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Margallo warnt vor Ende des billigen Geldes
Margallo betont, dass die EZB spanische Schulden nicht mehr aufkauft. Bei 47 % Staatsausgaben und steigendem Defizit ist der Sparzwang akut.
Margallo, das Ende des billigen Geldes und die unbeachteten Zahlen im Wahlkampf
Das billige Geld ist vorbei. Margallo sagte dies sichtbar empört im Fernsehen, in einem Auftritt bei La Sens, der viele Zuschauer zum Zurückspulen veranlasste, um den genauen Moment zu erfassen. Der 79-jährige Europaabgeordnete warnte davor, dass die Europäische Zentralbank (EZB) keine spanischen Staatsanleihen mehr kaufen werde und dass das Spiel mit unbegrenzten Ausgaben ein Ende hat. Das Problem ist nicht, was er gesagt hat. Es ist, dass die Zahlen ihm recht geben.
Warum die Warnung jetzt kommt und nicht vor Jahren
Das Bemerkenswerte ist nicht die Diagnose, die seit 2010 wiederholt wird. Das Bemerkenswerte ist der Zeitpunkt. Margallo hatte lange geschwiegen und wurde erst jetzt, nach Abschluss der Wahlen, ernst vor einer Kamera. Die Kritik trifft ihn hart: Wenn dies schon immer bekannt war, warum hat es niemand im Wahlkampf erwähnt? Die unbequeme Antwort lautet, dass eine solche Aussage vor der Abstimmung Stimmen kostet. Die spanische Geldpolitik liegt bei einer Zentralbank, auf die man keinen Einfluss hat, und diese Erkenntnis live um acht Uhr abends zu erhalten, löst das Dilemma nicht.
Staatsausgaben fressen 47 % des BIP: Wohin fließt das Geld?
Die Staatsausgaben liegen bei rund 47 % des BIP. Ein Drittel davon entfällt auf Renten, ein weiteres Drittel auf den öffentlichen Dienst und etwa ein Neuntel auf Schuldendienst und Arbeitslosigkeit. Zusammen ergibt das sieben Neuntel, konzentriert auf drei Posten, die kein Kandidat im Wahlkampf antastet. Und ein Detail wiederholt sich: Jeder dritte Euro, den der Staat ausgibt, stammt aus EU-Mitteln. Es geht nicht nur darum, mehr auszugeben. Es geht darum, fremdes Geld auszugeben.
Der andere Datenpunkt verwirrt noch mehr. Im Jahr 2022 nahm das Finanzministerium 54 Milliarden Euro mehr ein als im Vorjahr, und dennoch war das Defizit höher als 2021. Mehr Einnahmen, größeres Loch. Ausgabensenkungen würden bedeuten, das Problem laut anzuerkennen, was im Wahljahr undenkbar ist. Die Vertagung der Probleme ist für alle die bevorzugte Option.
Steuererhöhung oder Kürzung: Die Option, die niemand unterschreibt
Es wird diskutiert, ob die Konsolidierung über die Ausgabenseite oder die Einnahmenseite erfolgt. Eine Strömung argumentiert, dass keine Partei kürzen wird, da dies Wahlniederlagen bedeutet, sodass der einzige realistische Weg letztlich Einkommensteuer (IRPF), Mehrwertsteuer (IVA) oder Beiträge für Selbstständige sind. Eine andere Strömung sieht es umgekehrt: Steuererhöhungen in der aktuellen Lage würgen den Konsum ab, und der Kahlschlag käme ohnehin bei den Ausgaben. Beide Lager stimmen im Wesentlichen überein: Der Steuerzahler zahlt so oder so.
Was passiert, wenn die EZB den Kauf spanischer Anleihen stoppt?
Ohne die Rückendeckung der Europäischen Zentralbank würden die Zinsen für Staatsanleihen steigen und Spanien an den Rand einer Krise bringen, mit Dominoeffekten auf Italien, Griechenland, Portugal und Irland sowie letztlich auf den Euro selbst. Dies ist das düsterste Szenario. Skeptiker halten dagegen, dass die Garantien niemals zurückgezogen werden und dass dieses Mantra seit Jahren wie ein schlechter Scherz klingt. Wer Ersparnisse hat, schaut auf die 3,40 % effektiven Jahreszins (TAE), die einige deutsche Banken bereits für zwölf Monate bieten, und reibt sich die Hände. Wer von einem öffentlichen Gehalt lebt, betrachtet denselben Wert und lacht nicht.
Mit strukturell hohen Ausgaben und Rekord-Einnahmen, die das Loch nicht stopfen, ist es wahrscheinlich, dass die Konsolidierung nicht aus Überzeugung, sondern durch äußeren Zwang erfolgt. Wann und mit welchen Kürzungen – das würde heute niemand unterschreiben. Das billige Geld geht zu Ende, heißt es. Das Geld, das es ersetzt, kommt sicher mit Zinsen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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