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Maricarmen führte eine Immobilienfirma und saß später im Aufsichtsrat eines Vermieters
María del Carmen Abascal war alleinige Geschäftsführerin von FIEBA SA und Vorstandsmitglied von JINUR SA, zwei Immobilieninvestmentgesellschaften, laut dem Handelsregister von Madrid.
María del Carmen Abascal Martín, die Bewohnerin des Madrider Stadtteils Retiro, die zum Symbol gegen Zwangsräumungen wurde, ist im Handelsregister von Madrid als alleinige Geschäftsführerin von FIEBA SA und Vorstandsmitglied von JINUR SA eingetragen – zwei Gesellschaften, die in Immobilien investieren und diese vermieten.
Die öffentliche Geschichte von María del Carmen Abascal Martín, die verstorben ist und als Maricarmen bekannt wurde, machte sie zum Gesicht des Wohnungsgesetzesdekrets der Regierung von Pedro Sánchez. Vorher bewohnte sie zwei Jahrzehnte lang eine Wohnung im Madrider Stadtteil Retiro mit einem längst abgeschafften Altmietervertrag und wurde schließlich geräumt. Was bislang nicht bekannt war, ist ihre Vergangenheit in der Unternehmenswelt: Laut dem Handelsregisterauszug war Abascal alleinige Geschäftsführerin von FIEBA SA und später Vorstandsmitglied und stellvertretende Schriftführerin des Verwaltungsrats von JINUR SA.
## Zwei Gesellschaften mit derselben Adresse in Madrid
FIEBA SA und JINUR SA teilten sich ihren Firmensitz in der calle Pradillo 36 in Madrid. Das Boletín Oficial del Estado (spanisches Staatsanzeiger) von 1982 bezeichnet FIEBA SA als Unternehmen für Wertpapierinvestitionen. Der Unternehmenszweck von JINUR SA laut Auszug war "die Durchführung von Investitionen in Grundstücke und Immobilien sowie deren Verwertung durch Vermietung", außerdem die Erschließung und Parzellierung von Grundstücken.
Abascals Ernennung zum Vorstandsmitglied von JINUR SA erfolgte am **1. Juli 1994** in einer ordentlichen Hauptversammlung, zusammen mit drei weiteren Vorstandsmitgliedern. Alle gehörten bereits dem Leitungsorgan von FIEBA SA an und formalisierten im August 1994 ihren Austritt aus dieser Gesellschaft, einen Monat nach ihrem Wechsel zu JINUR. Der Wechsel war in der Praxis eine Verlagerung von Ressourcen zwischen zwei Gesellschaften desselben Immobilieninvestmentfonds.
## Vom Vorstand von FIEBA zu dem von JINUR
Die Registerdokumente besagen, dass die Vorstandsmitglieder befugt waren, "die Gesellschaft gerichtlich zu vertreten", Verträge abzuschließen, an Rechtsgeschäften und Verhandlungen teilzunehmen und "alle Arten von Grundstücken, Immobilien und Mobilien" der Gesellschaft zu verwalten. Abascal legte ihr Amt als stellvertretende Schriftführerin von JINUR SA am **1. Juli 1995** nieder, nur ein Jahr nach ihrer Ernennung, laut dem Beschluss des Verwaltungsrats in den Registerinformationen.
Fünf Jahre später, im Jahr **2000**, verschwand der Firmenname JINUR SA, und die Gesellschaft wurde im Zuge einer neuen Fusion in BASCADI SA integriert, eine weitere Immobilieninvestmentgesellschaft. Abascals unternehmerischer Laufbahn fand also genau in jenem Segment statt, das später zum politischen Ziel wurde: dem Kauf von Wohnungen zur Vermietung.
## Das Gerücht über die Pharmafrau, die in keinem Register auftaucht
Weder Abascal, noch ihre Anwältin, noch die Mieterinnengewerkschaft gaben während des Räumungsverfahrens öffentlich bekannt, wo sie gearbeitet hatte. Aus ihrem Umfeld hieß es jedoch, sie habe Maschineschreiben und Sekretariatswesen gelernt. In den medial aufmerksamsten Wochen nach der Verabschiedung des Gesetzesdekrets machte das Gerücht die Runde, sie sei Beamtin gewesen.
Die Zeitung **El País** berichtete 2024 auf Basis eines Interviews mit der Frau selbst, sie habe als "Sekretärin des Verwaltungsrats eines Pharmaunternehmens" gearbeitet. Eine Analyse der Unternehmenszwecke aller Gesellschaften, in denen Abascal eine leitende Verwaltungsposition innehatte, zeigt keinerlei Pharmageschäft. Die eingesehenen Dokumente zeichnen ein Profil im Bereich Immobilieninvestitionen, nicht in der Pharmaindustrie.
Die Übereinstimmung zwischen dem öffentlichen Symbol und der Registerhistorie wirft eine unbequeme Frage darüber auf, wie politische Ikonen konstruiert werden. Sie erinnert auch daran, dass das Handelsregister eine offene Quelle ist: Jeder kann nachsehen, wer welche Gesellschaft wann und mit welchem Unternehmenszweck geführt hat. Diese Daten sollten mit Vorsicht behandelt und stets mit offiziellen Unterlagen abgeglichen werden, bevor Schlüsse gezogen werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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