Klimawandel-Skepsis: Debatte über CO2 und Zensurvorwürfe

Ein Forum-Thread stellt fünf Fragen zum Klimawandel, von der CO2-Korrelation bis zu den Lockdowns, und kritisiert die Verweigerung einer offenen Debatte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Klimawandel-Skepsis: Debatte über CO2 und Zensurvorwürfe
Klimawandel-Skepsis: Debatte über CO2 und Zensurvorwürfe

Ist eine offene Diskussion über den Klimawandel möglich? In dem Thread werden fünf Fragen gestellt, auf die immer wieder dieselbe Haltung trifft: dass das Thema nicht debattiert wird. Das Problem ist, dass diese Ablehnung die Unterhaltung nicht beendet hat, sondern sie erst recht angeheizt hat.

Der Ausgangspunkt sind fünf verkettete Fragen. Welche so fragile Definition von „Klima“ wird verwendet, wenn man vom Klimawandel spricht, wenn die Durchschnittstemperatur um ein Grad steigt, falls ein Land überhaupt vom mediterranen zum saharischen Klima wechselt. Wenn es einen Wandel gibt, nach welchen Kriterien ist der alte Zustand besser als der neue? Ob die Korrelation zwischen CO2 und Temperatur Kausalität beweist oder ob es umgekehrt sein könnte. Wie viel CO2 der Mensch ausstoßen müsste, um den Planeten um ein Grad zu erwärmen, angesichts der Tatsache, dass – nach dieser Logik – nur 4 % des gesamten Gases ausgestoßen werden, der wiederum nur 0,04 % der Atmosphäre ausmacht. Und warum die Lockdowns den atmosphärischen CO2-Gehalt nicht einmal um ein Zehntel verändert haben.

Das Experiment mit reinem CO2, das als Beweis nicht taugt

Eines der kursierenden Videos zeigt ein Experiment, bei dem CO2 in reinem Zustand verwendet wird. Für einen Teil der Skeptiker entkräftet dies den Nachweis: „Im Videoexperiment wird ausschließlich mit CO2 gearbeitet, also zählt das für mich nicht. Macht es mit dem Anteil, den die Luft besitzt, und dann reden wir“, heißt es in einer Nachricht des Austauschs. Die zugrunde liegende Frage ist konkret – welchen realen, nachweisbaren Einfluss hat der Anstieg von 0,035 auf 0,04 in Gegenwart aller anderen Gase?, und auf 0,05?— und findet im Material keine Antwort, die den Fragenden zufriedenstellt.

Woher weiß man, dass CO2 die Hitze verursacht und nicht umgekehrt?

Dies ist wahrscheinlich der Kern der Sache. Ein Teilnehmer räumt ein, dass es eine Korrelation zwischen dem Anstieg von CO2 und der Temperatur gibt. Was sich nicht abschließend klären lässt, ist die Richtung der Kausalität: Ob CO2 erwärmt oder ob die Wärme CO2 aus den Ozeanen und dem Permafrost freisetzt, wobei die unabhängige Variable genau umgekehrt wäre. „Wie können wir so sicher sein, dass CO2 den Temperaturanstieg verursacht und nicht umgekehrt?“, fragt jemand. Die Antwort von der anderen Seite leugnet nicht die Physik, aber wohl die Größenordnung: Ohne diesen geringen CO2-Anteil gäbe es kein Pflanzenleben an der Oberfläche und die Temperaturen würden zwischen Tag und Nacht viel stärker schwanken, sodass der relevante Faktor nicht der prozentuale Anteil selbst wäre, sondern die Menge und der lange Kohlenstoffkreislauf.

Konsens, Dissidenz und das Gespenst Galileis

Die andere große Front ist methodischer Natur. Die Idee, dass es einen „wissenschaftlichen Konsens“ gibt, der die Frage abschließt, stößt auf ein klassisches Gegenargument: Dass Wissenschaft nicht nach Mehrheitsvotum funktioniert. „Der wissenschaftliche Konsens ist das Gegenteil von Wissenschaft“, wird im Austausch behauptet, wobei Galileo als wiederkehrendes Beispiel für ein offizielles Paradigma dient, das sich dem Wandel widersetzt hat, bis es nicht mehr anders ging. Die Gegenreaktion kommt in Form von Überdruss: Es gibt nutzlose Debatten, wie die über die flache Erde, und nicht alles verdient eine Bühne. Zwischen beiden Extremen bleibt ein ambigues Terrain, das niemand absteckt: Wo liegt die Grenze zwischen Diskutierbarem und Sturheit?

Das fehlende Glied: Ein einzelner Artikel, der es beweist

Hier konzentriert sich die am häufigsten gestellte und am wenigsten beachtete Forderung. Es werden keine Modelle, keine Indizien, keine Extrapolationen verlangt, sondern eine Arbeit, die beweist – buchstäblich beweist –, dass die globale Erwärmung menschengemacht ist. Wer dies fordert, behauptet, dass es solche Beweise nicht gibt: Dass die Literatur von der Hypothese ausgeht und unter ihr veröffentlicht, von der Landwirtschaft bis zum Ingenieurwesen, weil das Thema Türen und Finanzierung öffnet. Direkte Beweise, so wird behauptet, null. Die Diskussion bringt eine Kaskade von Vorbehalten mit sich: Selbst wenn es genug Daten gäbe, würde die Gewissheit über die Ursache fehlen; selbst wenn die Ursache menschlich wäre, läge der Berechnungsfehler in der Größenordnung des Ergebnisses selbst; und selbst wenn gut gemessen würde, ist unklar, ob es wirksame Maßnahmen zur Umkehrung gibt.

Lockdowns als unfreiwilliges Experiment

Der weltweite Stillstand der Aktivität während der Pandemie funktioniert als natürlicher Test. Wenn der Mensch die Nadel des Klimas bewegt, sollte das Aufhören des Fliegens und Verkehrs Spuren hinterlassen haben. Laut der These, die die Konversation eröffnet, war das atmosphärische Ergebnis „null“. Dies ist, in ihrer Logik, das schwerste Argument zu widerlegen: Jeder Faktor mit realem Einfluss – die Vegetation beispielsweise – hinterlässt sichtbare und schnelle Spuren in den Daten; hier nicht. Parallel dazu wird auf die geografische Verteilung der Emissionen hingewiesen: Ein großer Teil des CO2-Wachstums findet in Asien statt, heißt es, weil dort hergestellt wird, was hier konsumiert wird.

Katastrophale Prognosen, die schlecht altern

Über allem schwebt die Erinnerung an apokalyptische Ankündigungen: Manhattan überschwemmt und Benidorm in zehn Jahren unter Wasser, wie Al Gore zugeschrieben wird. Dem gegenüber stehen Langzeitbeobachtungen: Die römischen Becken in Calpe füllen sich weiterhin, und der Meeresspiegel, so wird ironisiert, hat sich in zweitausend Jahren kaum bewegt.

Die letzte Frage lautet also nicht, ob sich das Klima ändert – das tut es seit jeher –, sondern ob jemand bereit ist, sich hinzusetzen und darüber zu diskutieren, ohne als Ketzer beschimpft zu werden. Anscheinend nicht. Punkt.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (153 Antworten).

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