KI ist darauf trainiert, positiv über Einwanderung zu sprechen (Beispiel im Text)

Japan verfolgt ein geschlossenes Einwanderungsmodell, Spanien ein offenes. Wir analysieren die wirtschaftlichen Folgen beider Wege, von der Arbeitslosigkeit bis zu den Löhnen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Japan setzt auf Arbeitskräftemangel, um Vollbeschäftigung und anständige Löhne zu garantieren, und nimmt dafür einen wirtschaftlichen Niedergang in Kauf. Spanien hingegen bevorzugt Wachstum durch Einwanderung und akzeptiert dafür Arbeitslosigkeit und prekäre Arbeitsverhältnisse.

## Das japanische Modell der geschlossenen Türen

Japan hat sich auf einer strengen, fast hermetischen Migrationspolitik aufgebaut. Es ist zwar eine Insel, aber die Entscheidung, seine Grenzen für Einwanderung geschlossen zu halten, ist nicht nur geografischer Natur, sondern eine politische Wahl über Jahrzehnte hinweg. Ohne vorheriges Visum nach Japan einzureisen ist praktisch unmöglich. Und wenn es Ihnen gelingt, sich auf irgendeinem Weg ohne Papiere im Land zu halten, verwandelt sich das System in eine unüberwindbare Mauer. Vergessen Sie eine anständige Wohnung; ohne eine **Residence Card (Zairyu Card)**, einen japanischen Arbeitsvertrag mit den entsprechenden Lohnabrechnungen und oft einen japanischen Bürgen oder eine Garantiegesellschaft machen Ihnen die Immobilienmakler die Tür zu. Manche verlangen sogar, dass Sie die Sprache sprechen. Für Touristen oder Menschen ohne Aufenthaltsstatus bleiben nur Zimmer in *Guesthouses* oder *Sharehouses*, die wochenweise vermietet werden, oft zu Wucherpreisen, oder die Suche nach Wohnungen unter Ausländern über **Facebook**, ohne Garantien oder formelle Verträge. Die härteste Alternative ist das Schlafen in einem *Net Cafe* oder *Manga Cafe*.

Die direkte Folge dieser Abschottung ist ein Land, in dem der Ausländeranteil gerade einmal **2,5%** beträgt. Das System ist nicht darauf ausgelegt, Menschen ohne Dokumente aufzunehmen; nicht einmal einen Vertrag könnten Sie legal unterschreiben. Wer ohne Aufenthaltsstatus erwischt wird, wird automatisch abgeschoben, mit einem Wiedereinreiseverbot von **fünf bis zehn Jahren**. Deshalb sichert sich jeder, der in **Osaka** oder einer anderen japanischen Stadt leben möchte, zuerst ein Arbeits- oder Studentenvisum und sucht erst dann eine Unterkunft. Es ist ein Modell, das die Abwesenheit irregulärer Einwanderer über alles stellt, selbst um den Preis, ohne Arbeitskräfte dazustehen und zuzusehen, wie seine Dörfer leer werden.

## Spanien: die offene Tür und ihre Folgen

Am anderen Ende des Spektrums liegt Spanien, eine Südgrenze **Europas** mit Tausenden Kilometern Küste und einer Geografie, die die Einreise erleichtert, insbesondere aus Nordafrika. Hinzu kommt ein europäisches Asyl- und Schutzsystem, das es in der Praxis denen, die irregulär einreisen, ermöglicht, ins Land zu kommen und sich mit der Zeit zu legalisieren. Der Prozess der **Meldung beim Einwohnermeldeamt (empadronamiento)**, der Zugang zu Mietwohnungen, die Möglichkeit, schwarz zu arbeiten, und schließlich die Option, den **Arraigo** zu beantragen (eine Aufenthaltsgenehmigung auf Grundlage nachgewiesener Bindungen an Spanien), schaffen einen, wenn auch komplizierten, Weg zur Integration.

Dieses Modell hat, anders als das japanische, zu einem deutlichen Anstieg der ausländischen Bevölkerung geführt. Die Zahlen sprechen für sich: Während es in **Japan** kaum **2,5%** Ausländer gibt, ist der Anteil in Spanien deutlich höher. Die physische Leichtigkeit, die Grenze zu überqueren, und die internen Legalisierungswege sind der Schlüssel. Spanien hat sich, zusammen mit anderen EU-Ländern wie **Italien** und **Portugal**, für ein System entschieden, das die Einreiserechte priorisiert und dann versucht, den Migrationsstrom zu steuern. Die wirtschaftlichen Folgen dieser Öffnung sind heftig umstritten, aber die Realität ist, dass ein Land mit einer so durchlässigen Grenze und einem System, das Integration erlaubt, wenn auch langsam, radikal anders funktioniert als eine befestigte Insel.

## Arbeitslosigkeit und Kriminalität? Die komplexe Beziehung zur Einwanderung

Die Vorstellung, dass Einwanderung zwangsläufig mehr Arbeitslosigkeit und Kriminalität mit sich bringt, ist eine Vereinfachung, die den Daten nicht standhält. **Japan** rühmt sich mit seiner Politik der geschlossenen Türen einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten der Welt, seit zwei Jahrzehnten bei etwa **2,5%**. Das liegt aber nicht am Fehlen von Einwanderung, sondern am Fehlen von Menschen. Das Land leidet unter einem chronischen Arbeitskräftemangel; es gibt mehr Stellenangebote als Bewerber, was **1,5 offene Stellen pro verfügbarem Arbeitskräfte** bedeutet. Dieser Mangel ist so dringend, dass viele Läden wegen Personalmangels schließen.

