KI-Katastrophenvideos: Wegwerf-Unterhaltung im 4K-Apokalypse-Format

KI-Kanäle produzieren Apokalypsen in 3- bis 5-minütigen Clips. Die eigentliche Debatte dreht sich nicht ums Rendering, sondern darum, wie bereitwillig das Publikum ein 4K-Weltende schluckt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

KI-Katastrophenvideos: Wegwerf-Unterhaltung im 4K-Apokalypse-Format
KI produziert bereits Apokalypsen in 4K – und das Interesse liegt nicht im Desaster

Es gibt einen Kanal, der sich einer sehr konkreten Sache widmet: Katastrophen mit Künstlicher Intelligenz nachstellen und als Clips von drei bis fünf Minuten hochladen. Eine nukleare Explosion, die Las Vegas 24 Stunden Zeit lässt. Ein Mega-Riss, der Tokio verschlingt. Der Supervulkan von Yellowstone. Kurze, sorgfältig gemachte Stücke – und, das ist das Unbehagliche daran, ziemlich süchtig machend. Die Frage, die das Ganze aufwirft, ist nicht, ob sie gut gemacht sind, sondern was es über uns aussagt, dass wir ein Weltende in 4K mit epischer Musik beim Frühstück hinunterschlucken.

Was mit KI und Naturkatastrophen gemacht wird

Der Katalog ist kein Zufall. Die besten Clips stützen sich auf reale Bedrohungen: La Grieta baut auf einer Verwerfung auf, die in den USA tatsächlich existiert, und der Mount Rainier ist keine Erfindung: Es ist ein aktiver Stratovulkan, der höchste Berg des Bundesstaates Washington, bekannt unter seinem indianischen Namen Tahoma. Dazu kommt der Ausbruch des Supervulkans von Yellowstone, ein weiterer Klassiker des Genres.

Da liegt der Reiz des Formats. Man muss das Monster nicht erfinden: Es genügt, eines zu nehmen, das bereits auf der Karte steht, und es rendern zu lassen. Die KI erschafft die Katastrophe nicht, sie beschleunigt sie.

Das Detail, das wirklich etwas verrät: Gesichter statt Gebäude

Auffällig ist nicht, dass ein Gebäude mit mehr oder weniger Staub einstürzt. Das unterscheidet niemand. Schwierig – und der wahre Sprung – sind menschliche Gesichter in Nahaufnahmen: die Haut, das Blinzeln, die Mimik. Das Unterbewusstsein entlarvt die Lüge in einem Gesicht viel früher als in einem Trümmerhaufen.

Daraus ergibt sich die wirtschaftliche Konsequenz: Hält die Technik, könnte jemand mit einem Computer und ein paar Programmen einen Film drehen – ohne Drehorte, ohne Verleihe, ohne Stars. Die Liste der überflüssigen Mittelmänner wird langsam unangenehm.

Der gute alte Blue Beam ist nicht mehr nötig

Beim verschwörungstheoretischen Hintergrund gehen die Meinungen auseinander. Eine Strömung hält das Ganze für reine Wegwerf-Unterhaltung und sagt, das eigentliche Interesse liege nicht im Video, sondern darin zu prüfen, wie bereitwillig die Leute mitnehmen, wenn man ihnen eine epische Apokalypse vorsetzt. Eine andere vertritt die Ansicht, die alte Blue-Beam-Erzählung – die Hologramme am Himmel – sei überholt: Man muss nichts Großes mehr inszenieren, wenn sich jeder sein eigenes Weltende auf dem Handy bastelt und auf Like drückt.

Und dann gibt es noch eine dritte Stimme, die hier keinen Verfall sieht, sondern das Gegenteil: die beste Zeit der Science-Fiction, mit einem lebendigeren Kino als je zuvor und Apple als großer Produzentin. Der Streit wird wohl so schnell nicht enden.

Wie viele dieser Fünf-Minuten-Apokalypsen würden wir ertragen, wenn man uns zwingen würde, sie zweimal anzuschauen, statt uns zu unterhalten?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).

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