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Madrid: Dachgeschoss für 199.000 € mit WC neben Küche
Ein Inserat in Madrid bietet ein Mansardenzimmer für 199.000 Euro an, was 7.400 €/m² entspricht. Das Objekt hat niedrige Decken und eine Gemeinschaftsterrasse.
199.000 Euro für eine Taube in Madrid mit geteilter Terrasse
Eine Wohnung in Madrid für 199.000 Euro. Der Fernseher steht auf dem Boden. Auch das Bett liegt direkt auf dem Boden. Das Bad ist seitlich an die Küche angrenzend und nur durch scheinbar einfaches Plastik von den Kochfeldern getrennt. Eine Gemeinschaftsterrasse wird per Aufzug erreicht. Im Besichtigungsvideo stößt der Makler mehrmals beinahe gegen die Decke, und eines seiner Verkaufsargumente ist, dass der Raum sehr leicht zu reinigen sei. Jemand erwägt offenbar, sich dafür zu verschulden.
Was das Inserat zeigt: Küche, Toilette und eine Plastiktrennwand
Der Rundgang zeigt ein Mansardenzimmer mit schrägen Wänden, wo der Wohnbereich eigentlich der Flur ist und das Schlafzimmer durch eine Matratze auf dem Boden gelöst wird, getrennt von der Küche durch einen Plastikvorhang. Das Inserat wirbt mit den üblichen Schlagworten: mit Charme, gemütlich, leicht zu reinigen. Bis hierhin reicht der Enthusiasmus. Alle drei Punkte sind diskutabel. Einen abgehängten Raum ohne Platz für Möbel zu reinigen, ist das Gegenteil von einfach. Und von Gemütlichkeit keine Spur: Pflanzen unter dem Dach werden im Sommer zum Ofen und im Winter zum Kühlschrank. Manche geben zu, dass es gut isoliert sein könnte; dieselben Personen bezweifeln dies jedoch stark.
Der Makler, die Schuhe und der Kameratruck
Dieses Objekt zu verkaufen erfordert Geschick, und das Video zeigt dies. Der Makler rezitiert die magischen Worte der Branche mit einer Sicherheit, die nicht zum Gesehenen passt. Die häufigste Beobachtung betrifft nicht die Wohnung, sondern sein Schuhwerk: Schuhe, die fast so hoch sind wie seine Waden – ein optischer Trick, um die tatsächliche Größe des Raums zu verbergen. Der wiederkehrende Scherz besagt, man habe den kleinsten verfügbaren Makler ausgewählt, der dennoch in mehreren Einstellungen die Decke streift. Niemand stellt seine Professionalität infrage. Diskutiert wird, wie viele Leute bereit sind, den Vertrag zu unterschreiben.
Warum dieses Mansardenzimmer nicht als 20 Quadratmeter zählt
Die technische Berechnung stellt die Fläche infrage: Alles unter 1,50 Meter Höhe zählt nicht als konstruierte Quadratmeter, und dieser Bereich frisst hier einen großen Teil der Gesamtfläche. Nach diesem Kriterium käme die Immobilie nicht auf 20 Quadratmeter. Zweifel bestehen auch an der Existenz der Cédula de habitabilidad (Wohnberechtigungsschein), deren Gültigkeit direkt angezweifelt wird. Ein Detail nährt den Verdacht: Der Raum wurde zeitweise vermietet und diese Nutzung aus Gründen beendet, die das Inserat nicht klärt, was darauf hindeutet, dass jemand die Nutzung gemeldet haben könnte. Die detaillierte Abrechnung der fehlenden Quadratmeter macht aus dem „Dachgeschoss“ einfach ein Mansardenzimmer.
7.400 Euro pro Quadratmeter, während Nachbarn oben ihre Wäsche trocknen
Das Preis-Flächen-Verhältnis im Inserat beträgt 7.400 Euro pro Quadratmeter. Für einen Lagerraum mit Aussicht ist dies schwer zu rechtfertigen, weshalb als Alternative ein Preis von 30.000 Euro genannt wird, bei dem es als Lager Sinn ergeben würde. Die Terrasse ist das große Verkaufsargument und zugleich dessen Einschränkung: Sie ist gemeinschaftlich, man zahlt also dafür, aber sie gehört allen. Nachbarn kommen täglich zum Wäschetrocknen und Kaffee trinken vorbei, und eine Party auf dem Dach findet buchstäblich vor der Haustür statt. Das Inserat stellt dies als Vorteil dar. Es lohnt sich, das genau zu lesen.
Von der Gefängniszelle zum Coliving für 299.000 Euro
Den härtesten Vergleich zieht ein Zeugnis: Zwei Jahre in einer Einzelzelle, mit Dusche, Essen und Zugang zum Fitnessstudio, kleiner als das Mansardenzimmer, und die Schlussfolgerung, lieber ins Gefängnis zurückzukehren, als 200.000 Euro für das Leben dort zu zahlen. Dies ist eine Übertreibung, weist aber auf etwas Überprüfbares hin: Das Produkt konkurriert nicht auf dem Wohnungsmarkt, sondern mit allem, was ein Dach hat. Am anderen Ende steht die Idee, es in Coliving umzudefinieren und vier Personen für 299.000 Euro unterzubringen. Dort springt die Diskussion zur vorherigen Phase: Man behauptet, 2007 sei ein Beispiel für Angebot und Nachfrage gewesen und dass die Preise 2008 stabil blieben, weil diese Gesetze ignoriert wurden und die SAREB (spanische staatliche Immobilienverwaltungsgesellschaft) auftauchte. Der Rahmen ergibt sich von selbst.
Galileo 11 und die Überprüfung, die nicht stimmt
Die Lokalisierung mittels Satellitenbildern und 3D-Ansichten von Google Earth führt zu einer konkreten Adresse im Zentrum von Madrid und zu einer unbequemen Schlussfolgerung: Die Wohnungen, die auf diese Terrasse blicken, haben weder die Form, noch die Aufteilung oder die Deckenhöhe, die das Video zeigt. Möglicherweise ist das Inserat echt. Möglicherweise wirkt es nur während der Besichtigung so. Der Preis ist festgeschrieben und überprüfbar; die Wohnung ist dies vorerst nicht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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