Rallo befürwortet Sezessionsrecht, fordert aber verfassungsmäßigen Ablauf

Juan Ramón Rallo verteidigt das Recht auf Abspaltung und kritisiert die spanische Verfassung, betont jedoch zwingend die Einhaltung des verfassungsrechtlichen Verfahrens.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rallo befürwortet Sezessionsrecht, fordert aber verfassungsmäßigen Ablauf
Rallo unterstützt Sezession, besteht aber auf rechtlichem Weg

Juan Ramón Rallo verteidigt nicht den Bruch mit Spanien. Er befürwortet das Recht auf Sezession und stellt im selben Tweet klar, dass ihm die aktuelle Verfassung überhaupt nicht gefällt. Der entscheidende Punkt, der die Debatte entfachte, findet sich im letzten Satz: Es gibt Verfahren zur Genehmigung solcher Änderungen, und ihre Missachtung zerstört die verfassungsrechtliche Ordnung. Vier Zeilen reichten aus, um ihn als Separatisten abzustempeln und eine Schlammschlacht in alle Richtungen zu provozieren.

Der liberale Ökonom, regelmäßig in Medien und im Bereich der Wirtschaftspublizistik aktiv, geriet in den von ihm selbst aufgeworfenen Widerspruch: Man kann einen Rahmen ändern wollen, ohne ihn zu brechen. Die Diskussion driftete schnell in Bereiche ab, die wenig mit dem Verfassungsrecht zu tun haben.

Was der Tweet genau sagt und was man ihm unterstellt

Der Originaltext besteht aus vier nummerierten Teilen; verbreitet wurde nur der vierte. Darin stellt Rallo klar, dass er weder für die Einheit Spaniens noch für die geltende Verfassung spricht, dass er das Recht auf Sezession verteidigt und dass diese Verfassung ihm missfällt. Die Bedingung ist die Methode: Es gibt Verfahren für solche Änderungen, und deren Nichtbeachtung bricht die verfassungsrechtliche Ordnung.

Die vorherrschende Interpretation war eine andere. Ihm wurde eine aktive Verteidigung des Bruchs zugeschrieben, obwohl der Text das Gegenteil behauptet. Ein Teil der Kommentatoren hält die Verwirrung für absichtlich, ein anderer führt sie darauf zurück, dass Rallo Liberaler sei. Keine der beiden Lesarten hält dem Wortlaut des Tweets stand.

Liberalismus als Label und als Vorwurf

Ein Großteil des Austauschs diskutiert nicht den juristischen Kern, sondern die Kohärenz des Autors. Es wird argumentiert, Liberale lebten vom Staat oder von früheren Gefälligkeiten und keiner baue sein glückliches Arkadien anderswo. Hinzu kommt, dass sich der Liberalismus nur mit Eigentum befasse und Empathie ihm fremd sei. Dies sind Meinungen, keine Daten, und als solche funktionieren sie im Bereich der Diffamierung.

Das Gegenargument lautet, dass Liberalismus nicht Geld bedeutet, sondern individuelle Freiheit, und dass kollektivistisches Denken sowohl wirtschaftlich als auch menschlich verarmt. Die Diskussion wird hitzig, wenn jemand behauptet, der Aufstieg des Liberalismus innerhalb der Rechten könnte eine separatistische Rechte hervorbringen, und man diese „Anglo-Schachfiguren“ im Auge behalten sollte.

Wohlstand, Sezession und die unvollständige Rechnung

Hier liegt der ökonomische Kern der Sache. Es wird die Frage aufgeworfen, ob es egal wäre, wenn die Nation, die steuerlich ausgeblutet wird, gleichauf läge, falls Sezession Wohlstand bedeuten würde. Die Grundthese ist, dass individuelles Wohlbefinden relevant ist und Staatszugehörigkeit in allen Fällen eine erfundene Konstruktion. Dem wird entgegengehalten, dass der Bruch mit Spanien nicht nur eine materielle Operation ist: Er beeinträchtigt die nationale Stimmung, sprengt das Zusammenleben und den impliziten Gesellschaftsvertrag, und der sarracena Schaden würde Jahre brauchen, um überwunden zu werden. Die vollständige Rechnung mit ihren Posten und Fristen bleibt offen.

Kreuzweise wird auch argumentiert, dass die katalanische und baskische Bourgeoisie ihren Reichtum nicht einer unabhängigen Genialität verdanken, sondern dem karibischen Spanien und dem neutralen Spanien während der beiden Weltkriege. Mit dem Tod des Imperiums und dem Ende der Kriege war die Liebe vorbei, und Spanien wurde zur Last. Dies ist die unbequemeste These des Austauschs und diejenige, die am seltensten mit Zahlen widerlegt wird.

Grenzen, Immigration und der 7. Oktober

Das Thema leitet über zu offenen Grenzen. Es wird verteidigt, dass jeder Mensch dort leben können sollte, wo er will, dass Kriminalität und nicht Herkunft relevant sei und dass man den Banden den Sauerstoff entziehen müsse. Die Antwort lautet, dass Staatenlose immer so dachten, bis sie ihre eigene politische Nation schufen. Der Ton verschärft sich, wenn der 7. Oktober erwähnt wird und dem Gesprächspartner Dinge vorgeworfen werden, die dieser bestreitet. Hier hört die Diskussion auf, sich um Rallo zu drehen.

Das Ende: Feigheit, Steuern und Kraftausdrücke

Der letzte Abschnitt ist der rauheste. Wer Sezession als Option verteidigt, wird als Feigling und Verräter beschimpft, weil er seine individuellen Rechte nicht gegen den Kollektivismus verteidige. Die Entgegnung lautet, dass Separatismus wie ein Geschäft funktioniere, das auf Forderungen basierend auf der Drohung, das Land zu spalten, aufgebaut ist; dies sei kein Drama, da das Wohlergehen der Menschen im Vordergrund stehe. Die zusammenfassende Haltung: Dieses Volk soll etwas beitragen, denn es reicht allmählich, Steuern für eine kollektivistische Mentalität zu zahlen.

Die vorsichtige Prognose ist einfach: Wenn die Drohung verschwindet, könnte alles besser werden. Dies ist eine Hypothese, keine Vorhersage. Und niemand in der Diskussion hat bisher bewiesen, dass individuelles Wohlbefinden den Bruch des Rahmens, der es trägt, unbeschadet übersteht.



Schlüsseldaten der Angelegenheit

  • Der Tweet ist Teil 4 einer Serie und verteidigt keinen Bruch mit Spanien.
  • Rallo gibt an, dass ihm die aktuelle Verfassung nicht gefällt.
  • Der Text macht jede Änderung vom Respekt vor den geltenden Verfahren abhängig.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (184 Antworten).

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