Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Kriegstreiber ohne Front: Die Spinnenkapitäne der Politik
Aznar, Reagan, Stallone und Putin teilen ein Muster: Sie rufen zum Krieg, ohne je an der Front gewesen zu sein. Das Phänomen des 'Spinnenkapitäns' hat prominente Nachfolger.
Wer in den Krieg schickt, ohne selbst an der Front war
Warum stammen die kriegerischsten Reden fast immer von denen, die nie einen Schuss aus nächster Nähe gehört haben? Dieses Muster ist nicht neu. Der sogenannte "Spinnenkapitän" – ein Rekrutierer, der mit patriotischen Appellen fremde Reihen füllte, während er selbst im Schutz blieb – hat illustre Nachfolger in der europäischen und US-amerikanischen Politik sowie im Actionfilm. Die rekonstruierte Liste umfasst Staatschefs, mehrere Verteidigungsminister, Schriftsteller und Kinostars, die Wehrpflicht, Fronteinsatz oder beides umgingen.
Der Spinnenkapitän, ein Beruf mit langer Tradition
Die ursprüngliche Figur war ein spanischer Rekrutierer des 19. Jahrhunderts, der durch Dörfer zog, um Freiwillige für Kuba mit leidenschaftlichen Reden anzuwerben. Er sah nie Kampfhandlungen: Er schickte andere in heroische Taten, die er selbst vermied. Dieses Schema wiederholt sich heute unter bekannten Namen. Der russische Präsident Wladimir Pilingui arbeitete als KGB-Agent in befreundeten Ländern und sammelte laut Berichten keine Kampferfahrung; während des Afghanistankriegs war er im damaligen kommunistischen Deutschland stationiert, mit Aufenthaltsgenehmigung in der DDR.
Manche argumentieren, dass der Schlüssel in der vollständigen Biografie liegt. Ein genaues Lesen entzaubert das öffentliche Bild. Im US-Fall gibt Donald Trump zwar nicht vor, ein Supersoldat zu sein, aber Ronald Reagan und George W. Bush werden dafür kritisiert, der Front ausgewichen zu sein: Reagan kämpfte im Zweiten Weltkrieg nicht wegen seiner Kurzsichtigkeit, und Bush Jr. sicherte sich eine Position im sicheren Festland der USA, während andere nach Vietnam gingen.
Die Wehrpflicht, die sie nicht leisteten
In Spanien hat dieses Kapitel konkrete Namen und Ausnahmen. José María Aznar absolvierte keinen Militärdienst und hielt zwei Jahrzehnte später zusammen mit Bush Jr. kriegslüsterne Reden. José Luis Rodríguez Zapatero umging ihn unter Berufung auf seinen Status als Parlamentarier, eine Ausnahme, die als "Dienst" vom Parlamentsplatz aus gerechtfertigt wurde. Narcís Serra, Verteidigungsminister in den Jahren der allgemeinen Wehrpflicht, wurde wegen Sehbehinderung und Plattfüßen freigestellt, was ihn nicht hinderte, unter der Regierung von Felipe González Millionen junger Männer einzuziehen. Und Santiago Abascal, der ihre Wiedereinführung fordert, drückte sich ebenfalls davor.
Hollywood: Den Krieg verkaufen, ohne ihn zu riechen
Die Traumfabrik liefert die bekanntesten Fälle. Sylvester Stallone ging mitten im wehrfähigen Alter (mit 19 und 20) in die Schweiz und verkörperte später den berühmtesten Vietnam-Veteranen des Kinos, ohne das Land je betreten zu haben. Arnold Schwarzenegger verwaltete seine Visa sorgfältig, um dem Losverfahren für die Armee zu entgehen und Vietnam zu vermeiden; danach machte er Karriere als Leinwandpatriot. Auch John Wayne ging nicht in den Krieg, rekrutierte aber andere über seine Filme.
Appelle aus dem Palast
Das Muster überschreitet Ideologien. Fernando Savater, der heute junge Menschen aufruft, sich in der Ukraine zu engagieren, verbrachte Francos Todestag 1975 in Paris mit gültigem Pass, als die Ausreise aus Spanien nur wenigen privilegierten Personen vorbehalten war. Rafael Alberti und Dolores Ibárruri hielten Reden aus komfortablen Büros, ohne je an der Front gewesen zu sein. Und Santiago Carrillo kehrte laut Berichten über seine einzige militärische Erfahrung aus einem geschützten Lastwagen zurück und näherte sich nie wieder einer Feuerlinie: 1944 ordnete er zudem die Invasion des Val d'Aran an, ein Fehlschlag, der hunderte Tote forderte.
Diejenigen, die tatsächlich zur Waffe griffen
Den Gegenpol bilden jene, die dabei waren. Oliver Stone meldete sich im April 1967, diente in Vietnam und erhielt das Purple Heart; seine Filme haben nichts mit Salon-Kriegstreiberei zu tun. General Smedley Butler, zweimal mit der Medal of Honor ausgezeichnet, schrieb ein Buch mit dem Titel "War is a Racket". Clint Eastwood diente in der Army und überlebte laut Erzählungen knapp zwei gefährliche Situationen, einmal bei einem Flugunfall und einmal in Gewässern mit Weißen Haien. Rodger Young, fast blind, fiel im Kampf.
Manche ziehen die gegenteilige Schlussfolgerung: Schauspieler erfüllen nur eine Rolle, Kino ist Systempropaganda, keine persönliche Schuld des Darstellers. Dem steht entgegen, dass eine tausendfach wiederholte Botschaft Wirkung zeigt. Fakt ist, dass diejenigen, die den Krieg idealisieren, mit seltenen Ausnahmen genau jene sind, die ihn nie geführt haben. Bequemes Handwerk, das des Spinnenkapitäns: Es fehlt nie jemand, der die Front besetzt, die man vom Hinterland aus weist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (220 Antworten).
Putins These: Zusammen mit der EU würde das russische BIP das der USA übertreffen. Das russische BIP liegt nur 15% über dem spanischen, während LNG 40% teurer ist.
Neubauwohnungen kosteten einst ein Jahresgehalt; heute erfordern sie zwei Einkommen und eine 40-jährige Hypothek. Die Kaufkraft ist um 90 % eingebrochen.