers und deutet an, dass die offizielle Wahrheit nie zusammenpasste. Die kursierende These besagt, dass die marokkanische Regierung unter Mohamed VI oder Saadeddine Othmani bereit wäre, ihr Wissen preiszugeben, falls Spanien auf anderen Ebenen nicht nachgibt. Dabei rückt Ceuta ins Spiel, obwohl der Text betont, es habe nichts damit zu tun.

Die zugrunde liegende These ist unbequem: Die materiellen Täter seien aus Nordafrika stammende Arbeiter in Frankreich und Spanien gewesen, die aus Geldgründen handelten und die Tragweite ihrer Taten nicht kannten. Die meisten lernten sich erst nach dem Massaker kennen. Diese Version behauptet, dies widerlege das gerichtliche Narrativ, das marokkanische Terror-Militärs aus prozessualen Gründen als Schuldige identifizierte.

Zwei Beweise, die den Fall wieder öffnen könnten

Der erste schwarze Fleck ist die Bombe, die nicht explodierte. Dem Bericht zufolge hat der Staatsanwalt das Gerät versteckt und dessen Vernichtung angeordnet, das hätte klären können, wer die Bomben hergestellt hatte. Die Polizei sagt, sie habe es auf der Wache in Vallecas übergeben; die für die Verwahrung Verantwortlichen behaupten, es sei zur Staatsanwaltschaft gebracht worden, wie dokumentiert. Warum erreichte es den Richter nicht? Einige Beamte am Nationalgericht argumentieren, es gehöre nicht zum Tatbestand, weil es nicht detonierte; andere sagen, es sei zu gefährlich gewesen, obwohl es entschärft war und selbst im Feuer nicht explodieren konnte. Das Gerät verschwand innerhalb des Nationalgerichts.

Der zweite Beweis ist die Zerstörung der Züge. Am 11. März 2004 flogen vier Züge in Madrid in die Luft: Atocha, El Pozo, Santa Eugenia und die Straße Téllez. Zehn Bomben explodierten, töteten 193 Menschen und verletzten fast 2.000 weitere. Der Fall wurde mit offenen Enden und bestehenden Lücken abgeschlossen, beginnend bei der Frage, wer die geistigen Urheber waren.

„Es gibt noch viel zu untersuchen“, sagt Sánchez de Roda, ein Ermittler der Ereignisse, der nur eine Erklärung für die Zerstörung der Züge findet: „Die einzige Erklärung ist, dass eine offizielle Version erstellt werden musste, die von der wahren abweicht, und da die wahre – die Züge selbst – der offiziellen Version widersprochen hätte, mussten sie um jeden Preis zerstört werden.“

Der Alvia-Unfall als Spiegel: Was erhalten und was gelöscht wird

Der Vergleich mit dem Alvia-Unfall in Santiago ist vernichtend. Bei diesem Eisenbahnunfall wegen überhöhter Geschwindigkeit wurden die Waggons erst vier Jahre nach dem Unglück an Renfe zurückgegeben, und nur nachdem der Richter die Rückgabe nach Abschluss aller relevanten Gutachten genehmigt hatte. Wenn das in Santiago geschah, wie viele mehr Gründe gab es dann, die Züge vom 11. März zu bewahren, die durch Explosionen unbekannter Herkunft zerstört und mit unersetzlichen Beweisen beladen waren?

Das Management der Züge ist, laut Material, unbegreiflich. Und diese Unbegreiflichkeit nährt das Misstrauen. Manche behaupten, alles sei ein Putsch gewesen, getarnt als Terroranschlag, während andere, am anderen Extrem, die marokkanische Drohung als reine Inszenierung abtun. „Wer droht, fleht“, fasst eine der Stimmen zusammen, die sich zu der Angelegenheit geäußert haben.

Wer gewinnt und wer verliert durch die Drohung

Die politische Kalkulation ist einfach: Wenn Marokko spricht, wird Spanien bloßgestellt; wenn es schweigt, behält Marokko ein Druckmittel. In beiden Szenarien kostet das Schweigen etwas. Die dem Nachbarland zugeschriebene Version legt nahe, das Massaker sei von Sozialisten geplant und von Sahrauis ausgeführt worden, eine Anschuldigung, die bis heute durch keine gerichtliche Entscheidung gestützt wird und ohne überprüfbare Beweise erhoben wird.

Laut dieser Erzählung wäre die Wiederöffnung des Falls unmittelbar bevorstehend. Der Staatsanwalt soll die nicht explodierte Bombe versteckt und ihre Vernichtung angeordnet haben, obwohl er verpflichtet war, sie dem Richter zu übergeben. Dies ist der Kern der Beschwerde, die der Journalist Juan Martínez und Alberto Royuela beim Nationalgericht hinsichtlich der Finanzierung der Anschläge eingereicht haben.

Währenddessen bewegt sich die öffentliche Diskussion zwischen Skepsis und Verdacht. Einige erinnern daran, dass wer droht, Geheimnisse zu lüften, dies selten tut; andere argumentieren, dass wenn es wirklich Beweise gegen Frankreich oder Marokko gäbe, der Bedroher bereits tot wäre. Dazwischen stehen die Opfer: eine Mutter, die in den Zügen starb, und ein Sohn, der sich nicht mehr daran erinnert, wer die Bomben legte.

Wie lange kann eine offizielle Erzählung noch halten, die die Vernichtung des Tatorts erfordert, um zu überleben?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (129 Antworten).

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