Wo man in Madrid übernachtet, wenn der Zug um 6 Uhr morgens abfährt
Man kommt mitten in der Nacht in Madrid an, hat bis ein Uhr zu tun und der Rückzug fährt früh. Zwischen Mitternacht und fünf Uhr sind die Bahnhöfe geschlossen. Ein Hotel für einen vierstündigen Schlaf ist Geldverschwendung, aber auf der Straße herumlaufen will auch niemand. Die Frage lautet konkret: Wie verbringt man fünf Stunden in Madrid wach, ohne es sich teuer kosten zu lassen?
Die kurze Antwort ist, dass es keinen speziellen Service dafür gibt. Die lange Antwort ist, dass es ein informelles Ökosystem von nächtlichen Zufluchtsorten gibt – Tanatorien, Flughäfen, Schokoladenbars, Krankenhäuser, Mietwagen im Minutentakt – das durch Versuch und Irrtum funktioniert. Und jede Option hat ihren Preis: in Geld, Würde oder Risiko.
Das Tanatorium, der Flughafen und die Schokoladenbar: die drei Klassiker
Die erste Ressource, die in Diskussionen auftaucht, ist die Bar des Tanatoriums, 24 Stunden geöffnet, mit Sesseln und der Möglichkeit, mit einem Buch und einem Drink zu sitzen. Der Vorteil ist offensichtlich: Es gibt Toiletten, Heizung und niemand fragt, was man um drei Uhr nachts dort macht. Das Problem ist jedoch, dass eine Trauerhalle kein Warteraum ist und jemand fragen könnte, wer man ist.
Der Flughafen Barajas ist die am zweithäufigsten genannte Option. Er ist voller schlafender Menschen, hat Sicherheitspersonal und schließt nicht. Der Nachteil ist, dass die Polizei einen identifizieren kann, wenn man stundenlang allein herumläuft, und der Weg vom Zentrum ist nicht kurz. Trotzdem haben ihn manche während Phasen des Lebens auf der Straße als sichersten Zufluchtsort der Liste betrachtet.
Der dritte Weg ist die Chocolatería San Ginés, die am Wochenende 24 Stunden öffnet. Das Problem ist, dass sie degeneriert ist: Warteschlangen, Tickets, ein rauer Service und ein Preis, der von 3,90 auf 5,50 Euro für Schokolade mit Churros gestiegen ist. Manche behaupten, die Preise steigen alle sechs Monate, bis der Kunde es nicht mehr aushält.
Taxifahrer-Bars, Krankenhäuser und Mietwagen im Minutentakt
Es gibt nur noch wenige Bars, die nie schließen. Vor zwanzig Jahren gab es Cafés, die von Taxifahrern frequentiert wurden, in Tirso de Molina, Quevedo oder der Glorieta de Bilbao, mit Tischen, Kaffee, Churros und Porras bis zum Morgengrauen. Heute überlebt davon fast nichts, obwohl das Red Bar neben der Plaza de España weiterhin 24 Stunden öffnet und seine Kundschaft aus Taxifahrern behält.
Ein anderer Ansatz schlägt das Krankenhaus vor. Man geht in die Notaufnahme, lässt sich kostenlos untersuchen und nutzt die drei oder vier Stunden in einem sicheren Raum. Es ist eine Option, die praktiziert wurde, aber man sollte bedenken, dass die Notaufnahme aus Bequemlichkeit zu blockieren nicht genau verantwortungsvoller Konsum ist.
Der originellste Vorschlag sind Elektro-Mietwagen im Minutentakt. Mit Flatrate oder Standby bietet ein geladenes Auto Radio, Klimaanlage, Ruhe und die Möglichkeit, ein paar Stunden zu schlafen, bevor man es am Flughafen parkt. Die vollständige Berechnung mit Tarifen und Stunden ergibt Kosten, die im Vergleich zu jedem Hotel überraschend niedrig sind.
Die Option, die niemand bezahlen will: 60 Euro und eine Dusche
Angesichts all dieser Einfälle gewinnt eine Haltung mit den Jahren an Gewicht: Bezahlen. Ein Ibis-Hotel am Stadtrand für 60 Euro, Dusche und echter Erholung. Das ist die Antwort der Menschen, die schon zu viele unbequeme Nächte hinter sich haben und wissen, dass fünf Stunden schlechter Schlaf am nächsten Tag bezahlt werden müssen.
Das Problem ist, dass der typische Reisende in diesem Szenario nicht ausgeben will. Er will optimieren. Und hier tauchen die diskutableren Pläne auf: Im Sommer auf einer Bank im Zentrum schlafen, was bis halb sechs Uhr morgens wunderbar ist, oder sich in eine Diskothek einschließen, bis die Bahnhöfe öffnen.
Manche warnen auch vor den Risiken. Busbahnhöfe wie Méndez Álvaro haben Sicherheitspersonal und Polizei, sind aber nicht der ruhigste Ort zum Einschlafen. Und stundenlanges Herumlaufen allein in Barajas um vier Uhr morgens kann ohne ersichtlichen Grund zu einer polizeilichen Identifizierung führen.
Lohnt es sich, fünf Stunden Schlaf zu riskieren, um 60 Euro zu sparen? Die Antwort hängt davon ab, wie viel Wert man auf körperliche Unversehrtheit und Würde am nächsten Tag legt. Klar ist, dass Madrid keine Infrastruktur für Durchreisende hat, die zwischen Mitternacht und fünf Uhr nur ein Sofa und eine Toilette brauchen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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