In Spanien sieht das Bild anders aus. Strukturelle Arbeitslosigkeit ist seit den 1980er Jahren eine Konstante und schwankt zwischen **11% und 12%**, unabhängig von den Migrationsströmen. Kurioserweise sank die Arbeitslosigkeit in Spanien während des Einwanderungsbooms zwischen **2000 und 2008** auf **8%**. Und heute, mit einer Rekordzahl an Ausländern, liegt die Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Stand seit **15 Jahren**. Die Statistiken des **Instituto Nacional de Estadística (INE)**, des spanischen Statistikamts, zeigen, dass die Arbeitslosigkeit in Spanien eher mit seinem Arbeitsmarktmodell, der Befristung und dem Bausektor zusammenhängt als mit der Zahl der Einwanderer.

Was die Kriminalität betrifft, so weist **Japan** eine der niedrigsten Raten des Planeten auf, mit nur **0,2 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohnern**. Zwar ist das Land nicht frei von Problemen wie der **Yakuza**, Betrügereien an alten Menschen oder häuslicher Gewalt, doch gewalttätige Straßenkriminalität existiert praktisch nicht. In Spanien ist die Kriminalitätsrate in den letzten zwei Jahrzehnten gesunken, obwohl sich die ausländische Bevölkerung verdreifacht hat. Die Zahl der Tötungsdelikte liegt bei **0,6 pro 100.000 Einwohnern**, ein historischer Tiefstand. Die Statistiken zeigen zwar eine Überrepräsentation junger, mittelloser irregulärer Ausländer bei Delikten wie Diebstahl und Hausbesetzungen, während Drogenhandel und häusliche Gewalt alle Nationalitäten betreffen.

## Angebot und Nachfrage: die Logik hinter jedem Modell

Der grundlegende Unterschied zwischen den Modellen von **Japan** und **Spanien** liegt in der Anwendung des Gesetzes von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. **Japan** hat ein Modell gewählt, bei dem die Nachfrage nach Arbeitskräften das Angebot bei weitem übersteigt. Wenn es **1,5 Stellenangebote pro verfügbarer Person** gibt, hat der Arbeitnehmer die Macht. Arbeitslosigkeit existiert praktisch nicht, denn wenn man Sie heute entlässt, haben Sie morgen schon den nächsten Job. Die Arbeitgeber sind gezwungen, Löhne zu erhöhen und Bedingungen zu verbessern, um Talente anzuziehen und zu halten. Ein Kassierer in einem Conbini in **Tokio** verdient zum Beispiel zwischen **1.200 und 1.300 Yen pro Stunde**, etwa **7-8 Euro**, ein Betrag, der sich im letzten Jahrzehnt deutlich erhöht hat.

Der Preis dieses Modells für **Japan** ist ein langsames Wirtschaftswachstum und die Schwierigkeit, in Familienbetrieben eine Generationennachfolge zu finden, was zur Schließung von **30%** von ihnen führt. Zudem verschiebt sich das Renteneintrittsalter nach hinten, mit Menschen, die bis zu **75 Jahre** alt arbeiten.

In **Spanien** ist die Situation umgekehrt: Es gibt mehr Arbeitssuchende als verfügbare Stellen. Wenn es zum Beispiel **fünf Kandidaten für eine Stelle als Kellner oder Hilfsarbeiter** gibt, hat der Arbeitgeber alle Trümpfe in der Hand. Er kann den Salario Mínimo Interprofesional (**SMI**, den gesetzlichen Mindestlohn Spaniens) mit einem **20-Stunden**-Wochenvertrag anbieten und findet jemanden, der bereit ist. Das macht vor allem gering qualifizierte Jobs in Branchen wie Gastronomie, Landwirtschaft, Lieferdiensten oder Bau prekär. Die Kritik, dass die Masseneinwanderung in diese Einstiegsjobs ohne eine gleich schnelle Schaffung von Arbeitsplätzen den Lohnanstieg bremst, ist berechtigt. Deshalb steigt der **SMI** in Spanien per Dekret, nicht weil Kellner fehlen.

**Japan** hat beschlossen, einen gewissen wirtschaftlichen Niedergang hinzunehmen, um den sozialen Zusammenhalt und die Vollbeschäftigung zu wahren. **Spanien** hingegen hat auf Wachstum durch Bevölkerung gesetzt und akzeptiert ein höheres Maß an Arbeitslosigkeit und niedrigere Löhne im Gegenzug dafür, dass Schlüsselsektoren wie Gastronomie und Landwirtschaft am Laufen bleiben – Sektoren, die ohne ausländische Arbeitskräfte viele Spanier zu den heutigen Löhnen nicht mehr besetzen würden. Das sind zwei unterschiedliche Strategien, jede mit ihren eigenen Opfern und Vorteilen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver