Luxuswohnungen in Carabanchel: Makro-Okupation für 2.500 Euro

In Madrid wurden 28 ungenutzte Luxuswohnungen in Carabanchel besetzt, nachdem Mieter zwischen 2.000 und 2.500 Euro an eine kriminelle Gruppe gezahlt hatten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Luxuswohnungen in Carabanchel: Makro-Okupation für 2.500 Euro
Makro-Okupation in Carabanchel: 28 Wohnungen 'verkauft' für 2.500 Euro

Was kostet eine nagelneue Wohnung mit Wärmepumpe, Pool, Padelplatz und Concierge im PAU Carabanchel Alto? Zwischen 875 und 1.500 Euro monatlich bei Miete. Zwischen 2.000 und 2.500 Euro, wenn man sie in der Schlange einer karitativen Essensausgabe im Viertel erwirbt. Diese Rechnung erklärt, warum 28 Wohneinheiten in der Anlage Calle Excelente 6 in Madrid als okkupiert gelten, bevor sie überhaupt bezogen wurden. Der Eigentümer ist die Firma Vivenio; die Besetzer sind laut Berichten Familien, die dieses Geld an einen vermeintlichen Clan zahlten, der ihnen Schlüssel und Vertrag übergab.

Die Übernahme war kein Einbruch: Es war ein Umzug

Es gab keine Hebelwirkung oder aufgebrochene Türen. Während des Dezemberbrückentags wurde die reguläre Conciergerin krank und ein Ersatz kam. An diesem Wochenende begannen Umzugswagen und Lieferwagen im Block 1 anzukommen. „Man sah viele gestapelte Kühlschränke und viele Kinder und Erwachsene, die in die Wohnungen gingen“, berichtete eine Bewohnerin. Zwei Tage später erfuhren die Nachbarn, dass es sich um leere, noch nicht vermietete Wohnungen handelte, bei denen die Schließzylinder ausgetauscht worden waren. Die 28 okkupierten Wohnungen konzentrieren sich auf Zweizimmerwohnungen im ersten Stock und ein Penthouse. Sie haben kein Warmwasser und keine Heizung, aber Strom und Kaltwasser.

Das Detail, das sowohl Insider als auch Außenstehende verwirrt hat, ist, dass die Besetzer ihre eigene Tür bekommen haben. Das Hauptschloss wurde ausgetauscht – der Eigentümer wechselte es danach zusammen mit der Concierge-Lodge ohne Erfolg –, und ein junger Mann öffnet von innen jedem, der anruft. „Sie haben sogar ihren eigenen Sicherheitsdienst, das ist unerhört“, beschwerte sich ein Bewohner.

Die Zahlen: Von 875 bis 1.500 Euro pro Monat

Die Wohnanlage besteht aus zwei Blöcken mit etwa 170 Wohneinheiten und Penthouses, alle zur Vermietung. Die offiziellen Preisstaffeln: 875 Euro für ein Zimmer, 1.135 für zwei und 1.500 für die Penthouses. Die ersten legalen Mieter zogen im Herbst nach einem Auswahlverfahren ein, das die Schlüsselübergabe und Begleitung bis zur Haustür umfasste. Jetzt leben sie mit Partys, Schlägereien und, nach ihrem Zeugnis, mit Blut an den Wänden. Vivenio hat sie mit einer Senkung der Monatsmiete um 100 Euro entschädigt.

Die Besetzer drängen sich zusammen: In einigen Wohnungen leben zwei oder drei Familien mit Kindern und sogar Senioren, und eine davon beherbergt 13 Personen unter einem Dach. Der Konflikt sei kein organisierter Protest, sagen die Betroffenen, sondern ein Nachbarschaftsproblem, das über sie hereingebrochen sei.

Was der Eigentümer getan hat und warum es nicht ausreichte

Vivenio hat zwei der drei Aufzüge im Gebäude abgeschnitten, die Sicherheit am Eingang verstärkt, Alarmanlagen installiert, das Schloss am Eingang gewechselt und ein Unternehmen für Räumungen (Desokupación) beauftragt. Alles vergeblich: Die Besetzer gehen nicht und werden mehr. Die Bewohner behaupten, dass das Unternehmen seit dem 23. Dezember nicht handelt und dass ihre einzige Reaktion die 100-Euro-Senkung war. Der Eigentümer hatte bereits ähnliche Konflikte in Projekten in Villaverde und Móstoles, wie berichtet wurde. In den noch leer stehenden Wohnungen wurden Alarme und Sensoren installiert, die mit einer Zentrale verbunden sind.

Einige weisen auf die Ursache des Problems hin: Bei einem Projekt, das noch nicht bezogen ist und dessen Schlüsselübergabe aussteht, ist die 24-Stunden-Bewachung bis zur Besitzergreifung das Einzige, was ein brachliegendes Objekt vor einer Okkupation schützt. Die vollständige Aufschlüsselung dessen, was diese Entscheidung kostet (und spart), hat bisher niemand auf den Tisch gelegt.

Der Vertrag, die Kinder und das Gesetz

Einer der Besetzer, der sich als Marcelo ausgibt, verteidigt, dass sie einen Vertrag unterschrieben hätten und dass 13 Personen in seiner Wohnung lebten, nachdem er 2.500 Euro gezahlt habe. „Mir wurde dies in der Schlange der Kirche angeboten, dort haben wir alles abgeschlossen und bekamen den Schlüssel“, versichert er. „Wir haben einen Vertrag und können hier nicht rausgeworfen werden, außerdem haben wir Kinder und das Gesetz schützt uns.“ Der Vermittler, der die Zugänge ermöglichte, versprach laut Nachbarn, am 28. Tag zum Kassieren zu kommen, tauchte aber nie auf.

Über das Zusammenleben kursieren unbestätigte Versionen: illegale Geschäfte innerhalb der Wohnungen, ein Concierge, der Leute auf der Straße aufgreift und mitnimmt, Präsenz von Banden. Der Eigentümer wurde dazu befragt; die Nachbarschaftsbeschwerde betont, dass das Problem nicht die Nationalitäten betrifft, sondern dass niemand rechtzeitig Maßnahmen ergriff.

Dass in einem Gebäude mit Wärmepumpe, Fitnessstudio und Ladestationen für Elektroautos der am heftigsten umstrittene Dienst letztlich ein Concierge ist, der den Besetzern die Tür öffnet, hat seinen Reiz. Dass eine Zweizimmerwohnung für den Preis eines High-End-Smartphones zu bekommen ist, ebenfalls. Die Traumwohnanlage wartet derweil darauf, dass jemand entscheidet, wer im Treppenhaus das Sagen hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (334 Antworten).

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