Kurosawa: Ran, Die sieben Samurai oder Ikiru — der Filmdebatt

Ran, Die sieben Samurai, Ikiru oder Dersu Uzala: Eine Kurosawa-Retrospektive löst eine Filmdebatte über Laufzeiten, Tempo und den besten Einstieg in das Werk des Regisseurs aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kurosawa: Ran, Die sieben Samurai oder Ikiru — der Filmdebatt
Ran, Die sieben Samurai oder Ikiru: das Duell, das Filmfans spaltet

Eine Akira-Kurosawa-Retrospektive wird nach dem Ausscheidungsprinzip entschieden: Kaum jemand bestreitet, dass der japanische Regisseur ein Gigant ist, doch bei der Wahl eines einzigen Films zerfällt der Konsens in drei oder vier Titel, und kein Argument beendet die Diskussion. Die Paradoxie: Der Favorit vieler ist nicht der rundeste Film, sondern der, der am besten altert, oder der, den man zuerst gesehen hat. Und dort, in der Reihenfolge des Sehens, wird mehr entschieden, als es scheint.

Die sieben Samurai und das Problem der Laufzeit

Das Samurai-Epos taucht immer wieder als Pflichtreferenz auf. Man räumt ihm den Rang eines großen Werks ein, aber mit einem wiederkehrenden Vorbehalt: **es ist verdammt lang**. Manche verteidigen ihn ohne Einschränkungen, andere geben zu, dass man die Länge wegen des Inhalts verzeiht. Das meistkommentierte Detail, und das ist kein Witz, ist die Einstellung mit Schauspieler Toshirō Mifune, die einen guten Teil der Laufzeit einnimmt: Manche halten sie für ein Bonusmaterial des Hauses.

Die Kehrseite ist Yojimbo, gelesen als ein Western im Samurai-Gewand. Die schärfste Kritik zielt auf das Finale: **neun Männer gegen einen**, in Sekunden erledigt nach zwei Stunden Not. Das Argument hat seine Logik: Wenn der Protagonist unbesiegbar ist, verdampft die Spannung. Trotzdem bekommt er ein ausreichendes Urteil.

Ran und der alte Mann, der Grimassen schneidet

Visuell erntet Ran das intensivste Lob. Der Sturm auf die Burg und die Kameraarbeit gelten als das Beste der Retrospektive. Der Vorwurf betrifft das Tempo: **zu viel Laufzeit**, und manche gestehen, dass sie den alten Protagonisten am Ende nur noch störend finden. Die stärkste Verteidigung sieht in ihm den weisesten Kurosawa, den, der nach tausend Filmen macht, was er will, mit Brüdern, die sich gegenseitig umbringen, und brennenden Burgen. Der japanische König Lear, in einem Satz zusammengefasst.

Die Überraschung: Ikiru und Dersu Uzala

Abseits des Samurais drängen sich zwei Titel mit unerwarteter Kraft ins Gespräch. Ikiru (Einmal wirklich leben) gilt als die Empfehlung, die jeder Filmfreund einlösen sollte: ein grauer Beamter, bei dem Krebs diagnostiziert wird und der beschließt, vor seinem Tod etwas Nützliches zu tun. Ohne Schwerter und mit mehr Wahrheit als viele Epen.

Und Dersu Uzala holt mehrere erste Plätze mit einem Argument, das nichts mit dem Kino zu tun hat: **keine Frauen darin**. Die Boutade verbirgt eine echte Vorliebe für die Schlichtheit der Erzählung und die Landschaft. Auch Rashomon wird erwähnt, mit seinen **88 Minuten** und seinem Verbrechen, das vier Zeugen in widersprüchlichen Versionen erzählen, als die unterhaltsamste und zugleich tiefste Option.

Die Tatsache, die die Erzählung korrigiert

Die häufigste Verwirrung hat einen Haken: Yojimbo ist kein verkleideter Western, sondern der Ursprung des Westerns. Sergio Leones Für eine Handvoll Dollar ist fast eine Kopie, und Kurosawa und die Produktionsfirma Toho verklagten Leone und bekamen einen Anteil an den Einspielergebnissen. Der Einfluss geht in beide Richtungen: Kurosawa schöpfte aus John Fords Western, und danach kopierte der Western ihn.

Mit dieser Landkarte bleibt die Frage unbeantwortet. Wählt man den Film, der einen am meisten bewegt, den, der am besten altert, oder den, den man zuerst gesehen hat?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (52 Antworten).

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