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2001: Odyssee im Weltraum gewinnt Film-Turnier mit 427 Stimmen
Stanley Kubricks Sci-Fi-Klassiker setzt sich in einem Turnier von 64 Filmen knapp durch. Sergio Leones Western verliert das Finale nur um drei Stimmen.
2001 schlägt The Good, the Bad and the Ugly nur knapp
Ein Turnier mit 64 Filmen, aufgeteilt in zwei Divisionen und sechs Abstimmungsrunden, endete im engsten möglichen Finale: 101 zu 98 Stimmen. Kubricks Weltraum-Odyssee holte den Titel, doch die eigentliche Sensation war der zweite Platz von Sergio Leones Spaghetti-Western. Dieser hatte das Turnier mit einer vernichtenden Niederlage gegen Das Leben ist schön (50-6) begonnen und stand am Ende nur drei Stimmen vor dem Sieg. Der Organisator fasst es schlicht zusammen: „Am Ende hat der mit den Affen gewonnen.“
Das Turnier entstand aus einer einfachen Idee: 64 repräsentative Titel auswählen und sie in K.-o.-Runden gegeneinander antreten lassen. Die Vorauswahl wurde von zwei Personen getroffen und laut veröffentlichtem Fazit als „ausreichend repräsentativ“ eingestuft. Was niemand erwartet hatte, war der Verlauf des Tableau. Die erste große Überraschung kam, als Mulholland Drive gegen Der Mann, der Liberty Valance erschoss verlor, in der bis dahin meistbeachteten Paarung. Der Organisator sprach von „seltsamen Umständen“, doch dieser Moment fungierte als Zündfunke: Ab da explodierte die Teilnehmerzahl.
Klassischer Western schwach, Spaghetti-Western stark
Die Analyse des Organisators fällt für Teile des Kanons hart aus: „Der klassische Western hat keine gute Zeit und ich glaube nicht, dass er sich bald erholt.“ John Ford stellte zwei Klassiker ins Rennen, keiner kam weit. Der schwarze Falke scheiterte bereits in Runde eins. Der Mann, der Liberty Valance erschoss hielt bis zum Achtelfinale durch, wo ihn Sieben Samurai eliminierte – Kurosawas einziger Beitrag und ein echter Gigantenkiller: Er schaltete auch Vertigo aus, bevor nur die Siegerin ihn stoppen konnte.
Während Ford strauchelte, wuchs Leone runde für Runde mit einer vom Organisator als „makellos“ bezeichneten Bilanz: 56-26 gegen Einer flog über das Kuckucksnest, 52-42 gegen Goodfellas, 77-71 gegen Der Pate II und 65-59 gegen Der Pate. Vier illustre Opfer vor dem Finale. Die Erklärung im Fazit ist soziologisch: In einem Forum mit dieser Zusammensetzung würde ein Spaghetti-Western mit Clint Eastwood, Eli Wallach und Lee Van Cleef „viel Unterstützung finden“, auch wenn das Ausmaß selbst den Organisator überraschte.
Nolan, Wilder und die Nouvelle Vague: Die großen Verlierer
Der Blick auf die Ausgeschiedenen zeigt einen generationellen Wandel im Geschmack. Nolan hatte drei Filme nominiert, aber keiner überstand die erste Hürde. Billy Wilder brachte vier Titel ein, doch nur Sunset Boulevard – Boulevard der Dämmerung überlebte die erste Runde, fiel kurz darauf jedoch ebenfalls. Coppola verlor Apocalypse Now gleich in Runde eins gegen Sieben Samurai und sah seine beiden Der-Pate-Filme im Divisionsfinale gescheitert.
Auch die klassischen Ikonen hatten wenig Glück. Citizen Kane, Die zwölf Geschworenen und Chaplins beide Beiträge fielen ohne Gnade. Godard und Truffaut waren „praktisch nur Statisten“. Hitchcock trat mit Vertigo und Psycho an, „ohne großen Erfolg“, wobei der Organisator besonders bei ersterem mehr erwartet hatte. Eine Ausnahme unter den gefallenen Klassikern bildete Vom Winde verweht, das das Divisions-Halbfinale gegen Barry Lyndon erreichte, sowie Casablanca, das eines von Nolans Batman-Projekten ausschaltete und die Herr-der-Ringe-Trilogie in einem „extrem knappen“ Duell besiegte, bevor es gegen Der Pate verlor.
Die Entdeckung, die den Aufwand rechtfertigte[/SIZEN]
Unter den Verlierern hebt der Organisator eine persönliche Bereicherung hervor: Geschichten aus Tokio von Ozu und Darstellerin Setsuko Hara. Er gab zu, weder den Film noch den Regisseur gekannt zu haben, aber das Turnier ermöglichte ihm die Entdeckung dieses „Meisterwerks“ und einer Schauspielerin, die er seither als „eine meiner filmischen Göttinnen“ betrachtet. Der japanische Film landete auf Platz 16 mit 57 Stimmen, eine Leistung, die im Fazit als unerwartet beschrieben wird.
Der Sieger hingegen überraschte den Organisator nicht. Es war klar, dass 2001: Odyssee im Weltraum weit kommen würde, da der Film „bestens altert“: Sechzig Jahre später löst er immer noch hitzige Diskussionen aus, erfährt Neuveröffentlichungen in neuen Formaten und Kinovorführungen sind ausverkauft wie Konzerte. „Es ist ein Film, der uns alle überleben wird“, lautet sein Urteil.
Endstand und Zahlen des Turniers
Das Podium komplettieren Der Pate (316 Stimmen) und Barry Lyndon (202). Dahinter folgen Der Pate II (192), Vom Winde verweht (139), Der Clou (133), Sieben Samurai (127), Liberty Valance (112), Matrix (111) und Goodfellas (109). Den Abschluss bilden Die Verurteilten (95), Taxi Driver (89), Psycho (87), Casablanca (72), Geschichten aus Tokio (57), Sunset Boulevard (69) und Fight Club (58).
Die Diskussion nach dem Ergebnis wanderte zu anderen Themen. Es wurde bedauert, dass Stummfilme fehlten: Der erste Mabuse, Sunrise, die Nibelungen-Trilogie, Buster Keaton, Nosferatu, Griffith oder Hitchcocks Stummfilmphase. Auch Ben Hur wurde vermisst. Für zukünftige Ausgaben tauchte zudem der konkrete Vorschlag eines rein europäischen Filmturniers auf, sowie die Idee einer Serie-fokussierten Konkurrenz.
Mit diesen Zahlen ist jede Vorhersage für das nächste Turnier riskant. Die einzige Gewissheit ist, dass das Drei-Stimmen-Ergebnis die Tür für eine Revanche offen hält – angesichts der Stärke des Spaghetti-Westerns sollte niemand diese Möglichkeit ausschließen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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