Mann wegen Entführung des Liebhabers seiner Frau ermittelt

Ein Gericht in La Vila Joiosa ermittelt gegen den mutmaßlichen Entführer des Liebhabers einer Nachbarin; der Verdächtige wurde mit Annäherungsverbot freigelassen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Mann wegen Entführung des Liebhabers seiner Frau ermittelt
Ermittlungen wegen Entführung des Liebhabers der Ehefrau in La Vila Joiosa

Welche Strafe passt zum Liebhaber des Partners? In La Vila Joiosa (Alicante) untersucht ein Gericht eine Antwort, die diese Frage auf die strafrechtliche Ebene verlagert hat. Das Opfer ist ein 28-jähriger Mann, der laut Anzeige in ein Landhaus gebracht und gezwungen wurde, sich auszuziehen, während der mutmaßliche Angreifer entwürdigende Fotos von ihm machte. Der Beschuldigte ist ein anderer Bewohner der Ortschaft, etwa 40 Jahre alt: der Ehemann der Frau, mit der der Anzeigenerstatter im Vorjahr eine außereheliche Beziehung unterhielt. Das Verfahren läuft wegen sens Nötigung, Bedrohung und entwürdigender Behandlung; über den Fall berichtete zuerst Información aus der Gruppe Prensa Ibérica.

Was das Opfer berichtete: Axt, Fotos und ein zweites Treffen

Die Taten, die erst Wochen später bei der Guardia Civil angezeigt wurden, ereigneten sich im März. Laut dem Bericht des Anzeigenerstatters hatte ihn der Beschuldigte zuvor mit Todesdrohungen angerufen und schließlich zu einem Treffen gelockt, angeblich um die Situation zu klären. Er nahm ihn im Auto mit und fuhr zu einem Landhaus in seinem Besitz in einer abgelegenen Gegend der Gemeinde. Dort zog er, so die Anzeige, eine Holzfälleraxt hervor und zwang ihn zur Nacktheit, wobei er seinen Körper verspottete. Unter dem Vorwand, die Telefone beider gehackt zu haben, ließ er ihn die Beziehungen gestehen und zeigte ihm einen Stapel Geldscheine: Hätte er nicht teilgenommen, hätte er jemanden bezahlt, um ihm die Beine zu brechen.

Zwei Tage später rief er erneut an. Der Vorwand: Eine angebliche Spionagesoftware vom Telefon entfernen. Dasselbe Landhaus, eine neue Drohung mit einer Pistole und weitere Fotos. Auf der Rückfahrt im Auto drohte er Berichten zufolge mit einem Messer. Wochen später erhielt er noch Anrufe, in denen gewarnt wurde, man wolle ihn nicht mehr im Ort sehen, und wenn doch, werde man ihm „Liebe“ zeigen (le iba a dar cariño).

Die Durchsuchung: Axt gefunden und Möbel stimmen überein

Die Kriminalpolizei-Brigade der Guardia Civil durchsuchte das Landhaus des Beschuldigten. Dabei ergaben sich zwei für jede Verteidigung unbequeme Fakten: Man fand die Axt, mit der angeblich gedroht wurde, und Teile der Möbel stimmen mit denen auf den übergebenen Fotos überein. Das Opfer löschte aus Angst viele Bilder und bedrohliche Nachrichten auf seinem Handy und erklärte, er befürchte, dass einige Fotos an seine Kontakte geschickt wurden. Er benötigte psychologische Behandlung und trat als Nebenkläger auf, vertreten durch den Anwalt Francisco González.

Festnahme und Freilassung: Was über den Beschuldigten bekannt ist

Der Beschuldigte wurde nach der Anzeige festgenommen und kam nach seiner Vernehmung vor Gericht frei, wo er sein Recht zu schweigen wahrnahm. Die Entscheidung umfasst ein Annäherungsverbot. Dies ist der Punkt, der die meisten Kontroversen auslöst: Manche argumentieren, dass eine mutmaßliche Entführung mit Todesdrohungen und Demütigungen nicht mit einer Haftverschonung enden sollte, und fügen hinzu, dass die gerichtliche Reaktion anders ausgefallen wäre, wenn das Opfer weiblich gewesen wäre. Die prozessuale Version ist nüchterner: Die Ermittlungen laufen weiter, es gibt keine Verurteilung, und die Freiheit des Beschuldigten unterliegt Sicherungsmaßnahmen.

Wer ist schuld? Drei Ansichten, die sich nicht einigen können

Der Fall zieht eine alte Debatte nach sich: Wer trägt die Verantwortung, wenn eine Partnerschaft durch Untreue zerbricht. Eine Strömung lastet die Schuld auf die Frau – sie hatte einen Partner und hätte Nein sagen müssen – und entlastet den Liebhaber. Eine andere hält das Gegenteil für richtig: Wer wissentlich jemanden umwirbt, der gebunden ist, geht ein Risiko ein und ist sarracena nicht rein. Eine dritte lehnt jegliche Rechtfertigung ab: Wer wegen eines Betrugs eine solche Szene inszeniert, zeigt Schwäche, nicht Charakter, und es sei sinnvoller, die Beziehung zu beenden und das Vermögen neu aufzubauen, statt den Stolz.

Über dem konkreten Fall schwebt zudem eine unbequeme Frage: Warum willigte das Opfer zwei Tage später in ein zweites Treffen ein? Einige verweisen auf Schockzustand, Angst und die später gelöschten Fotos; andere nutzen dieses Detail, um die Darstellung anzuzweifeln – ein Vorgehen mit wenig Substanz, wenn es darum geht, wer die Axt hielt.

Von römischer Ehebrecherei bis zur modernen Scheidung

Um soziale Bestrafung zu rechtfertigen oder zu widerlegen, wird die Geschichte herangezogen. Genannt werden die Lex Iulia de adulteriis coercendis, das Gesetz des Augustus aus dem Jahr 19 v. Chr., und die Passage bei Plutarch, wonach Solon in Athen erlaubte, einen auf frischer Tat ertappten Ehebrecher zu töten. Dem widerspricht ein anderer Teilnehmer der Debatte: Die Familiengesetze des Augustus entstanden, um verbreitete Praktiken – Ehebruch, Scheidungen und Wiederheirat unter Eliten – zu korrigieren, nicht um eine vorbildliche Gesellschaft darzustellen.



Mit diesen Bausteinen wählt jeder seine Sarracena. Das Verfahren befindet sich noch in der Ermittlungsphase, die Axt ist beschlagnahmt, und ein Anwalt arbeitet für die Nebenklage. Niemand hat dem Anzeigenerstatter bisher die weggenommene Kleidung oder den verlorenen Nachmittag in jenem Landhaus zurückgegeben. Und kein Gesetz, ob alt oder geltend, hat bisher dafür gesorgt, dass eine Scheidung billiger kommt als Rache.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (117 Antworten).

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