Lidl-Saugroboter: 79 Euro statt 290 Euro für den Roomba

Der Dirt Devil Libero kommt für 79 Euro zu Lidl, der Roomba 630 kostet 290 Euro. Ohne Ladestation und mit 45 Minuten Laufzeit: Schnäppchen oder Schrott?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Lidl-Saugroboter: 79 Euro statt 290 Euro für den Roomba
Lidl-Saugroboter: 79 Euro statt 290 Euro für den Roomba

Ein Saugroboter für 79 Euro bei Lidl. Der Dirt Devil Libero landet in den Regalen des deutschen Discounters mit einem Versprechen, das wie ein Witz klingt: 45 Minuten Laufzeit, ein Antikollisionssensor, 11 Zentimeter Höhe, um unter Möbel zu passen, und eine Saugtechnologie ohne zentrale Bürste. Das Problem: Es gibt keine Ladestation. Wenn der Akku leer ist, bleibt er stehen, wo er stehen bleibt. Und in einer Wohnung mit mehr als 60 Quadratmetern wird die Laufzeit damit zum Countdown.

Der unvermeidliche Vergleich ist der iRobot Roomba 630 für rund 290 Euro. Zweihundert Euro Unterschied. Die Frage ist nicht, ob der Dirt Devil besser ist. Die Frage ist, ob der Preisunterschied einen Ergebnisunterschied bedeutet, der den Aufpreis rechtfertigt.

Was ein 79-Euro-Roboter kann, was ein 290-Euro-Roboter nicht kann

Der Roomba 630 saugt. Der Dirt Devil Libero auch. Der Unterschied liegt darin, wie sie sich bewegen. Der günstige Roboter hat kein Mapping: Er fährt wild umher, ohne festen Kurs, wiederholt Bereiche und lässt andere aus. Auch der Roomba ist in seiner Einstiegsklasse kein Navigationswunder, aber die Nutzer-Community ist sich einig, dass er die Fläche besser abdeckt. Ein Nutzer, der ihn seit einem Jahr besitzt, fasst es nüchtern zusammen: "bis jetzt null Probleme und macht genau das, was er verspricht".

Die Lautstärke ist ein weiterer Faktor. Der Dirt Devil ist laut denen, die ihn getestet haben, leiser als der Roomba. In einer Wohnung mit Nachbarn oder im Homeoffice ist das kein Detail. Bei der Saugleistung kann er dagegen nicht mithalten. Der Roomba saugt mehr und hinterlässt weniger Krümel. Der Dirt Devil reicht hin, aber mit Lücken.

Das Akku-Problem: die Achillesferse jedes Roboters

In jedem Gespräch über Saugroboter taucht dasselbe Muster auf: der Akku. Ein Teilnehmer sagt es ungeschminkt: "Ich meide alles, was mit Akku läuft". Die Alltagserfahrung deutet in dieselbe Richtung. Akkusauger scheitern am Akku. Roboter ebenso. Die Frage ist, wie lange sie durchhalten und ob sich dieser Kostenfaktor lohnt.

Der Dirt Devil Libero lädt in 4 Stunden und saugt 45 Minuten. Ohne Ladestation erfordert der komplette Zyklus ständige Aufmerksamkeit. Für eine kleine Wohnung kann das funktionieren. Für ein großes Haus ist es ein teures Spielzeug. Ein Nutzer, der ihn für seine Mutter gekauft hat, ist klar: "für 79 Euro bei Electroprecio ist er super, erfüllt seinen Zweck". Ein anderer ergänzt: "Ich dachte, das wird ein Flop, aber er hat mich für den Preis positiv überrascht".

Die chinesische Alternative, über die vor fünf Jahren niemand sprach

Der Markt hat sich verändert. Wo es früher nur Roomba oder Neato gab, gibt es heute Xiaomi, Ilife und eine wachsende Liste chinesischer Marken, die Mapping und automatisches Aufladen für unter 200 Euro bieten. Ein Teilnehmer empfiehlt den Ilife V1 für 90 Euro. Ein anderer besitzt den Xiaomi und ist "sehr zufrieden". Die Eintrittshürde ist nicht mehr der Preis, sondern die Technologie. Die Modelle mit LiDAR, so heißt es, sind die einzigen, die nicht "wie verrückt 50-mal über dieselbe Stelle fahren".

Der Dirt Devil Libero bleibt im Niemandsland. Er ist nicht günstig genug, um ein bedenkenloser Spontankauf zu sein, und nicht gut genug, um mit Roombas der Mittelklasse zu konkurrieren. Er ist ein Roboter zum Einstieg. Um auszuprobieren, ob das Konzept ins eigene Zuhause passt, bevor man 300 Euro ausgibt. Für alle mit kleiner Wohnung, die ihn nicht per Hand aufladen wollen.

Das Urteil derer, die ihn schon besitzen

Die Erfahrungen der ersten Käufer sind gemischt. Wer ihn für einen Angehörigen gekauft hat und selbst einen Roomba besitzt, beschreibt es ohne Dramatik: "die sind nicht zu vergleichen, aber für 79 Euro ist er super". Wer einen günstigen Roomba erwartet hatte, wird enttäuscht. Wer einen ersten Roboter suchte, ist positiv überrascht. Das Fazit, das immer wieder auftaucht, lautet: Es ist kein schlechtes Produkt, es ist ein anderes Produkt.

Der Dirt Devil Libero wird keinen klassischen Staubsauger ersetzen. Er wird kein 120-Quadratmeter-Haus unbeaufsichtigt reinigen. Er wird nicht von selbst zur Basis zurückkehren. Aber für 79 Euro tut er etwas, das kein Besen tut: saugen, während man mit etwas anderem beschäftigt ist. Mit Vorbehalten. Mit Einschränkungen. Mit dem Akku als Damoklesschwert. Und mit der Gewissheit, dass man bei einem Defekt kein Monatsgehalt verpfändet hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (25 Antworten).

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