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Madrid verbietet Autos ohne Umweltplakette im gesamten Stadtgebiet
Ab dem 1. Januar 2025 dürfen Fahrzeuge ohne Umweltplakette nicht mehr in Madrid fahren. Es drohen Bußgelder von 200 Euro, während die Kfz-Steuer weiter gezahlt werden muss.
Madrid sperrt Autos ohne Plakette aus: Auch für Garagenbesitzer
Ab dem 1. Januar 2025 können Anwohner der Gemeinde Madrid mit Fahrzeugen ohne Umweltplakette diese nicht einmal mehr nutzen, um aus der Garage zu fahren. Die von der Stadtverwaltung Madrid eingeführte Umweltzone (Zona de Bajas Emisiones) beschränkt sich nicht auf das historische Zentrum, sondern umfasst das gesamte Stadtgebiet von Aravaca über Barajas bis Vallecas. Im Jahr 2024 durften betroffene Einwohner der Hauptstadt noch auf den Straßen fahren, in denen sie wohnten und die Kfz-Steuer zahlten. Diese Ausnahme entfällt nun. Bewohner außerhalb der Kernstadt, wie Rosa, eine Nachbarin aus Tres Cantos, sind bereits vom vollen Regime betroffen: „Ich fahre nicht mehr nach Madrid hinunter, nur zum Zahnarzt, und brauche allein für die Hinfahrt anderthalb Stunden länger als früher, wo ich es in 15 Minuten schaffte.“
Was genau ändert sich am 1. Januar 2025
Der Umfang der besonders geschützten Umweltzone deckt die gesamte Gemeinde ab, nicht nur das zentrale Viertel. Fahrzeuge der Kategorie „A“ – ohne Aufkleber – sind dort nicht zulässig, mit wenigen Ausnahmen. Die Maßnahme unterscheidet nicht zwischen Autos, die die Hauptuntersuchung (ITV) mit gültiger Abgasprüfung bestehen, und solchen, die dies nicht tun. Ebenso wenig wird unterschieden, ob ein Fahrzeug täglich oder nur dreimal im Jahr genutzt wird. Dies ist der Punkt, der in Antonios Werkstatt im Stadtzentrum am meisten ärgert: „Viele dieser Autos haben 100.000 Kilometer Laufleistung, weil sie nur drei- oder viermal im Jahr für Fahrten ins Dorf genutzt werden. Und ihre ITV ist bestanden.“
Die Bußgelder betragen 200 Euro. Und die kommunale Steuer wird weiterhin erhoben. Diese Asymmetrie – für den Besitz eines Autos zu zahlen, obwohl man es nicht bewegen kann – prägt einen großen Teil des Unmuts: Die Steuer wurde umbenannt von „Kfz-Umlaufsteuer“ in „Motorfahrzeugsteuer“, eine Namensänderung, die manche als Versuch lesen, die Erhebung auch dann zu sichern, wenn keine Nutzung stattfindet.
Der Pendler aus dem Umland: Das Kameras-Hindernisrennen
Rosas Fall ist der häufigste zitierte. Getrennt lebend, mit einer Tochter, wohnt sie bei ihrem Vater und kann ihr Auto nicht wechseln: „Meine finanzielle Situation erlaubt mir das nicht.“ Ihre Routine ist zu einem Hindernislauf durch die Autonome Gemeinschaft Madrid geworden: „Ein Slalomparcours mit Kameras und Schildern, damit ich nicht verwarnt werde, denn zum Beispiel auf der M-607 gibt es einen Kilometer, der bereits Umweltzone ist.“ Früher mied sie Staus, indem sie andere Wege nahm. Jetzt nicht mehr. Ihre Familie in Vicálvaro und ihre Freundinnen in Barajas sieht sie per Videoanruf. „Sie nehmen mir meine Freiheit, obwohl mein Auto die ITV problemlos besteht“, fasst sie zusammen.
Der Verband der von Umweltrestriktionen betroffenen Fahrzeughalter argumentiert, dass die Maßnahme Fahrer ohne Plakette daran hindert, „ihr Auto aus der Garage zu holen, um zur Hauptuntersuchung zu fahren oder an den Strand zu fahren“. Ihre Interpretation der Umbenennung der Steuer ist, dass dies „mit voller Absicht“ geschehen sei.
Almeidas Paradoxon: Von der Abschaffung zur Erweiterung von Madrid Central
Das politische Detail ist nicht unerheblich. Almeida versprach in der Opposition, das von Manuela Carmena eingeführte „Madrid Central“ abzuschaffen. Was jetzt existiert, ist „Madrid 360“, ein deutlich größerer Bereich. Diese Wendung nährt das Argument, dass Wähler mit einem Versprechen getäuscht wurden, das sich später ins Gegenteil verkehrte und verschlimmert wurde. Manche erinnern daran, dass Barcelona bestimmten Zeiten und Wochenenden Einwohnern ohne Plakette die Fahrt erlaubt, Madrid aber dieses Ventil nicht übernommen hat.
Im Hintergrund liegt eine technische Debatte, die die offizielle Darstellung nicht löst: Ist es ökologischer, ein Auto mit bestandenem TÜV/ITV bis zum Ende seiner Lebensdauer zu behalten, oder seine Verschrottung und die Herstellung eines neuen Fahrzeugs zu erzwingen? Antonios Werkstatt ist da klar: „Es ist ökologischer, diese Autos so lange zu behalten, bis sie ausgedient haben, als sie zu zwingen, sie wegzuwerfen und ein neues Auto zu kaufen.“
Wer trägt die Last: Geringe Einkommen und Arbeiterbezirke
Die Auswirkungen konzentrieren sich auf einkommensschwächere Stadtteile: Vallecas, Sarracena, Barajas. Letzterer, mit dem Flughafen innerhalb, gilt laut Branchenargumenten als der am stärksten belastete Bereich. Die Parallele wiederholt sich: Der Nachbar mit einem kleinen Diesel-Kombi (60 PS) wird eingeschränkt, während zweitonnen-schwere Hybride fahren dürfen. Die Plakette misst keine realen Emissionen, sondern das Zulassungsjahr und die deklarierte Technologie.
Die zugrunde liegende Berechnung – wie viele Fahrzeuge stillgelegt werden, was die Ersatzbeschaffung kostet und was mit selten genutzten Autos passiert – ist eine Zahl, die keine Behörde transparent aufgeschlüsselt hat. Nach einer im Forum kursierenden Schätzung wären 15 % der in Madrid zugelassenen Fahrzeuge stillgelegt.
Mit 200 Euro Bußgeld, einer gleichbleibenden Steuer und einem Auto, das nicht bewegt werden darf, stellt sich nicht die Frage, ob die Maßnahme unpopulär ist. Sondern wie lange eine Norm aufrechterhalten werden kann, die dazu verpflichtet, für ein Gut zu zahlen, das die Norm selbst nutzlos macht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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