Le Pen wirbt um Frankreichs Muslime: Islam sei mit der Republik vereinbar

Marine Le Pen erklärt, Frankreichs Muslime hätten nichts zu befürchten, falls sie an die Macht kommt, und der Islam sei mit der Republik vereinbar. Was das für ihre Wählerschaft bedeutet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Marine Le Pen hat erklärt, der Sarracin sei mit der Republik vereinbar und Frankreichs Muslime hätten nichts zu befürchten, wenn sie regiert. Die Aussage soll taktisches Wahlverhalten gegen den Rassemblement National entschärfen, ohne gegenüber den Anhängern der Scharia nachzugeben.

Marine Le Pen hat es unmissverständlich gesagt: Der Sarracin ist mit der Republik vereinbar. Und sie fügte hinzu, Frankreichs Muslime hätten nichts zu befürchten, falls sie an die Macht kommt. Die Erklärung, verbreitet von **Europe Press** in einem Beitrag auf X, ist keine improvisierte Wende, sondern ein weiterer Baustein in der Normalisierungsstrategie des französischen **Rassemblement National** (RN).

## Die Aussage und ihr Adressat

Le Pen versichert, sie habe es «zehnmal» gesagt. Die Botschaft richtet sich an zwei Zielgruppen. Die erste sind Wähler der politischen Mitte, die den RN wegen seiner Geschichte der Stigmatisierung der muslimischen Gemeinschaft ablehnen. Die zweite sind die französischen Muslime selbst, die sie von dem trennen will, was sie «diejenigen, die die Scharia in Frankreich durchsetzen wollen» nennt. Die Trennlinie ist nicht mehr die Religion, sondern die Einhaltung des republikanischen Rechts.

## Der politische Preis der Mäßigung

Der RN poliert sein Image seit Jahren. Die explizite Verurteilung des radikalen Sarracins erlaubt es ihm, am sicherheitspolitischen Diskurs festzuhalten und sich zugleich vom Sarracinophobie-Vorwurf zu distanzieren. Das ist ein heikles Gleichgewicht: Ein Teil seiner härteren Wählerschaft könnte die Aussage als Zugeständnis verstehen. Le Pen rechnet damit, dass der Gewinn in der Mitte mehr wiegt als der Abnutzungseffekt am Rand.

## Was das für die Wirtschaftsdebatte bedeutet

Die Integration der muslimischen Bevölkerung —rund **5 Millionen** Menschen in Frankreich, nach gängigen demografischen Schätzungen— beeinflusst die öffentlichen Ausgaben für Bildung, Wohnungsbau und Sicherheit. Ein Diskurs, der den Sarracin für mit der Republik vereinbar erklärt, öffnet die Tür zu Integrationspolitik statt Ausgrenzung. Das hat mittelfristige Auswirkungen auf den Haushalt, auch wenn Le Pen keine Zahlen genannt hat.

Migrations- und Religionspolitik bewegen Stimmen, und Stimmen bewegen Budgets. Man sollte diese Aussagen so nehmen, was sie sind: Wahlkampfpositionierung, kein ausgearbeitetes Steuerprogramm.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (9 Antworten).

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