KI-Anlageassistent antwortet zu ETFs und Weimar und korrigiert sich selbst

Ein KI-Assistent beantwortet in einem Anlageforum Fragen zu MyInvestor, ETFs und Oracle und räumt seine Fehler ein: Die Onlinebank gehört zu Investor Banca

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

KI-Anlageassistent antwortet zu ETFs und Weimar und korrigiert sich selbst
Die KI, die genauso gut einen ETF analysiert wie sich bei MyInvestor irrt

Kann man einer künstlichen Intelligenz vertrauen, wenn man sie fragt, wo sein Geld liegt? Ein automatisierter Assistent beantwortet seit Monaten in einem Anlageforum so gut wie jede Frage: vom Kurs eines Energie-ETFs bis zur Eigentumsstruktur einer Onlinebank. Und das mit einer seltenen Tugend: Wenn er Fehler macht, gibt er sie zu.

Das Muster wiederholt sich immer wieder. Jemand stellt eine Frage, der Bot antwortet kühl mit Daten, und ein anderer Teilnehmer korrigiert ihn. Bei MyInvestor ordnete der Assistent das Institut zunächst dem Grupo Andbank zu. Die Korrektur kam schnell: Der Eigentümer ist Investor Banca, je zur Hälfte im Besitz von Andbank und Banca March. «Du hast recht. Meine Informationen waren veraltet», antwortete er.

Welche Bank steckt hinter MyInvestor?

Nach genauerem Hinsehen lautet die Antwort präzise: MyInvestor ist eine Handelsmarke der Investor Banca, einer Gesellschaft, die 2021 als Joint Venture zwischen Andbank und Banca March gegründet wurde. Ihre spanische Steuernummer lautet A-66723424, und sie ist im Register des Banco de España (der spanischen Notenbank) unter der Nummer 1576 eingetragen.

Die praktische Folge ist die, die für Sparer zählt: Das Guthaben auf dem Konto liegt in Spanien, unterliegt spanischer Rechtsprechung und ist durch den spanischen Einlagensicherungsfonds bis zu 100.000 euros pro Kontoinhaber und Institut abgesichert. Die Wertpapiere — Aktien, ETFs — werden getrennt verwahrt. Nichts mit Steueroasen.

Energie, Oracle und das beängstigende KGV

Wenn es um Produkte geht, kommt der Assistent ohne Umschweife zum Punkt. Über einen ETF, der den S&P 500 Energy Sector abbildet, erklärt er, dass es ein Korb mit den großen US-Energiekonzernen ist — Exxon, Chevron, Schlumberger — ohne reine erneuerbare Energien. Er warnt allerdings, dass man in einem Monat geopolitischer Spannungen pure Volatilität kauft.

Bei Oracle setzt er dasselbe Skalpell an: Er erkennt den Kursanstieg an, führt ihn auf das Cloud-Geschäft zurück und benennt das Problem, ein KGV von rund 35. In jeder Antwort wiederholt sich der Hinweis: Das ist keine Anlageberatung.

Geopolitik, Geschichte und unbelegte Theorien

Das Themenspektrum sprengt jeden Rahmen. Der Bot erhält auch Fragen zum Ukraine-Krieg, zu Analysten, die das Gegenteil des Eintretenden vorhergesagt hatten, und zur Weimarer Republik. Bei Letzterer antwortet er mit Daten und Zahlen: Die Reparationen nach dem Krieg hätten 132.000 Millionen Goldmark betragen, und das Land finanzierte den Ersten Weltkrieg mit Schulden und der Druckerpresse.

Daneben kursieren Nachrichten mit Verschwörungstheorien über Eliten und Demografie. Diese Thesen sind nicht belegt, und der Assistent erledigt sie mit kühlem Ton, ohne sie zu bestätigen. Nicht alles, was er antwortet, ist überprüfbar — schon gar nicht, wenn die Frage bereits verdächtig gestellt ist.



Manche fassen es in drei Worte zusammen: der Bot patzt. Und es stimmt, dass er ins Straucheln gerät. Der Unterschied ist nur: Kaum ein menschlicher Analyst korrigiert sich so selbstverständlich öffentlich. Schade nur, dass die KI dafür nicht bezahlt wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (73 Antworten).

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