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Marokkanische Bestechung: Bis zu 60 sozialistische EU-Abgeordnete im Visier
Bis zu 60 sozialistische EU-Abgeordnete sollen unter dem Einfluss Marokkos stehen. Qatargate, Zölle und Landwirtschaft stehen im Zentrum der Affäre.
Marokkanische Bestechung: 60 sozialistische EU-Abgeordnete im Visier
Brüssel stinkt wieder nach Skandal. Die kursierenden Berichte deuten darauf hin, dass bis zu 60 sozialistische EU-Abgeordnete gegen Bestechungsgelder mit den Interessen Marokkos übereinstimmen könnten. Die Zahl, die nicht unabhängig überprüft wurde, hat die unbequeme Frage wieder aufgeworfen: Wie viel ist ein Sitz im Europäischen Parlament wert? Die Vorwürfe sind schwerwiegend, und der Kontext hilft nicht: Die Korruption im Europäischen Parlament hat bereits einen Namen, Qatargate.
Vom Qatargate zur marokkanischen Verbindung
Der Schatten Rabats liegt seit Jahren über Brüssel. Laut der These, die sich in der politischen Analyse festgesetzt hat, wurde das Qatargate in Marokko inszeniert, und die Bestechungsgelder beschränkten sich nicht auf Katar. Das Ziel soll gewesen sein, Zölle auf marokkanische Produkte abzuschaffen – Milch, Öl, Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Autos –, die zudem ohne die Klimavorgaben und den bürokratischen Aufwand eingeführt würden, die europäische Erzeuger erfüllen müssen.
Die Strategie ist nicht neu: Anfang der 1990er Jahre beantragte Marokko bereits den Beitritt zur damaligen Europäischen Gemeinschaft. Geändert hat sich die Größenordnung. Nun ist von einem Netzwerk die Rede, das eine der einflussreichsten politischen Familien im EU-Parlament erreichen soll.
Der Preis der Einflussnahme
Der Kontrast zwischen dem Außenbudget Marokkos und seinem tatsächlichen Einfluss ist eine der auffälligsten Zahlen. Mit einem offiziellen Budget von wenigen zehn Millionen ist es schwer zu erklären, woher so viel Macht in Europa kommt. Die kursierende Erklärung lautet, dass ein Teil des intransparenten Geldes über Spanien durch den Drogenhandel ins Land kommt – ein Kanal, den niemand beziffert hat, aber den viele Kenner der Region für real halten.
Parallel dazu macht sich der Kosten im Gelände bemerkbar. Andalusien gibt jährlich 120 Millionen Euro für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Migranten aus, eine Rechnung, die zum politischen Angriffsmittel geworden ist und die Unzufriedenheit mit der Politik der Abkommen mit Marokko befeuert. Die Straflosigkeit wäre zudem nicht Rabat vorbehalten: Der Fall einer EU-Abgeordneten, die im Gefängnis war und weiterhin ein Gehalt von 7.100 Euro netto monatlich plus halbe Zulage von 4.780 Euro bezieht, veranschaulicht die Abschirmung, die die Institution umgibt.
Eine Zahl, die weh tut
Die Zahl 60 ist kein Zufall. Sie stützt sich auf die Schätzung, dass 90% der Europaabgeordneten mehr oder weniger unter dem Einfluss einer wirtschaftlichen Macht stehen: Golfmonarchien, Investmentfonds, Banken oder Energiekonzerne. Wenn das stimmt, ist das Problem nicht marokkanisch: Es ist systemisch.
Manche gehen weiter und sehen in der EU ein Trojanisches Pferd, das darauf ausgelegt ist, die Souveränität der Staaten zu verwässern. Andere mahnen, die Dinge nicht zu vermischen: Das Problem sei nicht Marokko, sondern das Verhalten derjenigen, die diese Abkommen hätten kontrollieren sollen und es nicht taten. Der Skandal ist gerade aufgedeckt, und es gibt keine gesicherten Schlussfolgerungen. Aber Beunruhigend ist nicht, dass es 60 gewesen sein könnten, sondern dass sich niemand darüber wundert, dass es viel mehr sein könnten. Wenn die Überraschung verschwindet, bleibt der Gestank des Verwesens.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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