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Lateinamerikanische Weißung in Spanien: Phänotyp gegen Pass
Die Selbstwahrnehmung von Weißsein unter Lateinamerikanern in Spanien hat wirtschaftliche Wurzeln. Ein virales Beispiel macht das sichtbar.
Ein Twitter-Nutzer mit phänotypischen Merkmalen, die eine indigene Herkunft verraten, behauptet mit allem Ernst, er sei Spanier. Das Bild widerspricht der Erzählung. Es wirkt nicht wie ein Witz, und das Beispiel, so anekdotisch es klingen mag, fasst ein soziologisches Phänomen mit wirtschaftlichen Facetten zusammen: die Selbstwahrnehmung von Weißsein unter Lateinamerikanern, die nach Spanien auswandern.
Manche halten dagegen, dass nationale Identität nicht an der Hautfarbe hängt, sondern an Sprache und Kultur. Nach dieser Logik kann sich ein Bogotánier mit indigenen Großeltern genauso spanisch fühlen wie jemand, der in Albacete geboren wurde. Doch die Hartnäckigkeit des Phänotyps erzeugt eine unangenehme Reibung: Wenn aus der Aufenthaltskarte ein Pass wird, spiegelt der Spiegel etwas anderes.
Der wirtschaftliche Wert, weiß zu aussehen
Weißsein ist nicht nur Ästhetik: Historisch wirkte es als soziales Kapital. In Lateinamerika galt europäische Herkunft als Zeichen der gehobenen Schichten; in Spanien bedeutet Integration, die Merkmale zu verwischen, die die Herkunft verraten. Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt wegen der Herkunftsregion ist untersucht, mit gemischten Ergebnissen, und anekdotische Belege zu Vorstellungsgesprächen und Beförderungen gibt es reichlich, auch wenn quantitative Daten weiterhin rar sind.
Der Komplex ist nicht auf Lateinamerikaner beschränkt. Manche Analysen vergleichen ihn mit dem, den bestimmte Südeuropäer gegenüber den Nordländern hegen: der Drang, sich an die dominante Gruppe anzuschließen, um in der symbolischen Hierarchie aufzusteigen. Der Mythos vom „überlegenen Blut“ und sein Gegenstück, die Verachtung für diejenigen, die es nicht haben, sind zwei Seiten derselben Münze.
Spanische Kultur gegen mestizischen Phänotyp
Die Paradoxe verschärft sich, wenn man einwendet, dass Spanien selbst ein Land der Aufnahme und Vermischung war. Wer seine Spaniität kulturell begründet, stößt an eine rassifizierte Identitätsvorstellung, die mehr wiegt als die Geburtsurkunde. Das eigentliche Unbehagen — wer hat das Recht, sich spanisch zu fühlen — zieht sich durch die Debatte und erklärt, warum der Phänotyp zum Schlachtfeld wird.
Wie viel sollte das Aussehen bei der Konstruktion von Identität zählen? Die Frage bleibt unbeantwortet. Unterdessen steht das Beispiel des Twitter-Nutzers weiterhin da und herausfordert die Bequemlichkeit derer, die lieber nicht hinsahen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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