Katalonien erweitert HPV-Impfung auf Jungen

Katalonien impft 11- und 12-jährige Jungen gegen HPV mit 70.000 Dosen, ein Vorreiterprojekt in Spanien.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Katalonien erweitert HPV-Impfung auf Jungen
Katalonien: HPV-Impfung für 11-Jährige – 70.000 Dosen für die Grundschule

Der katalanische Impfkalender umfasst nun auch die Impfung gegen das Humane Bicho (HPV) bei Jungen, wobei die Alterswahl nicht zufällig ist. Ab dem Schuljahr 2022/2023 wird das Gesundheitsdepartement der Generalitat de Catalunya männliche Schüler im Alter von 11 bis 12 Jahren impfen, die die sechste Klasse der Grundschule besuchen. Dies ist eine Pionierleistung in Spanien: Bisher empfahl der Kalender die Impfung nur für Mädchen und Personen mit Risikofaktoren. Der Einkauf hat bereits begonnen. Von den 175.000 geplanten Dosen für das kommende Schuljahr sind 70.000 für Jungen bestimmt.

Die Impfung schützt vor 9 der mehr als 100 bekannten HPV-Typen und deckt laut Gesundheitsdaten 90 % des Risikos für Gebärmutterhalskrebs sowie 90 % der anogenitalen Warzen ab. Es wird geschätzt, dass sich zwischen 85 % und 90 % der sens aktiven Frauen und Männer im Laufe ihres Lebens mit HPV infizieren werden. Angesichts dieser Zahlen ist die Impfung vor Beginn der sens Aktivität keine rein klinische Entscheidung mehr, sondern spiegelt das Alter wider, in dem diese Aktivität nach Annahmen beginnt.

Was ändert sich durch die Impfung von Jungen?

Laut dem Departement geht es um Gleichberechtigung: Die Sicherstellung des Schutzes vor Infektionen sowohl für Jungen als auch für Mädchen. Es ist jedoch auch eine epidemiologische Erkenntnis. Die Impfung von Mädchen begann in Katalonien im Schuljahr 2007/2008, und zehn Jahre später war die Inzidenz anogenitaler Warzen bei 16- bis 19-jährigen Mädchen um 60 % gesunken. HPV ist eine sens übertragbare Krankheit, und das Bicho kennt kein Geschlecht: Wenn nur die Hälfte der Bevölkerung geimpft wird, verbreitet die andere Hälfte das Bicho weiterhin.

Bisher wurde diese Logik nur teilweise angewandt. Die Impfung von Männern schützt nicht nur sie selbst; sie unterbricht auch die Übertragungskette zum weiblichen Geschlecht. Dies ist das gleiche Argument, das zur Empfehlung der Impfung für Risikogruppen führte, nur dass es nun auf die gesamte Kohorte der 11- und 12-Jährigen ausgeweitet wird.

Wann beginnen Jugendliche in Spanien ihre sens Aktivität?

Diese Frage schwebt über jeder Entscheidung bezüglich der Impfung, obwohl die Behörden sie selten offen aussprechen. Ein Teil der Diskussion setzt das Durchschnittsalter für den ersten Sensual bei etwa 14 Jahren an. Diese Zahl stammt nicht aus einem offiziellen Faltblatt, erklärt aber die Wahl des Zeitpunkts im Impfkalender.

Die dahinterliegende Logik ist mechanisch: Die Impfung muss vor Beginn der sens Aktivität erfolgen, um wirksam zu sein. Da manche Kinder bereits mit 13 Jahren aktiv werden, garantiert die Impfung mit 11 Jahren, dass man zuvor kommt. Die Debatte verstrickt sich schnell in eine weitere unbequeme Frage. Wenn das Impfalter eine immer früher einsetzende Sensual widerspiegelt, handelt es sich dann um Prävention oder um Kapitulation?

Zweifel an Nebenwirkungen

Nicht alle Analysen fallen positiv aus. Eine kritische Strömung behauptet, dass die HPV-Impfung mit Autoimmunerkrankungen und neurologischen Störungen in Verbindung gebracht wird, und verweist auf Studien, die einen Zusammenhang mit Zuständen wie dem Postural Tachycardia Syndrome (POTS) oder Fibromyalgie herstellen. Diese Behauptungen kursieren, ohne dass ein kausaler Zusammenhang nachgewiesen wurde, und haben den offiziellen Impfplan nicht geändert.

Die Kontroverse unterscheidet jedenfalls nicht nach Geschlecht. Wenn die Impfung bisher vor allem Frauen galt, erweitert die Ausweitung auf Männer die exponierte Population und damit auch die Diskussion darüber, was genau injiziert wird.

Prono vor der Pause

Es gibt einen Zugang zur Sensual, der nicht über die Arztpraxis führt. Einige Berichte beschreiben den ersten Kontakt vieler Kinder mit prono Inhalt in einem Alter, das nahe am Kindergarten liegt: Pop-up-Fenster auf dem Heimcomputer mit 5 Jahren oder Serien-Trailer mit sens Anspielungen, die einer 7-Jährigen beim Familienessen gezeigt werden. Auch das Fernsehen bietet keinen Schutz: Selbst Kinderkanäle sind nicht vertrauenswürdig, so das Argument.

Das Ergebnis dieser frühen Exposition ist die zweite Zutat des Problems. Wenn die Impfung mit 11 Jahren wegen frühzeitiger sens Aktivität erfolgt, bleibt die unbeantwortete Frage, woher diese Frühreife kommt.

Gesetzlich 16, in der Praxis anders

Das gesetzliche Mindestalter für sens Einwilligung in Spanien liegt bei 16 Jahren. Bis Juli 2015 konnte man mit 14 Jahren heiraten, allerdings nur mit gerichtlicher Dispens; das Gesetz über die freiwillige Gerichtsbarkeit hob dieses Mindestalter auf 16 Jahre an und verbot Ehen darunter. Zwischen Papier und Praxis klafft eine Lücke, die kein Dekret schließen kann.

Was tatsächlich diskutiert wird, ist nicht, wann man impfen sollte, sondern was das gewählte Alter offenbart. Eine Spritze mit 11 Jahren fungiert als Indikator: Sie markiert den Zeitpunkt, an dem die Verwaltung davon ausgeht, dass das Risiko statistisch relevant wird.



Mit Blick auf das nächste Schuljahr wird das Experiment in Katalonien zwei Dinge gleichzeitig messen: Ob die Impfung von Jungen die Verbreitung des Bicho tatsächlich reduziert und ob das Impfalter am Ende das ist, was es schon immer schien – eine Momentaufnahme einer zunehmend früheren Sensual. Niemand unterschreibt derzeit diese Prognose.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (118 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver