Kohle-Ausstieg treibt Strompreise um 350 Mio. Euro

Ein Ministeriumsbericht schätzte die jährlichen Mehrkosten durch den Verzicht auf heimische Kohle auf 350 Millionen Euro, deutlich über den damaligen Subventionen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bericht beziffert Kosten des Kohleausstiegs auf 350 Millionen

Ein internes Bericht des Energieministeriums quantifizierte die Folgen des Ausstiegs aus der heimischen Kohle: ein durchschnittlicher Anstieg des Börsenstrompreises um 3,52 % und mehr als 350 Millionen Euro jährliche Zusatzkosten für die Verbraucher. Diese Zahl ist fast vierzehnmal so hoch wie die 25,3 Millionen Euro, die der Staat damals jährlich zur Förderung des inländischen Minerals ausgab. Die Daten wurden im Juli 2017 öffentlich bekannt, als die Kohlekraftwerke noch liefen und die Bergwerke vor dem Ende standen.

Die darauffolgende, fast ein Jahrzehnt dauernde Debatte drehte sich weniger um die Berechnung selbst als vielmehr um deren Interpretation. Ein Bericht, der die Kosten des Verzichts auf etwas misst, ist keine Verteidigung dieses Dinges. Dieses Missverständnis, ob absichtlich oder nicht, prägte das gesamte Thema.

Wie stark senkt heimische Kohle die Stromrechnung?

Laut dem Dokument würde der Verzicht auf nationale Kohlekraftwerke den Großhandelspreis im Durchschnitt um 3,52 % erhöhen: über 350 Millionen Euro pro Jahr, die letztlich die Verbraucher tragen müssten. Im Vergleich dazu beliefen sich die Kohlesubventionen seit 1990 auf 5,5 Milliarden Euro, während die jährlichen Beihilfen zum Zeitpunkt des Berichts nur noch 25,3 Millionen Euro betrugen. Befürworter des Weiterbetriebs betonten genau diese Differenz: eine Einsparung, die vierzehnmal höher war als die öffentlichen Kosten.

Dagegen spricht ein anderes Argument. Die Kraftwerke existieren bereits, und ihr Betrieb erzwingt nicht zwingend die Nutzung von Inlandskohle. Der im Bericht beschriebene Mangel an installierter Leistung könnte durch dieselben Anlagen gedeckt werden, die Importkohle verbrennen, statt die Bergwerke wieder zu öffnen.

Kohle ist kein homogenes Produkt

Hier zeigt sich die technische Nuance, die oft in Schlagzeilen untergeht. Ein Kohlekraftwerk ist kein privater Kessel: Es ist für einen bestimmten Mineraltyp ausgelegt. Die Anpassung einer Anlage, die für heimische Braunkohle konzipiert wurde, an Importkohle erfordert einen kostspieligen Brennstoffwechsel und mindestens ein Jahr Stillstand. Dies wurde im Kraftwerk As Pontes in Galicien umgesetzt, wo lokale Braunkohle durch importierte Steinkohle ersetzt wurde. Die Umstellung ist weder kostenlos noch sofort möglich.

Das berühmte 3,52 %-Ergebnis bedeutet also nicht dasselbe für alle Szenarien: Wenn die Anlagen bleiben, aber der Brennstoff wechselt, verlagern sich die Zusatzkosten vom Markt auf die Bilanzen der Energieversorger. Bei einem vollständigen Ausstieg treffen sie den Endverbraucher.

Vom 38,8 % der Erzeugung auf 14 % in sechzehn Jahren

Daten von Red Eléctrica (dem spanischen Netzbetreiber) verdeutlichen die Dimension der Diskussion. Im Jahr 2000, als die Strompreise halb so hoch waren wie im folgenden Jahrzehnt, leisteten Kohlekraftwerke 12.052 MW und erzeugten 79.846 GWh, was 38,82 % der gesamten Stromproduktion entsprach. 2016 waren es nur noch 37.038 GWh: 13,95 %. Das ist relativ gesehen fast das Dreifache und absolut das Doppelte innerhalb von nur sechzehn Jahren.

Als internationaler Vergleich diente oft Deutschland: Das Land deckte etwa 40 % seines Strombedarfs mit Kohle. Mit der Zeit sank dieser Anteil auf 30 % oder weniger, was eines der häufigsten Argumente schwächte.

Warum plädieren einige für einen Restbestand an Kohle im System?

Die genannten Gründe sind nicht nostalgisch motiviert. Erstens: In einer globalen Energiekrise garantiert ein eigener thermischer Park ein Minimum an stabiler Stromproduktion. Zweitens: Es handelt sich um eine lokale Ressource, die die Handelsbilanz verbessert, im Gegensatz zur Abhängigkeit von algerischem Gas oder importiertem Uran. Drittens, langfristig betrachtet: Leichtöle gehen zur Neige, und Kohle könnte weiterhin Rohstoff für chemische Prozesse sein.

Auf der anderen Seite wird mit einer anderen Rechnung geantwortet. Die Kosten der Fukushima-Reinigung wurden auf 180 Milliarden US-Dollar geschätzt; damit ließe sich erneuerbare Versorgung jahrzehntelang finanzieren. Zudem erinnert man daran, dass das Unglück in Vandellos I nicht Glückssache war, sondern ein Designfehler.

Der Kampf der Subventionen: 5,5 Milliarden gegen 200 Milliarden

Das andere Streitfeld waren die Zahlen bei den Erneuerbaren Energien. Gegenüber den seit 1990 angefallenen 5,5 Milliarden Euro für Kohle hatten grüne Technologien eine garantierte Rentabilität von 200 Milliarden Euro über ihre Lebensdauer. Diese Asymmetrie, finanziert durch öffentliche Gelder und Aufschläge auf die Stromrechnung, erklärt einen großen Teil des Ärgers.

Die Gegenargumente beziehen sich auf den Zeitplan: Die meisten Prämien galten alten Anlagen mit festgelegten Vergütungsmodellen, und der Preis für CO2-Emissionen – fünf Euro pro Tonne – kompensierte die Umweltbelastung durch Kohle nicht.

Das Ende der Bergwerke und die folgende Stromrechnung

Die Zeit entschied den Konflikt faktisch. Spanien verabschiedete sich von der Kohle durch die Schließung aller Bergwerke, und die nächsten Preiserhöhungen folgten prompt. Die oft beschworene Versorgungssicherheit wurde zur Hypothese: Die Abhängigkeit von algerischem Gas zwang zum Rückgriff auf russisches Gas, als Algerien die Hähne zudrehte.

Die Warner beanspruchen nun die Richtigkeit ihrer Diagnose. Die katastrophalsten Vorhersagen, wie Blackouts, traten nicht ein. Die Preisanstiege jedoch schon. Die verbliebenen thermischen Kraftwerke wurden geschlossen, ohne dass jemand erneut nach einer Berechnung fragte.

Die offene Frage

Der Bericht bezifferte die jährlichen Mehrkosten durch den Verzicht auf heimische Kohle auf 350 Millionen Euro. Niemand hat jedoch die umgekehrte Berechnung veröffentlicht: Wie viel der seitdem gestiegenen Strompreise entspricht jenem 3,52 %, den niemand offen sehen wollte? Oder interessiert das Ergebnis heute nicht mehr?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (449 Antworten).

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