Málaga-Wirt: Erst brutto, dann netto bei 1.600 Euro

Ein Gastronom aus Málaga korrigierte sein Gehaltsangebot von 1.600 Euro brutto auf netto; der Tarifvertrag sieht 1.560 Euro brutto vor.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Málaga-Wirt: Erst brutto, dann netto bei 1.600 Euro
Der Wirt, der sein Angebot von 1.600 Brutto auf 1.600 Netto korrigierte

Die Stille im Studio dauerte genau so lange, wie man braucht, um eine Division durchzuführen. Der Besitzer eines Restaurants in Málaga hatte gerade vor den Kameras gesagt, dass er seinen Kellnern 1.600 Euro brutto pro Monat zahle. Jemand am Tisch rechnete laut nach — etwa 1.200 Euro netto — und der Interviewte ruderte zurück: Nein, 1.600 Euro netto. In diesem Austausch liegt das gesamte Dilemma begründet, über das der Gastronom selbst klagt: Er findet kein Personal für seine Stellenangebote.

Diese Sequenz kursiert derzeit in den Medien: Ein Unternehmer der Branche, eine Schlagzeile über Personalmangel, eine unbequeme Frage zu den Arbeitszeiten, eine weitere zum Geld und eine Live-Korrektur, die die Zahl in der Schwebe lässt. Auf dem Papier ist das Angebot nicht extravagant. Laut zitierten Berichten verdient ein Kellner oder Koch in einem Vier-Sterne-Hotel 1.560 Euro brutto, was netto etwa 1.200 Euro entspricht. Das bedeutet: Die angebotene Vergütung und die des Tarifvertrags, auf den sich der Unternehmer berief, unterscheiden sich kaum.

Wie viel zahlt der Gastgewerbe-Tarifvertrag in Málaga?

Hier beginnt das erste Missverständnis des Falls. Der Unternehmer behauptete, Málaga habe einen der drei höchsten Tarifverträge ganz Spaniens in dieser Branche. Wenn das stimmt, kehrt sich die Schlussfolgerung um: Wenn man den Tarifvertrag zahlt und trotzdem niemanden findet, ist das Problem nicht ein geiziger Unternehmer, sondern eine ganze Branche, deren Lohnuntergrenze nicht mehr mit den Lebenshaltungskosten am Arbeitsplatz konkurrieren kann.

Diese Nuance ist wichtig, weil sie die Diagnose ändert. Jahrelang wurde die Diskussion über das Gastgewerbe mit dem Klassiker „Sie zahlen Hungerlöhne“ abgetan. Jetzt öffnet sich die Debatte an anderer Stelle: Man kann den vereinbarten Lohn zahlen und trotzdem keine Belegschaft zusammenbekommen. Die Frage lautet nicht mehr, wie wenig der Bösewicht zahlt, sondern was es kostet, in der Stadt zu existieren, in der die Schicht liegt.

Die realen Kosten eines Kellners und was der Staat einbehält

Nach einer im Diskurs verbreiteten Berechnung liegen die 1.600 Euro brutto plus die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung bei den tatsächlichen Kosten nahe 2.000 Euro monatlich pro Mitarbeiter. Dies ist die Produktivitätshürde, die jeder Kellner nehmen muss, bevor auch nur ein Euro in die Kasse kommt. Und vom Gehalt kommen nach Einkommensteuer (IRPF) und Arbeitnehmerbeiträgen jene 1.200 Euro im Portemonnaie an, über die im Studio gesprochen wurde.

Daraus ergibt sich eine unbequeme Ableitung: Manche argumentieren, dass die umstrittene Mehrwert nicht beim Gastronomen bleibt, sondern beim Staat über Steuern und Abgaben. Das löst nicht das Problem des Empfängers, ordnet aber die Schuldigen neu. Es erklärt auch, warum die Rede des kleinen Unternehmers, der über Lohnkosten und Bürokratie klagt, in einer Branche, die traditionell als Sündenbock galt, immer mehr Raum gewinnt.

Warum laut Debatte 1.200 Euro in Málaga nicht mehr reichen

Der zweite Schwerpunkt der Angelegenheit ist der Wohnraum. In derselben Diskussion werden Zimmer für 400 Euro gegen Zimmer für 1.000 Euro in einer Stadt verglichen, die sich angeblich zu einem Ort für neue Bewohner mit überdurchschnittlicher Kaufkraft entwickelt hat. Mit 1.200 Euro netto lässt ein 400-Euro-Zimmer wenig Spielraum; ein 1.000-Euro-Zimmer schließt die Tür komplett.

Daher stammt das Argument, das in den Jahren am meisten an Gewicht gewonnen hat: Ein Kellner konnte früher Familie und Eigentumswohnung unterhalten, heute reicht es nicht einmal für ein Zimmer und Essen. Dies ist das wiederholte Zeugnis derer, die in den Achtzigern aufwuchsen und sahen, wie die Profis im Viertel Auto und abbezahltes Haus hatten. Das Gastgewerbe hat sich intern nicht so stark verschlechtert wie das Umfeld drumherum: Dasselbe Gehalt kauft deutlich weniger urbanen Boden als vor drei Jahrzehnten.

Die konkurrierenden Rezepte: Löhne erhöhen, Steuern senken oder Arbeitskräfte importieren

Hier spaltet sich die Sache in drei Strömungen. Eine besagt, dass der einzige Ausweg höhere Löhne sind — ein Teilnehmer verteidigt 20 Euro pro Stunde und 100 Euro pro Nacht als Referenz für Betriebe, die ihre Stellen besetzen können. Eine andere Gruppe hält das regulatorische und steuerliche Kostenproblem für entscheidend und argumentiert, dass die Marge nicht ausreicht, um ohne Betriebsschließung oder Stundenkürzung zu erhöhen. Eine dritte weist auf die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte als Ausgleichsventil der Branche hin, ein Phänomen, das eher als soziale Spannung denn als technische Lösung beschrieben wird.

Keine Seite gewinnt. Das Ergebnis ist ein Paradoxon, das sich jede Saison wiederholt: Volle Lokale, veröffentlichte Angebote, Interviews, die nicht wahrgenommen werden, und eine öffentliche Debatte, die weiterhin diskutiert, ob das Problem der Lohn oder der Empfänger ist.

Manche behaupten, dass ein Teil des Gastgewebes nur existieren kann, indem man Vollzeitjobs unter dem Mindestlohn anbietet, umgerechnet auf Montag bis Samstag. Wenn dies die Basis des Modells ist, ist die Nichtbesetzung von Stellen keine Anomalie: Sie ist das erwartete Ergebnis.



Was das Gespräch endgültig aus dem Takt brachte, war das Datum. Mehrere Teilnehmer erinnerten daran, dass diese 1.200 Euro bereits in den Neunzigern gezahlt wurden, und einer präzisierte das Jahr: 1995, in einer saisonalen Bar, mit Bedingungen, die heute als hervorragend gelten würden. Drei Jahrzehnte später ist die Zahl identisch. Alles andere nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (305 Antworten).

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