KI denkt nicht: Die unsichtbare Arbeit, die die Blase trägt
Hinter jedem „intelligenten" Chatbot stecken tausende Stunden schlecht bezahlter menschlicher Arbeit. Und die Branche verschweigt das sorgfältig. Ramón López de Mántaras, ein spanischer Veteran der KI-Forschung mit 50 Jahren Erfahrung, hat das in einem Vortrag erklärt, der die Mythen der Branche Punkt für Punkt zerlegt.
Der Mythos der künstlichen Intelligenz
López de Mántaras hält dagegen, dass heutige Systeme weder denken noch im menschlichen Sinne intelligent sind. Es sind statistische Maschinen, die riesige Datenmengen verarbeiten, aber kein echtes Verständnis besitzen. Sein Argument ist unter Kennern der LLM-Grundlagen nichts Neues, kollidiert aber frontal mit dem kommerziellen Narrativ der großen Tech-Konzerne.
Die unsichtbare Arbeitskraft hinter der Magie
Der unbequemste Punkt ist die Menge prekärer Arbeit, die die künstliche „Superintelligenz" erst möglich macht. Bilderkennung per Hand, Inhaltsmoderation, Modelltraining: repetitive Tätigkeiten, ausgeübt von Menschen unter oft erbärmlichen Arbeitsbedingungen. Ohne diese billige Arbeitskraft würden die Algorithmen nicht funktionieren. Das Narrativ der autonomen Maschinen verschleiert diese menschliche Abhängigkeit bewusst.
Blase an der Börse?
Mehrere Analysen deuten darauf hin, dass der Markt die KI-Versprechen überbewertet. „Die KI-Blase an den Börsen platzt nicht ohne Grund", merken manche Beobachter an. Wäre die Zukunft so rosig, würden die Kurse weiter steigen; doch die jüngere Korrektur deutet darauf hin, dass die Anleger den Prognosen langsam misstrauen.
Wer die Informatik-Veteranen wegen ihrer Ausbildung mit Lochkarten als „veraltet" abtut, wird von den Daten widerlegt: Genau diese Experten haben als Erste vor den tatsächlichen Grenzen der Technologie gewarnt. Die Frage ist nicht, ob die KI voranschreiten wird, sondern ob das heutige Narrativ mehr Marketing als Realität ist. Solange die Realwirtschaft das ganze Gebilde trägt, scheint die Antwort klar.
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